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Chat zum Sonntag, No. 7 – Meyer&Meyer

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15. Februar 2014, 12:34 – 14:20

Santa: Hallo Anna, ist es okay, auch schon heute zu chatten?
Anna: Wann immer Du magst! Busy morgen?
Santa: Jaa, besser gesagt, ab heute nachmittags. Auszeit als Valentinsnachgeschenk. Ich gehe heute allein ins Hotel, nur mit mir.
Anna: Was?
Santa: Ja, habe tatsächlich ein romantisches Date mit mir selbst. Exit Before System Overload.
Anna: Gestern mit Deinem Liebsten gefeiert und gleich noch ein Geschenk? Du nimmst den Valentinstag ja ziemlich genau!
Santa: Hihi- ja, ich bin unersättlich.
Anna: Und Deine Kleine?
Santa: Sie bleibt heute das erste Mal seit ihrer Geburt nur beim Vater… die beiden sind eh ein Team. Trotzdem, noch vor ein paar Wochen wäre ich mir selber sehr egoistisch vorgekommen, aber ich glaube, dass genau das hilft, im Leben großzügiger zu sein.
Anna: Klingt super! Bin gespannt was Du berichtest.


Valentinsüberraschungen

Santa: Lustig, aber wahr. Mein lieber Mann kam gestern aus Paris an und überreichte mir einen monströsen Blumenstrauß mit vieeel Verpackung und Rosen. Er ist schon schön, aber dass er unbedingt nach unseren Artikel kommt…
Anna: Unbelievable!!!
Santa: Aber jetzt erzähl mal von dir. Wie war‘s gestern?
Anna: Muss gerade so über den Blumenstrauß lachen. Grüß Deinen Mann mal von meinem Freund, der letztens meinte: Ich werde ein Buch schreiben mit dem Titel “Wie ich dass Geld verprasse, das meine Freundin spart, indem sie kein Zeug kauft.“
Santa: Lustige Idee!  Aber wehe, unsere First Meyer Ladies oder besser Gents investieren in nicht nachhaltige Lösungen. Sie sind ja jetzt auch quasi repräsentativ unterwegs.
Anna: Genau, damit wären wir schnell beim sogenannten Rebound-Effekt. Fahrrad fahren, Benzin sparen und dann ab nach Fuerte mit der Kohle.
Santa: Ja, das ist wirklich gefährlich.
Anna: Mir ist das ziemlich genauso schon mal passiert. Immer schön gepredigt, dass man das Auto doch mal stehen lassen solle. Und dann über Silvester nach Istanbul gejettet. Ojeee… Hab zwar mit Atmosfair kompensiert, aber ein schlechtes Gefühl hatte ich trotzdem.

Zeit-Kompensationen

Anna: Du meintest, dass Du Dir vor einiger Zeit noch egoistisch vorgekommen wärst, einfach in ein Hotel „abzuhauen“. Was hat sich denn verändert?
Santa: Ich würde fast behaupten, ich verdanke die Entwicklung unseren Projekt?
Anna: In wiefern?
Santa: Ich habe auch schon vorher versucht, immer wieder dafür zu sorgen, Zeit zu haben. Ich habe eine regelmäßige und flexible Babysitterin, eine Putzfrau…überhaupt lasse ich mir viel helfen und versuche, die Zeit dann mit meinen Lieben zu nutzen… das war immer so mein Konzept. Aber jetzt, mit der Zeit, die wir uns für Reflektion und das Hinterfragen von Mustern nehmen… frage ich mich: Wo bin ich minus Andere? Eigentlich bin ich immer schon eher eine Eigenbrötlerin gewesen und diese Seite an mir muss ich mehr leben. Und mir schicke Kleidchen zu kaufen war wohl auch ein Teil Kompensation. Seitdem das in diesem Monat wegfällt und ich zudem immer mehr Freizeit unserem Projekt widme, denke ich mehr an mich und was ich brauche, um nicht an meine Grenzen zu kommen. Ich frage mich halt, genau wie Du wahrscheinlich, was ich wirklich brauche.

Philosophie des Alltags

Anna: Ja, das Gefühl, dass fast nichts so sein muss wie es ist, sondern dass wir viel gestalten können, ist eine große Bereicherung. Wahrscheinlich bin ich auch deshalb Politologin geworden. Um Gestaltungsprozesse zu analysieren. Mittlerweile merke ich nur, dass ich weg von der neutralen Analytikerin immer mehr auch meine Meinung einbringen will. Also, vielleicht führt mich dieser Weg ja auch noch in die richtige Politik… we’ll see.
Santa: Als Mutter hat man allerdings vieles dann doch einfach nicht in der Hand…es lehrt einem viel über sich. Und auch Bescheidenheit, aber es ist immer wieder grenzwertig.
Anna: Das glaube ich sofort. Ich stelle mir auch vor, dass man mit Kindern nur so schwer noch zur Ruhe kommt. Obwohl ich mir vornehme viel vorzulesen. In einer gemütlichen Leseecke. Das beruhigt. Aber wer weiß ob meine Kinder das nicht todlangweilig finden werden und Rabatz machen….
Santa: Meine findet’s richtig öde. Ich laufe viel mit ihr ohne Kinderwagen durch die Gegend und lass sie die Richtung angeben. Das dauert zwar alles ewig, aber dadurch, dass ich mir auch immer wieder helfen lasse, mache ich das auch richtig gerne.
Anna: Ja, lieber eine coole Safari mit Mama durch den Urban Jungle und dann drei Stunden Nanny als eine Mom, die zieht und zerrt.
Santa: Ganz meine Einstellung. Es gibt so Fulltime Mommies, die immer kochen, putzen und alles machen… manchmal wünschte ich natürlich, dass ich mehr Kapazitäten hätte, aber ich glaube, dass unser Kompromiss für alle ganz gut klappt.
Anna: Aber das kann sich natürlich nicht jeder leisten. Und früher, da gab’s nur Fulltime Mommies. Heute ist alles etwas komplizierter. Ich hab ja noch keine Erfahrung, aber im Grund gibt’s sicher für jeden Geschmack eine einigermaßen gute Balance. Obwohl es besonders für Alleinerziehende schon nochmal viel schwieriger ist…
Santa: Auf jeden Fall… aber ich glaube ganz stark, dass es kreative Lösungen gibt. Es gibt ja auch richtig gute Kommunen… das wäre zwar für mich nicht das Richtige, aber man muss einfach für sich suchen. Und wenn man das Geld hat, dann sollte man es weniger für Gadgets und mehr für Zeit ausgeben.
Santa: Ich hab mal einen lustigen Satz gelesen: Only one of us can look good: the house or me. Es geht ja nicht nur ums Äußere, aber man braucht Momente für sich, in denen man sich um sich kümmern muss, sonst verliert man sich und ich glaube viele werden dann sehr ängstlich und geben ihren Lieben kaum Freiheiten…
Anna: Ah, jetzt hab ich dein Großzügigkeitsargument vom Anfang auch verstanden.
Santa: Haha – war ich mal wieder diffus? :-)
Anna: Nein, ich hab nur etwas länger gebraucht… Allzu gemütlich unser Chat… mit einen guten Kaffee auf dem Sofa.
Santa: Die Regel ist sooo einfach. Opfere dich nicht ständig auf… denn in irgendeiner Weise erwartest du doch auch eine Gegenleistung – und das ist nicht gesund.
Santa: Sorry – ich habe heute einen philosophischen und wirklich schönen Tag! Auch auch auf dem Sofa unter einer großen Decke. Draußen windet’s und gleichzeitig scheint die Sonne.
Anna: Same here!
Santa: Da wird einem doch philosophisch zu Mute, oder?
Anna: Stimmt. Und ich freue mich, dass wir schon zu so intensiven Erfahrungen gekommen sind. Nach so kurzer Zeit eigentlich. Was wird wohl bis Dezember aus uns?
Santa: Ich habe keine Ahnung. Es ist auf jeden Fall mindblowing und super inspirierend.

Verzicht
Anna: Weißt Du was? Ich brauche mittlerweile Zeug hoch drei, aber ich bin eisern.
Santa: Echt? Was brauchst du den?
Anna: Fahrradlampe, Knieschoner und ein Handykabel.
Santa: Oh nein! Schon mal bei ebay Kleinanzeigen geschaut? Vielleicht tauschen die ja gegen etwas, was du hast? Oder du fragst good matters.
Anna: Ich müsste mir Zeit nehmen nach guten, gebrauchten Sachen zu schauen. Aber dann bin ich doch irgendwie faul und denke, der März kommt bestimmt. Not good…
Anna: Genau das ist aber auch eine Lehre aus dem neuen Arte Film “Weniger ist mehr”: weniger Arbeit, mehr Zeit für nachhaltigen Konsum, weniger Kosten.
Santa: Das ist wirklich sinnvoll.
Anna: Ach ja, und eine weitere Lehre aus dem Film passt gerade auch zum Thema: Nachhaltige Konsummuster lassen sich zwar erlernen, müssen aber auch geübt werden. Denn an Bücher und DVDs komme ich zum Beispiel ganz leicht: Weil ich Tauschticket mittlerweile so selbstverständlich nutze.
Santa: Ja, mit ein wenig Muße findet man schon gute Lösungen. Es gibt für vieles Alternativen. Richtig schmerzhaft verzichten muss ich selten bis nie…
Santa: Machst du eigentlich bei fairschenk’s von interact mit? Ich möchte unbedingt mal mehr über diese Aktion erfahren.
Anna: Ich schau’s mir mal an.
Santa: Die Veranstaltung ist am 28. Februar und da würden auch z.B. Stephanies Kein Zeug-Ideen super sein. Oder man verschenkt Sachen, die man hat und über die sich andere mehr freuen würden.

Sachzwänge
Santa: Weißt du, ich wohne ja auf sehr kleinem Raum, aber auch das hat etwas für sich. Mal davon abgesehen, was man so an Energie und Miete spart. Je mehr Eigentum und Zeug man ansammelt, umso unfreier ist man.
Anna: Oh ja, und noch extremer wird’s wenn es um Verpflichtungen geht, zum Beispiel für ein eigenes Haus. Wenn man Arbeitszeit nicht reduzieren kann, weil der Kredit abbezahlt werden muss. Oder der Partner, der mehr verdient automatisch derjenige ist, der mehr arbeiten muss, weil es das Familieneinkommen steigert.
Anna: Naja, eigentlich können wir darüber nicht urteilten und sagen: Eine kleine Wohnung und ein selbstbestimmtes leben seien besser als ein großes Haus mit allen Verpflichtungen. Es ist nur wichtig, sich die Dinge bewusst zu machen.
Santa: Ja, wieso lässt man sich immer so leicht gefangen nehmen? Gestresst und spät nach Hause kommen, seine Kinder nicht sehen und vor dem Flatscreen einschlafen? Wir haben bewusst keinen Fernseher und holen uns Entertainment draußen, indem wir ab und zu ins Kino, Konzert oder Essen gehen. So ist das auch mit den kleinen Wohnungen kein Problem. Und auch beim Reisen finde ich es so viel netter, mit einem kleinen Koffer loszuziehen in ein schönes Hotel, aber ohne dieses ganze all-inclusive und Entertainment pur Gedöns… und dann noch so gar nichts von den Menschen und der Gegend zu erfahren…
Anna: Genau, war auch noch nie all-inclusive unterwegs und habe keinen Fernseher. Aber die Hälfte meines Freundeskreises würde nicht freiwillig mit mir tauschen wollen. Vielleicht sollten wir unsere Leser warnen vor unserer Hobbyphilosophie?
Santa: Gut, seid hiermit gewarnt! Wir reden nur darüber, was gut für uns ist…
Santa: Oder vielmehr sollten wir nur darüber reden, was gut für uns ist…

Lost in time
Santa: Und jetzt habe ich doch glatt vergessen, dass ich meine Freundin treffe. Oh, oh!  I need to run. Es war wirklich schön mit dir! Haben uns richtig verquatscht. Am Montag bin ich wieder back to business. Jetzt bin ich nur noch… who knows.
Anna: Enjoooooooyyyyyy!!!
Santa: Merci!

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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