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Nachhaltige Bausteine für Klein und Groß – Interview mit Hannes und Stefan von Bioblo

Lego forscht noch danach. Die drei Jungs von Bioblo haben sie schon: Nachhaltige Bausteine aus Holz und Bio-Kunststoff. Bauspaß für Klein und Groß ist hier garantiert. Wir haben es selbst ausprobiert. Im Interview erfahrt ihr, wie die Idee zu Bioblo entstanden ist und woraus die bunten Steine genau gemacht sind.

bioblo Team

Lieber Stefan, lieber Hannes,

danke, dass ihr euch unseren Fragen stellt. Erst einmal kann ich nur bestätigen, dass es sich super und stundenlang mit euren Bioblos spielen lässt…

Danke! Wir spielen selbst recht oft und intensiv damit….

Wer sind die schlauen Köpfe hinter Bioblo? Wie kamt ihr darauf, Bioblo Steine zu entwickeln? Was macht sie besonders?

Mein Partner und Mitgründer Hannes Frech hat den Baustein ursprünglich für seine Tochter erfunden – das ist jetzt schon ein paar Jahre her. Als Technikumsleiter am Institut für Naturstofftechnik der Universität für Bodenkultur beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit der Frage, durch welche natürlichen Materialien man Kunststoffe ersetzen bzw. ergänzen kann. Da lag es für ihn nahe, auch mal privat ein wenig zu experimentieren….wobei er sich dann nie so richtig über ein Vermarktungskonzept für den Baustein Gedanken gemacht hat. Dazu kam es erst vor rund 1 Jahr, als Hannes und ich uns über den Weg gelaufen sind. Ich komme aus dem Marketing und habe da gleich recht großes Potenzial gesehen.
Ja, und dann gibt es da noch unseren Designer Dietmar Kreil, der den Bioblos ihren unverwechselbaren optischen Auftritt verpasst hat.

panorama600

Welche Materialien verwendet ihr für eure Steine? Werdet gerne konkret. Während ich mich für den Spielspaß verbürgen kann, macht der Bestandteil Bioplastik  mich doch ein wenig unsicher, auch wenn es natürlich erst einmal gut klingt, dass ihr kein Erdöl verwendet. Warum verwendet ihr nicht nur Holz, sondern habt euch für einen Bioplastik Anteil auf Zuckerohrbasis entschieden?

Es war von Anfang an unser Ziel, einen Spiel- und Konstruktionsstein zu entwickeln, der optisch unverwechselbar ist und sich von allen anderen am Markt befindlichen Bausteinen abhebt. Die Möglichkeiten, mit Holz ein solches Design zu realisieren, waren schnell erschöpft. Keinesfalls aber wollten wir das x-te Plastikspielzeug aus fossilen Rohstoffen herstellen – und so fiel die Wahl des Materials auf Fasal BIO, einen erdölfreien Werkstoff aus rund 55% Holz und 45% Biokunststoff auf Zuckerrohrbasis. Die dadurch realisierbare durchbrochene Wabenform der Steine beflügelt nicht nur die Fantasie der Kinder, sondern eröffnet auch völlig neue Möglichkeiten, die mit geschlossenen Holzbausteinen bisher nicht existiert haben. So lassen sich Bioblo-Türme beispielsweise von Innen beleuchten, die Wabenform erzeugt dabei spannende Licht- und Schatteneffekte. Oder man kann die Waben benutzen, um Seifenblasen damit zu machen.
Aber zurück zum Biokunststoff: Warum auf Basis von Zuckerrohr? Weil das der einzige in großen Mengen verfügbare Biokunststoff weltweit ist, der einerseits die notwendigen Eigenschaften aufweist, um ein langlebiges, hochqualitatives Spielzeug daraus herzustellen, und andererseits einen Preis hat, der auch für ein „leistbares“ Spielzeug geeignet ist.

Worin besteht euer Bioplastik Anteil genau?

Der Biokunststoff ist der thermoplastische Kleber, der die feinen Holzspäne zusammenhält und die Bioblos wasserfest bzw. beständig gegen Umwelteinflüsse macht. Wir kaufen ihn zu, vermischen ihn mit den Holzspänen – diese stammen von heimischen Fichten und Tannen aus PEFC-zertifizierter Waldbewirtschaftung – und machen dann im Spritzgussverfahren die Bioblos daraus.

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Hmmm, das klingt erst einmal gut. Nun zum Stichwort Kleber: Wie bringt ihr ihn dazu, zusammenzuhalten? Ist hier Zucker die Basis für die Milchsäurebakterien-Version von Bioplastik? Wie geht ihr sicher, dass dieser gesundheitlich unbedenklich ist?

Dafür gibt es Zertifikate des Herstellers. Der Biokunststoff hat eine Zulassung z. B. für die Verpackung von Lebensmitteln, ist 100% BPA-frei und enthält auch sonst keinerlei Phthalate (Weichmacher) und künstliche Zusatzstoffe.

Kann man eure Bioblos unbedenklich in den Mund nehmen?

Na klar! Das ist ja auch oft das Missverständnis, dass viele Leute denken, Bioblos seien biologisch abbaubar….sind sie natürlich nicht! Denn das hieße ja dann auch, dass sie unter dem Einfluss von Feuchtigkeit bzw. Flüssigkeit zerfallen könnten. Und das will man natürlich von seinem Spielzeug eigentlich nicht. Man will es ja – wie du richtig sagst – zum Beispiel in den Mund nehmen können.

Und sind sie waschbar und hitzebeständig?

Wir empfehlen, Bioblos in Seifenlauge zu waschen – das klappt problemlos. Wie es genau mit der Waschmaschine aussieht, müssen wir noch empirisch ergründen. Bis dahin bleibt es bei unserer Empfehlung.

Weiterhin bietet ihr eure Bioblos in schönen Farben an. Was für Farben wählt ihr und wie geht ihr sicher, dass es sich auch hier um gesundheitlich unbedenkliche Farben handelt?

Auch hier gibt es Zertifikate des Herstellers, die über die exakte Zusammensetzung der Farbgranulate Auskunft geben. Darüber hinaus haben wir extra noch eine 3-teilige Prüfung gemäß der Spielzeugrichtlinie EN 71 beim TÜV durchführen lassen. Teil 1 prüft die mechanischen Eigenschaften, Teil 2 testet die Entflammbarkeit, und Teil 3 analysiert die chemische Zusammensetzung. Die absolute Unbedenklichkeit unseres Spielzeugs und die Gesundheit der Kinder stehen natürlich immer absolut im Vordergrund.

Wurfspiel

Wo stellt ihr eure Bioblos her?

In Niederösterreich, ganz konkret: Tulln an der Donau.

Was sind eure Qualitätssicherungs- und Sozial-Standards?

Was die Qualitätssicherung betrifft, so gibt es noch kein institutionalisiertes Prozedere. Dafür ist unsere Produktion ja noch viel zu klein. Der Hannes überwacht alles höchstpersönlich, sprich: Qualität ist bei uns Chefsache ;-)
Es ist uns schon ein Anliegen, eine regionale Wertschöpfung zu erzielen. Deshalb produzieren wir auch in Österreich, obwohl das auf Dauer natürlich sehr kostspielig ist. Vielleicht wird man die Produktion irgendwann einmal in eines der östlichen Nachbarländer verlagern müssen … aber der sonst so übliche Weg nach Fernost käme uns definitiv nicht in den Sinn.

Stehen weitere Projekte bzw. Spielzeuge am Horizont?

Wir haben einige Erweiterungen der Bioblos im Kopf, wollen aber noch nicht zu viel darüber verraten! Eines können wir versprechen: 2016 wird ein spannendes Bioblo-Jahr!

Herzlichen Dank für eure Zeit und den Einblick in die Bioblo-Welt. Nachhaltige Spielsteine zu entwickeln scheint ein ganz schön komplexes Thema zu sein. Wir haben nach der vielen Theorie jedenfalls richtig Lust bekommen, loszubauen. Also her mit den Bioblos!

bioblo Carry Box

Möchtest du den Spielspaß von Bioblo auch einmal ausprobieren oder kennst du jemand, der sich darüber bestimmt riesig freuen würde? Dann mach mit bei unserer SpendenAUKTION und ersteigere eine bioblo Carry Box mit 204 Bioblos in vielen Farben. Hier geht es zum Bieten.

 

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Weitere Infos und jede Menge Interaktion findet ihr auf unserer Facebookseite “Finding Sustainia“ und bei Twitter unter@Finding_S.Wir freuen uns auch, wenn ihr euch in der rechten Spalte unseres Blogs für unseren Newsletter anmeldet. So bleiben wir gut verbunden.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. TOLL – die Bausteine sind bei den Kindern unserer Grundschule der absolute Hit. Unser neuer Förderverein kaufte verschiedene Spielzeuge für drinnen und draussen und darunter eine Kiste bioblo’s und sind sind einfach Spitze – jeden Tag im Einsatz und heißbegehrt, da eine Kiste für kreative Bauwerke und 70 Kids nicht sooo viel ist.
    Wir denken über eine Erweiterung des Bioblo-Bestandes nach und können sie nur weiterempfehlen – für groß und klein.

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  2. Hey, great! Solche Steine brauche ich! Bioplastik finde ich sonst ein wenig scary, aber hier bin ich konvertiert! Merci!

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  3. Werde mitbieten! Mich habt ihr überzeugt. Echt gut, wenn jemand mit Hintergrundwissen Rückfragen stellt. Unsereiner ist da eher verunsichert…

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  4. Hey, Lego kann sich da wirklich eine Scheibe abschneiden. Sympathisches Interview! Werde ich mir merken!

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