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Meyer&Meyer fragen: Frau Bundeskanzerin und Umweltministerin, wieso besteuern wir unsere Plastiktüten eigentlich nicht?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, sehr geehrte Frau Bundesministerin für Umwelt, Frau Hendricks,

nachdem das Konzept der Plastiktütensteuer des EU-Umweltkommissars Potočniks auch bei uns in Deutschland für einige Furore sorgt, würde ich mich im Namen von „Meyer&Meyer“ sehr über Ihre Stellungnahme zu dieser Thematik freuen.

Ich möchte auch nicht mit Allgemeinplätzen Ihre Zeit bzw. die Ihrer Presse- oder Fachabteilung einnehmen, dennoch erstaunt es mich immer wieder, dass unser in so vielen Bereichen doch als Vorreiter geltende Deutschland hierbei nicht schon längst gehandelt hat. Wäre es Ihnen möglich, uns zu erklären, warum Deutschland noch nicht den Weg der Besteuerung von Plastiktüten zu beschreiten. Sie wissen bestimmt , dass wir mit ca. 65 (in einer anderen Quelle las ich 71) Tüten pro Kopf und Jahr weit unter unseren weiter östlichen Nachbarn Polen, der Slowakei und Ungarn liegen. Dennoch rangieren wir weit über Irland (18 T/K) und Dänemark (4 T/K), in denen es genau diese Steuer schon gibt. Da gäbe es doch sicher auch für uns Deutsche noch Potenzial?

Wichtig wäre auch, dass die ressourcenintensive Papiertüte, die zudem bei größeren Einkäufen in einfacher Form nicht standhält, nicht als kostenlose oder -günstige Alternative herhalten muss. Viel schöner wäre es doch, wenn wir uns ein wenig besser organisieren und einen Stoff- oder Jutebeutel mit uns tragen würden. Bei Vergessen müssten wir eben mehr zahlen. Die Plastiktüte ist ressourcen- und energieintensiv, nicht langlebig (selbst,wenn sie fünf Mal verwendet würde), verseucht unsere Meere und spielt eine Rolle bei der Klimaerwärmung, im Produktions- ebenso wie im Verbrennungsprozess. Ökonomisch ließen sich solche Besteuerungsmaßnahmen doch sicher als eine Form der Internalisierung negativer externer Effekte rechtfertigen oder begehe ich hier einen grundlegenden Denkfehler? Oder haben Sie dieses Thema etwa schon auf Ihrer Agenda?

Wir bei Meyer&Meyer würden gerne dazu anregen, dass sich die EU im Allgemeinen und Deutschland im Speziellen mehr für die Minimierung von Verpackungsmaterial aus Plastik stark machen würde und somit der Druck auf Produzenten erhöht würde, ihre Produkte angemessener zu verpacken. Dafür gibt es jede Menge Gesundheits- sowie Umweltgründe. Dazu werden wir bald auch die EU Kommission direkt kontaktieren.

Ich würde mich brennend dafür interessieren, wie Sie zu der Plastiktüte stehen und freue mich auf Ihre Antwort.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Ihre Santa Meyer-Nandi von Meyer&Meyer

P.S.: Eine kurze Einführung zu unserer Initiative: Santa Meyer-Nandi, EU Umweltrechlerin und Nachhaltigkeitsberaterin und Politologin Anna Katharina Meyer führen gemeinsam mit der Unterstützung des Think Tank 30 Deutschland des Club of Rome den „Meyer&Meyer: Finding Sustainia – Selbstversuch Nachhaltigkeit“. Mehr zu uns können Sie unter www.findingsustainia.com erfahren. Viel Freude beim Stöbern auf unserer Website!

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite „Die Nachhaltigkeitschallenge 2014„, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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