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Liebes Tagebuch- Meyer&Meyer: Santa und Escape Before System Overload

Liebes Tagebuch,

ui jui, ich gestehe, mir ging’s letztens mal nicht mehr so gut. Kennst du das, wenn man sooo müde, so gehetzt ist, dass man schon an den nächsten To-Do Punkt oder Termin denkt und gar nicht im Moment selber ankommen kann? Liebes Tagebuch, genau an diesem Punkt war ich letzte Woche. Mann in Paris, Kind schlief nicht und ich so sehr an der Grenze, dass ich Kind, Projekt, Freunde, Mann…. naja, allem und jedem eigentlich nur noch halbherzig begegnen konnte. Als mich dann eine Nachbarin fragte, ob ich ihr Kind hüten könnte, sagte ich zwar ja, aber fühlte ein großes S.O.S-schreiendes „Nein, nein, nein, nein!“. So gefiel ich mir gar nicht. Ich bin doch eigentlich froh und munter und helfe gerne aus. Überhaupt muss ich doch dankbar sein, ich habe doch so viel Glück und so viel Hilfe und, und, und. Naja, mit mir selbst konnte ich kein noch so rationales Gespräch führen. Ich war einfach überlastet. Punkt aus Ende, oder? Nein, nein, nein. Das muss ich doch besser können. Nur wie? Shopping keine Alternative, Essen gehen, najaaaaa, auch nicht so toll. Freunde treffen, hmmmm, nett, aber irgendwie auch nicht das Richtige. Also: how could I escape before my system is overloaded!?

Santa, du bist doch kreativ und naja, du bist doch gerne gut zu dir. Streng dein Hirn an… und? Und? Simsalabim und der Gedanke kam: Ich gehe ins Hotel. Allein mit mir, nur mit mir. Ich Genius! So simple! Naja, so einfach, dass ich darauf bisher nicht gekommen bin.  Es wäre mir vorher auch fast unmoralisch vorkommen.  Was ist, wenn…? Ich trug mein Proposal vor. Mann in Paris gab „okay“ und schlug direkt zwei Nächte vor. Great guy! Pause, Pause, Pause – von all meinen diversen Rollen, inklusive Rechten und Pflichten. So far so good – in terms of theory!

Das Wochenende nach Valentinstag durfte ich also in ein Hotel, nur 4 Min. zu Fuß von zu Hause entfernt – just in case, you know? Ab Samstag mittags sollte ich also nicht mehr Santa + X sein, sondern einfach mal Santa, PLAIN. Boring, silly and probably not very entertaining.  Seitdem mir der Gedanke mit dem Tag allein in den Kopf geschossen kam, war ich selig. Einfach mal den Tag mit süßem Nichtstun verbringen? – Himmlisch! Schon im Vorfeld freute ich mich wie ein Kind auf Weihnachten. Aber aber, am Samstag wollte ich mich auf einmal nicht mehr von meiner Familie trennen. Ich tat es trotzdem – ich wurde aus der Wohnung geschoben. Also ging ich. Im Hotel lag ich erst einmal zwei Stunden auf dem Bett mit meinem Buch, bevor es dann zum Abendessen ging. Ich hatte mir so einiges vorgestellt. Dass ich vielleicht in einer Tanzbar lande oder irgendetwas Verrücktes mache. Es lief aber alles ganz unspektakulär ab und drehte sich um Zeit mit einem guten Buch, gutem Essen, gutem Schlaf und auch noch gutem Wetter. Beim Herumspazieren entdeckte ich wieder meine Liebe zu Details und photografierte wieder, diesmal, was sich so in Mauervorsprüngen abspielt. Kein Ereignis, keine Aufregung, einfach Mauervorsprünge. Naja, das Ergebnis habt ihr ja schon in meiner „Grün ist die Farbe der Liebe“ Photoreihe sehen dürfen.

Ich glaube, ich war selten so glücklich und so zufrieden. Mir kam wirklich jede Sekunde unheimlich kostbar vor. Eigentlich hatte ich geplant, nur eine Nacht zu bleiben, aber ich griff dann doch das Angebot meines Mannes auf und machte daraus zwei, vor allem weil ich merkte, dass die, also meine kleine familiäre Welt sich auch prima ohne mich weiterdreht, ja sogar besser. Ich bin also doch abdinglich. Gut! Als ich dann am Montag aufwachte, konnte ich gar nicht mehr warten, zum ausgemachten Treffpunkt zu gehen, sondern eilte schnurstracks heim. Und seitdem? Die ganze Woche schon genieße ich das alles, also meine Pflichten und Rechte wie nie zuvor. Irgendwie ist meine Perspektive eine andere und ich muss auch sagen, dass ich mich sehr dankbar fühle, dass ich mir diese Auszeit ohne Vorwürfe gönnen durfte. Nach dem Wochenende war ich – neben vielen Aktivitäten mit Tochter und als Meyer – allein im Kino, Tanzen in einer Bluesbar, Essen, mal allein, mal mit Mann und Freunden. Ich werde versuchen, wenn ich kann, 1-2 Stunden am Tag etwas Schönes zu machen. Das geht nicht immer, klar! Aber so kann ich wie Frederick die Maus (Kinderbuch von Leo Lionni) Energie für später sammeln. Kleiner Crashkurs für mich in Sachen innerer Nachhaltigkeit.

Am Montag bei einer Spielgruppe hörte ich wie so viele Mütter den Mangel an Kreativität ihrer Partner am Valentinstag und überhaupt kritisierten. Einige schenkten ihren Partnern bewusst nichts, weil sie wussten, dass sie auch nichts kriegen würden. Wir Menschen sind oft am Limit, mit unseren psychischen und physischen Kräften – ob als Eltern oder im Beruf. Wie schafft man es im Beruf total auf Draht zu sein und wenig später dann wieder die Ruhe selbst mit sich und seinen Kindern/Liebsten? Not easy! Was mir aber ganz klar wurde, ist, dass ich mich grosszügiger fühle, wenn ich mich geschätzt und ernst genommen fühle und mir auch mal Dinge gönne(n darf), bei denen ich fühle, dass ich eine gewisse Grenze stretche. Vielleicht gilt das für die meisten Menschen auch? I don’t know. Was ich aber auf jeden Fall empfinde: Zeit ist ein sehr kostbares Geschenk… danke, Welt, du bist so schön!

Eure Santa

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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