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6 Monate Meyer – ein neues Leben, s’il vous plaît! Was ist passiert? Was haben wir verändert und warum?

Wir können es kaum glauben! 6 Monate sind wir nun schon gemeinsam unterwegs. Darf ich vorstellen: „Meyer“. „Ah, ebenfalls Meyer!“. Das, was relativ vage begann, hat sich zu einem großen Teil unseres Lebens ausgweitet. Fast fragt sich, ob es ein Leben nach unserem intensiven Meyer-sein geben kann. Aber ohne zu lange auf einem Namen herumzureiten, möchten wir heute zu Protokoll geben, dass unser Selbstversuch erste Wirkungen entfaltet.

Ja, es hat sich tatsächlich etwas verändert in unserem Leben. Um nicht zu sagen, unser Leben hat sich verändert! Wir haben uns verändert. Zu Beginn ging es uns darum, Missstände zu identifizieren. Erinnert ihr Euch an all unsere Fragen? Wie fair ist Euer Kaffee, Starbucks? Müssen Kassenbons wirklich sein? Die Bahn rät zu mehr Fleischkonsum? Merkel, warum keine Steuer auf Plastiktüten?… Euren Klicks nach zu urteilen, waren all das nicht nur Fragen, die uns auf der Seele brannten. Nein, es gibt einen, sagen wir mal, gesellschaftlichen Bedarf nach kritischen Fragen. Reflektierter Konsum statt sinnlose Schnäppchen, Ansprüche an eine gewisse Werteorientierung derjenigen, denen wir unser Geld anvertrauen, und, und, und. Dennoch, in der Phase unseres wilden Aktionismus hatten vor allem kritische Fragen an Andere. Nach wie vor halten wir es für wichtig, Fragen zu stellen und Unternehmen in die Pflicht zu nehmen. Wir möchten diese ersten Monaten nicht missen, ganz klar!

Dennoch, im Laufe der Monate haben wir gelernt, viel mehr auch vor der eigenen Türe zu kehren. Individuelle Konsumentscheidungen haben Gewicht. Besonders die regelmäßigen – es lohnt sich also, erst einmal den Einzelnen ins Visier zu nehmen. Denn Nachhaltigkeit fängt ganz klar bei uns selbst an! Um die Wirkung unseres eigenen Verhaltens zu vergrößern, machen wir unser Denken und Handeln öffentlich. Ohne zu missionieren, ist es unser Ziel durch gute Beispiele, Authentizität und neue Ideen zu inspirieren. Voilà…

Und auch wir haben uns inspirieren lassen. Von Franzi und ihrem Blog “Das Gemüseregal”, die uns aufgeklärt und unterstützt hat mit Wintergemüse-Rezepten; von Susanne, unserem großen Vorbild, wenn es um ein gutes und konsequent veganes Leben geht, auch von Attila natürlich, denn auch wir möchten vegan for fit, fun und so weiter sein; von Caroline, die uns mit Green Smoothie Variationen, regionalen Gewürzmöglichkeiten und vielem mehr beglückt hat; und auch von Stephanie, die uns Unkraut-Köstlichkeiten vorgestellt und uns zu jeder Menge DIY-Geschenkideen angeleitet hat.

Im Laufe unserer Challenges und vor allem seit dem Startschuss der Nachhaltigkeitschallenge ist etwas passiert, womit wir nicht gerechnet haben, zumindest nicht in diesem Ausmaß. Wir machen die Challenges nun mit vielen Anderen und haben Freundschaften geschlossen, die teilweise nicht nur virtuell geblieben sind, wie z.B. bei unseren Co-Challengern Andrea und Diana. Überhaupt haben wir gelernt, wie grossartig es ist, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Herausforderungen gemeinsam anzupacken. Danke, Diana, Andrea, Robert, Pete, Isabell, Rage, Think Tank 30 Kollegen und viele mehr! We can do it!

Now, let`s talk facts. Was haben wir verändert?

Konsum:

Vor unserer Kein-Zeug-Challenge hat Santa zwar schon in gewisser Weise ethisch eingekauft und versucht, so viel wie möglich Second Hand zu kaufen. Trotzdem kaufte sie, und wie sie kaufte! Besonders wenn es um Vintage Kleider ging. Mein lieber Scholli! Seit Februar jedoch hat sich tatsächlich nichts mehr gekauft. Sogar ihre Joker hat sich noch. Sie repariert, verschenkt und mistet aus. Anna hat im Februar und Juni nichts gekauft. Regelmäßiges Konsum-Fasten und ein grundsätzlich kritisches, wertbasiertes Konsumverhalten findet sie wichtig. Qualität, Minimalismus, Wertschätzung. Klare Linien in Schubladen und Schränken stimmen sie glücklich! Dennoch, auf das feine Bambus-Schneidebrettchen, das aktuelle Debattenbuch und die neue Wohlfühlweste wollte sie einfach nicht verzichten. Sobald der Nutzen eines Gegenstandes für sie selbst passé ist oder etwas Notwendiges auch gebraucht seinen Zweck erfüllt, schwört sie auf Tausch- und Verkaufsplattformen im Internet. Weiterhin achten beide seit der Plastikdiät sehr darauf, Plastikverpackung und unnötigen Müll fast gänzlich zu vermeiden. Besonders Marktbesuche und Selbermachen helfen enorm. Außerdem haben beide grundsätzlich irgendwelche Beutel dabei und pflegen in der Küche eine gediegene Gläschen-Kultur. Die Vitamix-Leihgabe hilft Santa, Muß, Desserts und auch eher unbezähmbare Geschichten wie einen Avocadokerne im Smoothie gesund, nachhaltig und auch günstig zu verarbeiten. Anna macht mit dem Veganstar Soja- und Hafermilch selbst, was jede Menge Verpackung, und nebenbei auch Zucker und Geld spart. In Berlin wird Santa demnächst einen Freund mal beim Containern begleiten. Bisher hat sie es sich noch nicht getraut, aber sie will es sich mal wenigstens anschauen. Volksbildung sei das, meinte Valentin Thurn dazu im Interview. Ach, Anna ist immer noch hin und weg von allem, was Valentin Thurn zu diesen Themen in Filmen umsetzt. Und von ihrem Besuch einer Schnippeldisko. Mehr davon!

Ernährung:

Beide haben seit der veganen Challenge viel verändert. Anna war Vegetarierin, sagt aber, dass sie vor der veganen Challenge wahrscheinlich keinen einzigen Tag in ihrem Leben vegan gegessen hat. Santa war da schon etwas eher im Sinne unserer Vegan-Challenge unterwegs, aß jeodch 1-2 Mal pro Woche (und in den Ferien auch mal öfter) Fleisch. Auch schon vor den Challenges konsumierte sie fast nie Tropenfrüchte und hatte einen starken Hang zu regionalen, saisonalen und lokalen Produkten. Für Anna waren Bananen und Trauben zu jeder Jahreszeit vollkommen normal. Crazy, wie sich durch ein wenig mehr Bewusstsein für die Zusammenhänge dieser Welt auch einfach der Blick auf die Supermarkt-Auslage ändert. Ach ja, Santa und Anna haben regionale Märkte für sich entdeckt. Paris und Düsseldorf lassen diesbezüglich keine Wünsche offen! Anna hängt noch an ihem sonntäglichen Frühstücksei und an ein wenig Käse und Quark, aber grundsätzlich hat sie ihren Speiseplan extrem stark verändert. So ziemlich alles andere lässt sich für sie vegan viel besser genießen! Auch Santa ißt nur noch extrem selten Fleisch, und dann auch nur nach sehr vorsichtiger Auswahl. Ansonsten ist sie auch fast gänzlich dazu übergegangen, vegan zu essen. Was Santa am meisten aber verändert hat, ist, dass sie seit Bio on a Budget für sich Karottengrün und weiteres Abfallgrün entdeckt hat und ihre zwei Green Smoothies am Tag nur noch mit Abfallgrün oder selbstgeflückten Wildkräutern trinkt und sonst auch in Form von Pestos oder Salatbeilage verarbeitet.Aus Gemüseresten macht sie fast täglich Stephanies Gemüsebrühe. Santa liebt Resteverwertung und Müllvermeidung – hmmm, does that sound sexy? Well, she is married! D.h. auch der Kern von der Avocado, die sie sich ab und an mal gönnt, kommt dann mit in den Smoothie, was übrigens sehr gesund ist.

Reisen:

Richtigen Urlaub hat Santa nur einmal gemacht und das in einem Bio-Hotel am Bodensee mit Zuganreise. Allerdings reist sie wegen ihrer zwei Standorte: Norwich & Paris, plus Familie und Schwiegerfamilie und Nennfamilie in NRW und Bayern doch immer wieder. Sie verzichtet zwar gänzlich aufs Flugzeug aber sie reist. Sie versucht, ihre Reise gut zu koordinieren, dass sie nicht mehr fahren muss als nötig. Innerhalb von den jeweiligen Städten läuft sie meistens und greift nur selten auf öffentliche Verkehrsmittel zurück.  Sie hat kein Auto und fährt selten Auto oder Taxi. Anna war im Sauerland und auf Baltrum. Das passt zwar genau ins Konzept und ist ein wirklich guter Ansatz, aber nach fünf Jahren beruflicher Dauer-Weltreise hat sie ja auch leicht Reden… dennoch, sie plant auch ihren nächsten Urlaub nach Italien wieder mit der Bahn.
Beide Damen versuchen, auch außerhalb der eigenen vier Wände ihr Bestes zu tun. Dazu gehören jedoch auch Ausnahmen, wie die Milch im Kuchen als Gast zu akzeptieren und auch mal auf ein Taxi zurückzugreifen. Für Ausflüge sind sie mittlerweile bestens gewappnet mit Döschen voller Köstlichkeiten. Und auf Feiern bringen sie am liebsten selbst etwas veganes mit. Einfach um zu zeigen, wie lecker es ist! Beide haben großen Respekt vor Aussteiger-Modellen, Selbstversorgern oder auch Sandros Sustainhappility Reise und lassen sich davon gerne inspirieren. Anna baut jetzt auf ihrem Balkon Kräutern an… irgendwo beginnt jede Reise… und wie schon erwähnt, sammelt Santa, je nachdem, wo sie sich gerade befindet, selbst ihr Grünzeug oder fragt am Markt nach dem Restegrün.

Seit der Minimalismus Challenge ist auch viel passiert.  Webdiät – welch eine Vereinfachung. Ausmisten, Aufräumen – sowohl mentaler als auch praktischer Art. Man braucht soviel weniger, als man so denkt und schafft Platz. Zeit statt Zeug ist ein wichtiges Motto, das beide für sich beherzigen möchten und auch seit ihrer Meyerzeit mehr und mehr in ihr Leben integriert haben. NICHTS davon möchten wir missen – und haben gleichzeitig das Gefühl uns in die richtige Richtung zu entwickeln.  Genauso wie bei einer Diät ist klar, dass für jeden ein anderer Weg der Richtige ist um langfristig wichtige Prinzipien einzuhalten. Nicht zu unterschätzen ist die Notwendigkeit das individuelle Wohlbefinden zu stärken, wenn die Veränderungen beibehalten werden sollen. Schon ganz grundsätzlich ist es aber ein sehr, sehr gutes Gefühl, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und sich dabei gesünder, fitter und weniger widersprüchlich denn je zu fühlen. Und natürlich ist gerade erst Halbzeit! Wir sind also gespannt auf alles was kommen mag!!!

Wir hoffen, ihr seid auch weiterhin dabei!

Viele liebe Grüße

Santa und Anna

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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