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Chat zum Sonntag, No. 23 – Meyer&Meyer

chat advanced

07.06.2014  15:53 – 15:54

Anna: Hallo liebe Santa, wie fühlt sich Dein Minimalismus-Leben an?

Santa: Bisher sehr gut! Weniger Internet ist auf jeden Fall ein grosses Plus. Ansonsten übe ich Minimalismus innerhalb meiner Grenzen, d.h. Übergangswohnung, mit wildem Kleinkind etc. Wie läuft es bei dir? Wir haben uns ja bisher noch gar nicht austauschen können.

Anna: Mir fällt es irgendwie noch schwer auf der Minimalismus-Welle zu surfen. Kein Zeug läuft wunderbar… aber da sind wir ja auch schon erfahren.

Die Schönheit ungeliebter Aufgaben

Santa: Was ich bisher gemacht habe: Skype Kontakte ausgedünnt, Facebook Newsfeed Einstellungen verändert und überhaupt nur 1-2 Mal am Tag Mails gecheckt und am PC gearbeitet. Ich habe viel gelesen und Yoga gemacht und bemühe mich mehr Schönheit in meinen Alltag zu bringen bzw. in die Aufgaben, die mir nicht immer Spaß machen.

Anna: Zum Beispiel?

karottengrn

Minimalismus-Tischdeko: Karottengrün

Santa: Zum Beispiel Schnippeln oder Aufräumen. Irgendwie gelingt es mir.

Anna: Schönheit ins Schnippeln bringen, das gefällt mir. Das werde ich mir von Dir abgucken. Obwohl ich sagen muss, dass ich ein so positives Gemüt habe, dass ich selbst beim Bad putzen kaum grummelig sein kann.

Santa: Grummelig bin ich auch selten, aber ich mache gewisse Dinge wie Putzen oder Spülen oft so schnell-schnell.

Reduktion

Anna: So ganz konsequent habe ich den Social-Media Konsum noch nicht reduziert…

Santa: Auch mir fällt es nicht immer leicht, denn Tun ist leichter als Lassen oder Umdenken.

Anna: Aber es ist schon so, dass ich mir des Öfteren sage: “Minimalismus, Anna!”. Oft heißt das im entsprechenden Moment: “Du musst nicht alles haben, nicht überall dabei sein, kein jederzeit perfektes Ergebnis liefern.”

Santa: Ja, genau daran versuche ich mich auch zu erinnern. Wir dürfen ja auch nicht zuviel von uns auf einmal erwarten. Die inneren Verwandlungen “passieren” so vor sich hin.

Anna: Dennoch, am LASSEN mangelt es mir SEHR! Mal sehen ob ich da eine Verwandlung hinbekomme.

Santa: Ich habe hier in Paris bei meinen Büchern und meiner Kleidung aufgeräumt und abgegeben. Ich akzeptiere dagegen, dass ich in Norwich, München und Duisburg noch lauter unaufgeräumte Säcke voller Sachen habe, aber da werde ich, wenn es mal so weit ist, radikal ausmisten.

Anna: Ja, entrümpeln tut sehr, sehr gut. Ich bin ja in den letzten Jahren viel umgezogen und habe jedes Mal die Chance genutzt. Außerdem habe ich einen Freund, der Wert legt auf eine modern-reduzierte Wohnung. Klare Linien, kein Schnick-Schnack. Nur ein paar klitzekleine liebliche Ausnahmen, die ich mir erkämpft habe.

Santa: Großartig, dass ihr es schafft, Minimalismus mit einem gewissen Maß an Lieblichkeit zu leben. Aber so richtig Ordnung – oh Gott, wie schaffen Andere das nur, mit Kleinkind? Auch deswegen ist bei uns unsere Allround-Nounou Gold wert. Sie räumt auf und ich versuche die Ordnung auch beizubehalten und das ist für mich schon so ein Erfolgsmoment. Ich passe auf, dass sich die Spüle nicht mehr füllt (haben hier keine Spülmaschine) und kehre auch fleißig den Boden und Tisch. Hach, bin ich nicht ein toller Meyer?

Eine-Minute-Regel

Anna: Ordnung ist bei uns kein Problem. Aber wir haben auch kein Kleinkind. In diesem Bereich komme ich jedenfalls einem guten Minimalismus-Leben schon nahe. Kennst Du die Eine-Minute-Regel?

Santa: Nein – tell me more!

Anna: Die Regel habe ich von Gretchen Rubens und ich befolge sie sehr gerne. Im Klartext heißt das: Wenn Du einen Gedanken hast und die Umsetzung dauert nicht länger als eine Minute, dann gehe dem Gedanken nach! Schuhe wegräumen, dreckige Wäsche direkt in den Wäschekorb, Bett machen, Mixer spülen, Gläschen ordnen… aber auch: Sonnenstrahlen genießen (nicht verschieben – eine Minute intensiv genießen), Kaffee in der geliebten Goldrandtasse trinken, Lieblingssong auf voller Lautstärke hören (auch wenn er länger als eine Minute dauert… da ist Gretchen nicht so streng), etc.

Santa: Hey, das ist eine sehr schöne Regel! Wenn ich allerdings mit einem Lieblings-Song anfange, dann kann ich mich gar nicht mehr bremsen und Mann und Kind kriegen dann ein kleines unfreiwilliges Privatkonzert von mir.

Anna: Ich würde sagen: Das ist vollkommen in Ordnung!!! Auch ein wenig länger in der Sonne zu sitzen, sollte dem Minimalismus-Monat nicht im Wege stehen.

Achtsamkeit

Santa: Als ich in Istanbul gelebt habe, habe ich immer in einem kleinen Laden gegessen, der einem Mann gehörte, der schon mit 15 mit der Schule aufgehört hat und sich langsam,aber stetig hoch gearbeitet hat, bis er vier eigene Läden hatte. Er hat trotzdem immer mit angepackt und mit solch einer Hingabe und Freude Tische geputzt und aufgeräumt, dass ich diesen Anblick nie vergessen werde. Gleichzeitig hat er immer so einen Stolz ausgestrahlt.

Anna: Oh ja, ein solches Bild im Kopf zu haben ist toll! In Filmen wird ja auch oft das ausgiebige Polieren von Gläsern in Szene gesetzt. Es muss einen Grund haben… Mindfulness, würde meine Mutter sagen.

Santa: Ja, und er lebt so richtig im Hier und Jetzt. Das ist eine meiner Schwächen. Ich muss mir auch unbedingt abgewöhnen, viele Tabs gleichzeitig offen zu haben und parallel irgendetwas zu machen. Not good! Nächste Woche gehe ich das mal an. Was jedoch jetzt schon merke: Durch die Challenges stellt sich immer mehr ein Rhythmus bei mir ein. Bis zum Mittag Aktivität mit Tochter, dann gemeinsames Essen, dann Projektarbeit und dann Lesen-Yoga-Sonnenschein. Gegen Abend ein gemeinsames Essen mit Familie. Ab und an noch ein Weinerl am Abend mit Mann oder Freunden, nachdem Tochter schläft. Ich finde das sehr schön. Meine Ernährung hat sich noch einmal vereinfacht. Das muss ja auch nicht immer so sein, aber ich finde es gut, nicht an so viele Details denken zu müssen und trotzdem noch so viel Genuss herausholen zu können. Der Sommer macht es mir leicht.

Aufenthaltsqualität ohne Konsum

Anna: Gestern habe ich einen interessanten Artikel in der Süddeutschen gelesen, in dem es um die Aufenthaltsqualität unserer Großstädte geht. Das passte sehr gut zu unserem aktuellen Thema. Aufenthaltsqualität ohne Konsum ist in sehr vielen unserer Innenstädte gar nicht mehr möglich. Alles ist auf Konsum ausgelegt. Konsum von Klamotten, von Unterhaltungselektronik, von Heißgetränken, von Cocktails, etc… Soetwas wird einem erst bewusst, wenn man sich zwingt, die Option zu konsumieren auszuschließen. Und von uns sollte auf jeden Fall ein Appell an die Politik ausgehen, diese Innenstadt-Konsum-Politik zu überdenken um auf andere Weise Aufenthaltsqualität zu ermöglichen.

Santa: Einem Problem dieser Art bin ich in Paris auch ausgesetzt. Da jetzt das Wetter gut ist, kann ich viel in Parks oder an die Seine, aber im Winter oder bei Regen kann man kaum anders. Auch Aktivitäten sind hier ziemlich teuer, wie Yoga oder auch die Kinderspielgruppen. Viele Leute können sich solche Sachen in Paris gar nicht leisten. In London z.B. kann man fast überall kostenlos in Museen und zu vielen Konzerten gehen.

Bücher – Zeug oder kein Zeug?

Anna: Spannend war diese Woche auch, welche Diskussion wir über Twitter losgetreten haben rund um die Frage, ob Bücher nun Zeug sind oder nicht.

Santa: Ja, Bücher sind auch so ein Thema bei mir, weil es mir fast weh tut, Bücher zu Zeug zu degradieren. Irgendwie sind Bücher mehr Freunde. Aber trotzdem, sie sind aus Bäumen und es macht schon Sinn, auch hier den Ressourcenverbrauch zu berücksichtigen.

Anna: Ja, auch wenn es schwer fällt: Bücher sind Zeug.

Santa: Genau dieser Gedanke hat es mir aber auch leicht gemacht, mich von vielen Büchern zu trennen…und natürlich, dass jemand Anderes sich daran freuen wird. Von sehr guten Büchern kann ich mich aber noch nicht trennen. Ich verleihe sie aber aktiv und gerne.

Anna: Diana hat geschrieben, dass ihr Bücherkonsum vollkommen unreflektiert ist. So ist es bei mir irgendwie auch. Aber wenn ich Deine zuckersüße Parallele zu Freunden noch einmal bedienen darf, dann ist es ja auch dort so, dass man nicht vorher überlegt, mit wem man sich anfreundet und einer großartigen Person sagt: “Sorry… I am a minimalist. And I got enough friends already.”

Santa: Witziges Statement. Wäre doch ein tolles Abfuhr-Statement: Sorry but I am a minimalist.

Anna: Ja, aber nur wenn die Person doch nicht so großartig ist ;)

Santa: Natürlich, sonst wären wir ja ganz schön blöd. Und eine großartige Person hat ja vielleicht auch einen großartigen Büchergeschmack und man leiht sich gegenseitig Bücher. Would you like to be my Bücher-Freu(n)d?

Anna: Great question! Trotzdem, diesen Monat sind neue Bücher und Zeitschriften tabu. Tauschticket und andere Tauschbörsen sollten auch immer an erster Stelle stehen… und ansonsten… verleihen, leihen, verschenken… .

Santa: Ich habe keinen Ebook-Reader und möchte auch vorerst keinen, auch wenn ich das Konzept natürlich begrüße. Dafür gehe ich einfach in Charity Shops und stöbere dort gerne herum und bringe dabei dann direkt einen Sack meiner Bücher hin als mentales Tauschgeschäft. Ich finde online Tauschringe toll, bringe mich bisher aber eher noch nicht dazu.

Unkompliziertheit

Anna: Ich muss unbedingt noch ein schönes Statement von Dir zum Besten geben. Als Du zur Einladung unseres inoffiziellen NC14-Kennenlernbrunchs gefragt hast, welche Einschränkungen es bzgl. Essgewohnheiten gibt, schrieb Andrea: “Für mich nur vegan.” Und Du hast geantwortet: “Wie schön, dass Du so unkompliziert bist!” GREAT!!! Genau da müssen wir hinkommen. Ein veganes Leben ist doch eigentlich vollkommen unkompliziert! Nur wird diese Tatsache von der Gesellschaft noch nicht so ganz realisiert. Wahrscheinlich hat Andrea einen solchen Satz noch nie in ihrem Leben gehört. Gut gemacht, Santa!

Santa: Merci, ma chère! :-) Vegan ist wirklich unkompliziert, wenn man sich mal damit auseinander gesetzt hat. Hach, wir haben soviel lernen dürfen!

Anna: Das stimmt! Vor nur fünf Monaten war ich wohl auf eher auf der Schiene zu denken, dass Veganer die Meister des Verzichts sind. Vor allem sind aber Veganer doch Minimalisten, die sich auf das Wesentliche, das Gute, konzentrieren. Und davon gibt’s dann doch wieder sehr viel Auswahl. Hihi…

Inspirationen

Santa: Wenn wir nochmal auf unseren aktiven Austausch auf Twitter mit tollen Leuten zurückkommen, da haben mich einige Empfehlungen doch nachhaltig begleitet. Z.B der Post von Christof auf Einfach Bewusst spricht mir aus der Seele. Durch mein Nomadendasein habe ich sehr viel nicht, was man eigentlich so hat. Ich finde den Gedanken eigentlich sehr befreiend, wenig zu haben und alles leicht aufgeben zu können. Nur eine Waschmaschine hätte ich ab und an doch gerne. Aber der Waschsalon ist hier in Paris um die Ecke und Norwich hat es damals unsere Nanny gegen das übliche Salon Entgelt für uns übernommen und wir hatten alle etwas davon.

Anna: Stimmt! Die Twitter-Community ist eine tolle Inspirationsquelle.

Santa: So haben wir einfach, wie schon in dem Post von Joern Meyer (ja, ein weiterer schlauer Meyer), Minimalismus und Nachhaltigkeit durch Tauschen und Leihen. Und für die unter uns wie mich, bei denen zwei Herzen in der Brust schlagen, das des Minimalisten und das der Kleidungsliebhaberin: dem kann ich nur wärmstens den Artikel von sinnmacht empfehlen. Kontext: Sustainability Action Framework. Ich habe ihn schon zweimal gelesen und möchte es unbedingt noch einmal in einem ruhigen Moment tun.

Anna: Na, dann muss ich den Artikel auch unbedingt lesen! Danke nochmal an alle, die uns so wunderbar berreichern!!! Die #FS_NC14 wäre nicht dieselbe ohne EUCH! So, meine liebe Santa! Eine Stunde Chat sind um. Wenigstens im Minimalismus-Monat könnten wir uns ja daran halten, dass wir eine Stunde für ein gutes Maß halten.

Santa: Oh ja, ist wirklich schon eine ganze Stunde um? Unbelievable! Schön war es – wie immer! Und auch nochmal von mir: Danke, danke an alle, die mitmachen und uns unterstützen! Ich kriege schon immer so ein warmes Gefühl, wenn ich Twitter öffne und die netten, geist-und hilfreichen Kommentare lese. Die Challenge ohne Andrea und Diana kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Freue mich riesig, euch alle bald zu sehen! Noch einmal kurz, bevor wir uns trennen. Was hast du an den Feiertragen vor? Bei mir wird es wieder ein Besuch des Marché Raspaile biologique sein und vieeel Zeit mit meinen Lieben und ja, auch mit mir! Ciao, my dear! Bis bald!

Anna: Auf dem Markt war ich heute. Hab jetzt auch eine Karottengrün-Minimalismus-Tischdeko! Am Montag bin ich bei der Einweihung einer Wasserkraftanlage. Einer sehr spannenden und fischfreundlichen Schneckentechnologie. Dafür bekomme ich an einem anderen Tag frei. Also ein schöner Pfingstmontag. Lass es Dir gut gehen!!!

Santa: Du auch!

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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