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Chat zum Sonntag, No. 15 – Meyer&Meyer

chat advanced

13.04.2014, 10:11 – 11:56

Santa: Hallo Anna, Internetprobleme sind behoben. Die Auhausener helfen gerne. Sitze gerade bei unserer Stephanie im Garten. Wie ist die Fasterei bzw. der erste Tag wieder mit Essen. Plastikfrei war es ja bestimmt.
Anna: Habe heute Morgen einen großen Freundtanz um meinen ersten Apfel gemacht. Und wie geht es Dir auf Deiner Deutschlandtour?

Santa: Die letzten Tage waren wirklich schön für mich. Erst einmal Verwöhnkur bei Mama, die mit mir vegane und auch regionale Bio on a budget Rezepte ausprobiert hat, z.B Buchweizen Bärlauch Pfannkuchen. Und jetzt bin ich in Auhausen, wo ich direkt vom Hof die besten Kartoffeln, Dinkelerzeugnisse und, und, und genießen darf. In der Nähe, also in der kleinen Stadt Nördlingen war ich gestern sogar bei der Naturfrisörin Karola Ernst und hab mich richtig wohl gefühlt. Gerade macht das Reisen also großen Spaß. Überall werde ich gerne verwöhnt. Dass ich kaum Internet habe, hat auch etwas für sich. Entschleunigung pur!

auhausen

Anna: Wow! Das klingt wirklich ganz großartig! Meine letzte Woche war auch sehr entschleunigend. Beim Heilfasten fällt ja irgendwie ein kompletter Lebens- und Alltagsaspekt weg: einkaufen, kochen, essen… Für eine Woche war es gut. Aber nun reicht’s auch. Das Osterfest kann kommen!
Santa: Das glaube ich. Irgendwie schön, wie unsere Geschmacksnerven sich auch entschleunigen können. Das habe ich während der veganen Zeit gemerkt. Dinge, die ich sonst mental als Beilage verbucht habe, schmeckten nach nur kurzer Zeit als Hauptteil meiner Mahlzeit. So soll es ja eigentlich auch sein. Nach einer Woche ganz ohne Essen muss es besonders intensiv sein. Ich gratuliere dir! Kannst du dir vorstellen, dass wir vor einer Woche noch zusammen saßen? Seitdem hat sich auch wieder einiges getan. Die Vorbereitungen auf die Nachhaltigkeitschallenge unseres lieben Think Tank 30 laufen ja gut an. Ich freue mich riesig darauf.
Anna: Ja, auf gute Gesellschaft von Think Tank-Mitgliedern und anderen freue ich mich auch sehr. Ziel ist es ja auch, wirklich noch mehr unserer Leser zum Mitmachen zu motivieren. Wie ist es eigentlich mit der Gruppe von Frauen, die unsere Sonntagschats so mögen? Seid ihr samt family diesen Monat verpackungsfrei dabei?
Santa: Ja, liebe Ladies mit Hunden, Männern und Kindern, wir würden sehr gerne von euren Erfahrungen hören. Ach ja, und die Pour Moi Bambuszahnbürste ist da. Das erste Mal war ungewohnt, aber jetzt finde ich es richtig toll. Eine Kindervariante habe ich auch bestellt. Die sind in einer kleinen Papierbox verpackt gewesen, die man auch gut für’s Reisen nehmen kann. Caroline und Stephanie habe ich auch eine gegeben und sie werden auch berichten.
Die Anna: Wo hast Du die Bambus-Zahnbürste nochmal her?
Santa: Bei www.pourmoi.de Es gibt aber auch eine vegane, leider im Moment ausverkaufte Variante bei www.vegan-total.de Sie nennt sich environmental tooth brush. Auf die bin ich gespannt.

Plastikfreie Neu-Entdeckungen

Anna: Super! Hab mich auch im Bad umgeschaut, da ich diese Woche ja nicht von meinen Erlebnissen mit eingesparten Lebensmittelverpackungen berichten kann.
Santa: Ui, und welche neuen Erkenntnisse gibt es da bei Ihnen? Jetzt geht es an’s Eingemachte. Mit Stephanie werde ich gleich Cremes selbst machen. Auch Kontaktlinsenflüssigkeit werde ich bald mal selbst herstellen. Werde es zumindest versuchen und dabei natürlich stark auf Sauberkeit achten und es eher in kleinen Mengen herstellen.
Anna: Ich habe zum Beispiel waschbare “Wattepads“ gekauft, mit denen man über Monate hinweg wirklich viel Müll einsparen kann. Im Internet kann ich dafür den Laden Blumenkinder empfehlen.
Santa: Wie gefallen sie dir bisher?
Anna: An sich sehr gut. Nur die von Imse Simse hab ich zurückgeschickt, weil sie so schlecht verarbeitet waren. Außerdem habe ich Zahnseide ohne Plastikanteile gefunden. Und sie ist sogar in einem Glasflacon mit Nachfüll-Option erhältlich. Auch das, eine gute Idee für eine kleine slash-the-trash Lebensumstellung.
Santa: Wo hast du die Zahnseide her? Das würde mich sehr interessieren.
Anna: Alles von der Blumenkinder-Seite. Da findest Du auch noch viel mehr gute Sachen. Besonders für Kinder!
Santa: Danke für den Tipp. Gibt es eigentlich auch plastikfreie Schminke? Ich schminke mich zwar nur selten, aber das stellt ja bei einigen bestimmt auch ein Dilemma dar.
Anna: Zum Thema Schminke weiß ich leider noch nichts zu berichten. Mein Schminketui strotzt vor Plastik. Und so gut wie nichts ist nachfüllbar. Höchstens mein Liedschatten von Art Deco. Dafür hat Lush sehr viel an verpackungsfreier Kosmetik. Sogar Shampoo. Tierversuchsfrei, bio und oftmals fair trade. Und wenn Verpackung, dann nehmen sie recycltes Plastik. Das Honigshampoo dort kommt sogar ohne Konservierungsstoffe aus. Das ist ganz selten. Ist natürlich nicht vegan. Da wären wir schon wieder bei einem der von Dir ausführlich beschriebenen Dilemmata.
Santa: Das ist tatsächlich ein ständiges Abwägen. Andererseits muss man das schlechte Gewissen auch mal zügeln, denn wir versuchen ja wirklich, die beste Alternative zu finden. Ohne Impact kann man ja leider nicht leben.
Anna: Das sehe ich genauso. Wir suchen hier ganz konkret nach der für uns und unsere Umwelt besten Konsum-Kombination. Ohne Perfektionismus.
Santa: Bist du mit deinem Lushschampoo und Duschgel zufrieden?
Anna: Ja, sehr. Nur für trockene Haare würde ich es nicht empfehlen. Duschgel hab ich nicht von Lush. Unter der Dusche benutze ich auch gerne Öl von Weleda aus einer Glasflasche. Ist zwar recht teuer, dafür aber auch richtig gut. Lush ist auch teuer…

Naturkosmetik

Anna: Ihr werdet doch gleich aktiv um Naturkosmetik selbst zu machen. Wie sieht es da mit den Kosten aus?
Santa: Stephanie sagt, es handelt sich um maximal 1,50 Euro pro Endprodukt, eher weniger. Die Behälter sind zwar recht teuer, aber zur Not nimmt an gesammelte Gläschen von Brotaufstrichen, etc. Und wenn man in der Routine drin ist, dauert es auch gar nicht lang. Machen gleich Cremes aus wenig Zutaten, die man vielseitig einsetzen kann. Werden dir gleich auch was mitmachen und dir ein Päckchen schicken.
Anna: Oohhh… you are great! Danke auch im Voraus an Stephanie!!!
Santa: Habe gerade hier gelesen, dass es von Zao Kosmetik gibt, die in Bambusgefäßen verkauft wird. Das ist eine französische Marke. Man kann die Produkte anscheinend bei Kein-Plunder kaufen.
Anna: Yipppeah! I’ll check it out!
Santa: Stephanie unterhält sich gerade mit ihrer Schwester über eine tolle Creme gegen Mückenstiche mit Spitzwegerich.
Anna: Ja, ich befürchte, mit dem Sommer werden auch die Mücken wiederkommen. Arrrggghhh…
Santa: Sie setzen gleich ein Öl auf, das ich dann im Mai ausprobieren werde.
Anna: Warum im Mai?
Santa: Im Mai bin ich wieder hier und es dauert drei Wochen zum Ansetzen.
Anna: Ah, okay. Entschleunigung…
Santa: Wir schauen auch, was es gibt, um die kleinen Plagegeister abzuhalten. Im Mai werden wir auch einen natürlichen Sonnenschutz herstellen.
Anna: Gibt’s auch sowas wie natürliche Haarspülung für bessere Kämmbarkeit? Benutze da immer noch Standartprodukte, die viel Müll machen.
Santa: Eine Tasse Wasser, ein Esslöffel Apfelessig und etwas ätherisches Öl. Etwas einwirken lassen und dann ausspülen. Das versuche ich derzeit und der Geruch verfliegt. Die Naturfrisörin gestern hat mir das auch empfohlen. Stephanie sagt gerade, dass sie auch mal nachschauen wird. Kamillentee ist z.B. super als Spülung für blonde Haare. Stephanies Schwester Eva empfiehlt diese Seite zum Stöbern für DIY-Kosmetik.
Anna: Ich werd’s ausprobieren und meine Mitmenschen um eine ehrliche Rückmeldung bitten.
Santa: Ich bin gespannt, wie es dir gefällt. Das Rezept für die Spülung hält für drei Haarwäschen. Ich kann jeden auch das Buch „Alles klar mit Haut und Haar“ von Susanne Kehrbusch empfehlen. Das hat mich damals sehr verwirrt und mich immer mehr zu DIY-Kosmetik geführt. Denn selbst Naturkosmetik wird oftmals haltbar gemacht und hat Zutaten, die man vielleicht nicht so gerne an seine Haut lassen möchte.
Anna: Hast Du es noch? Und würde es vielleicht noch mit ins Paket passen ;-) Als Leihgabe natürlich.
Santa: Das Buch? Das habe ich leider in irgendeinem Umzugspaket, ich weiß nicht in welcher Stadt oder welchem Land. Auf jeden Falll aber in der EU. :-)

Plastiktüten und Plastik-Recycling

Anna: Hab jetzt auch nochmal jede Menge über diese Plastiktüten-Problematik in Deutschland gelesen. In Irland hat eine Besteuerung von 22 Cent pro Tüte zu einem Rückgang von 97% geführt. Von 328 Tüten pro Jahr ging der Konsum also auf 16 Tüten im Schnitt zurück. Dein Brief an die Kanzlerin passt wirklich gut zu unserer Challenge diesen Monat. Hab auch gelesen, dass Deutschland ja eigentlich schon richtig gut ist im ganzen Recycling-Bereich. Dass aber trotzdem etwa 60% der Kunststoffabfälle verbrannt werden und nur etwa 20% zu neuen Plastikprodukten werden. Keine Ahnung wo die übrigen 20% bleiben. Der Wirkungsgrad von Plastikverbrennung zur Wärmeerzeugung ist zu allem Überfluss sehr niedrig.
Santa: Ja, irgendwie total spooky, wenn man sich weiter mit den ganzen Zusammenhängen auseinandersetzt. Recyclen ist gut, aber Müllvermeidung bzw. Reduktion ist the way to go.
Anna: Müllverbrennungsanlagen agieren im Markt ja ähnlich wie fossile Grundlastkraftwerke. Und von denen brauchen wir Dank Energiewende immer weniger.

Nachhaltigkeit als Bereicherung

Santa: Interessantes Thema! Ich finde den Weg zu mehr Minimalismus unheimlich bereichernd.
Anna: Ja, ich merke auch irgendwie, dass all das was wir gerade ausprobieren zwar Umstellung und Aufmerksamkeit erfordert, aber auch richtig gut tut.
Santa: Ich freue mich zum Beispiel schon sehr auf Bio on a budget. Minimalismus in der Küche. Hast du das Gefühl, dass dich die Erkenntnisse unserer Challenges entschleunigen?
Anna: Gute Frage. Kein Zeug auf jeden Fall. Und auch das viele Selbstmachen, das eigentlich mit unserer Vegan-Challenge begann und ohne das es ohne Verpackung ja auch nicht geht. Selbstmachen? Ist das der richtige Ausdruck? Kein Wunder, dass sich der Begriff DIY durchgesetzt hat. Ist einfach knackiger.
Santa: Das haben viele Anglizismen so an sich. Mal davon abgesehen, dass ich eh nur noch denglische.

Entschleunigung

Anna: Es kostet schon mehr Zeit, unser neues Leben. Aber wie soll ich sagen: quality time!!!
Santa: Ich merke auch, dass es mir Spaß macht. Bin auch weniger vor dem PC. Zu Beginn jeder Challenge tut das Nachdenken und Umstellen fast weh und dann gegen Ende habe ich nun fast jedes Mal das Gefühl gehabt, das mein Leben einfach wird durch gewisse Umstellungen.
Anna: Beim Werkeln in der Küche oder beim Einkaufen kann ich auch wunderbar die Seele baumeln lassen. Ich brauche dafür eigentlich kein Sofa und keinen Liegestuhl. Aber das ist sicher Typsache. Gestern durfte ich fastend ja weder auf dem Markt herumspazieren noch kochen… Naja, ich durfte schon. Aber übertreiben wollen wir es ja nicht mit unseren Herausforderungen. Auf jeden Fall war ich stattdessen bei der Thaimassage. Auch Saunaparadiese wie das Mediterana liebe ich. Wahrscheinlich ist eine gute Mischung im Leben schon die halbe Miete… SANTA! Es ist schon total spät! Wer will das alles denn lesen?
Santa: Hey, du hast Recht. Der Chat mit dir ist so gemütlich. Stephanie strickt neben mir an Spiralsocken ohne Ferse, die Sonne scheint und es ist einfach nur friedlich hier.
Anna: Socken ohne Ferse?
Santa: Genau – man strickt sie in Spiralform und sie passen dann jeder Größe, da die Spiralform sich jedem Fuß anpasst. Stricken für Dummies. Sie wird darüber was schreiben. Dann kannst du es auch mal versuchen. Die Auhausener wissen echt, wie man es sich gut gehen lässt ohne viel Trara. Und in diesem Sinne wünsche ich euch allen und dir, liebe Anna, einen wunderschönen Sonntag!
Anna: Daaaaanke! Und wenn ich den MBA in der Tasche habe, dann komme ich unbedingt mal mit Dir nach Auhausen! Can’t wait!
Santa: Stephanie ist im Juli 2 Wochen in Auhausen. Sie lädt dich herzlich ein. Und ich bin dann auch da, Caroline sowieso. Dann ist unser FindingSustainia Team mal an einem Ort. Das wird gut!
Anna: Oh ja! Ich würde sagen, ihr legt jetzt los mit der Hexen-Kosmetik-Küche und ich backe mein Brot! An den Aufbautagen nach dem Fasten soll man nämlich auf Salz verzichten und im Reformhaus gibt’s salzfreies Brot nur in Plastik verpackt.
Santa: Genieß dein Brot!

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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