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Alles hängt mit allem zusammen: Sieben Voraussetzungen für eine bessere Welt

Wir sind tief betroffen und möchten all jenen unser Mitgefühl aussprechen, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Die letzten Tage waren schrecklich und wir sind uns sicher, dass man nicht wie Santa in Paris leben muss, um sich dem Terror sehr nah zu fühlen. Erst bangten wir mit Diana aus unserem Team um ihre in Beirut lebenden Eltern, Geschwister, Tanten und Onkel. Am nächsten Tag dann Paris.

Am Wochenende dann viele Gedanken, Diskussionen… Naja, Euch ging es wahrscheinlich nicht anders.

Unter vielen hat uns ein Beitrag von Andrea Böhm in der ZEIT sehr gut gefallen: “Wir sind alle Beirut”. Tatsächlich sollten wir uns fragen, ob wir nicht auch alle Kafranbel* sind. Denn alles hängt mit allem zusammen!

*Kanfranbel setzt sich als selbstverwaltete Stadt in Syrien dem IS-Regime sowie Assad entgegen und ist an jedem einzelnen Tag systematischem Terror ausgesetzt.

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Eigentlich hatten wir für heute einen anderen Beitrag vorgesehen.

Bevor wir uns aber wieder unseren altbewährten Themen widmen können, möchten wir einen Beitrag von Beginn diesen Jahres hervorholen und gerne mit Euch diskutieren. Außerdem die folgenden Worte von Santa, die sie gestern bei Facebook gepostet hat. Wir freuen uns darauf, mit Euch ins Gespräch zu kommen.

Let us not support right wing xenophobics in portraying all Muslims as Islamists! By doing this, we also loose those we need to cooperate with and stand strongly united with against this war that has no borders, boundaries or even a strategy to apply to. I totally understand that some of us may feel uneasy when we see a young muslim with beard but we must bear in mind it is a crazy minority that we should not support! That it is actually a part of the success story of Islamists to alienate us and create mental borders where there shouldn’t be any.
It must be very hard to be identified by the doing of crazy people who are acting in the name of a common religion, being looked at with dubious eyes and fear. These terrorists do not only manage to make us fearful – but also hateful towards those who can be our strongest allies, i.e. the majority of peaceful integrated Muslims who can help us protect weak and young targets from doing terrible mistakes. Just imagine how you would feel if people looked at you in this way without your doing anything? Have you seen the hashtag ‪#‎MuslimsStandWithParis‬? That’s the way to go and to support!
My thoughts are with the beloved ones of the victims from various attacks, all of us who feel anxious – and also Muslims who are – next to fearing their lives just as we do – also need to justify their very existence. We cannot win against people willing to blow themselves up. My gut feeling is that the only road towards terrorism is to build bridges, build up infrastructure as opposed to bombing places.
Much love from Paris!
p.s. Have you read Franz Dietrich’s paper on “Anti-terrorism policies and the risk of provoking”?

 

Und hier unser Text von Januar diesen Jahres. All das, was wir damals geschrieben haben, erscheint uns heute umso aktueller.

 

Unruhige Zeiten – in denen wir einen Beitrag leisten wollen

Santa und Anna besinnen sich. Das jedenfalls haben wir uns für diesen Monat vorgenommen. Nach einem Jahr Non-Stop-Selbstversuch haben wir das Bedürfnis, das Geschehene nicht nur zu reflektieren, sondern gute Ideen für eine Fortsetzung zu sammeln.

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Doch während wir gerade unser Schneckenhaus beziehen und zu Reflektions-Mantras ansetzen wollten, passierte etwas, das niemanden so richtig kalt lassen konnte: PEGIDA gewann unfassbarer Weise an Zulauf und in Paris machte sich Terror breit. Zuerst waren wir einfach nur erschrocken, dann waren viele von uns Charlie, dann folgten sehr, sehr unterschiedliche Analysen und mittlerweile mehren sich die Artikel derer, die uns das vorschnelle Charlie-sein wieder in Abrede stellen. Eins ist jedoch sicher: Wir sind auf die Straße gegangen. Eigentlich absurd. Schließlich war das komplette letzte Jahr gezeichnet von politischen Dramen, kollektiven Schicksalen und globalen Schreckensmeldungen. Vielleicht haben die neuesten Ereignisse das Fass einfach zum Überlaufen gebracht. Ehrlich gesagt, wir haben uns im letzten Jahr allzu oft gefragt, ob unsere große Motivation wirklich an der richtigen Stelle wirkt. Blog Aktivitäten und Selbstversuch, hin oder her… Wir haben Freunde, die in Dadaab, in einem der größten Flüchtlingslager der Welt arbeiten und andere, die in Indien und im Irak zur Demokratieförderung beitragen. Wir kennen Leute, die Therapien für Traumapatienten anbieten, und, und, und… Ist es in einer solchen Zeit überhaupt angemessen über Ernährung, Ressourcenverbrauch und gesundheitliche Aspekte von Plastik zu schreiben?

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Mmmhhh, schwierige Frage – wichtig ist wahrscheinlich jedes Thema. Auch wenn die gesellschaftliche Relevanz variiert. Und dummer, dummer Weise haben wir alle nur ein begrenztes Zeitkontingent zur Verfügung. Eins wissen wir: unser Herz schlägt nachhaltig. Aber das kann so ziemlich alles bedeuten. Auf der anderen Seite sparen wir Zeit, indem wir uns nicht mit Schafshoden à la Dschungelcamp oder ähnlichem beschäftigen. Hat man nämlich die Wahl zwischen Schafshoden und der Auseinandersetzung mit Umweltthemen, fällt die Entscheidung doch wieder leichter. Woran aber sollen wir uns orientieren? Und wie steht es um unsere geliebten DIY-Aktivitäten im stillen Kämmerlein, wenn wir dieselbe Zeit auch nutzen könnten um Petitionen zu starten, Integrationsprojekte in unserer Stadt zu unterstützen oder einer Partei beizutreten. DIFFICULT!

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Mensch Meyer! Oder wie sagt man so schön?
Wie beantworten wir all diese Fragen und was machen wir mit dem angebrochenen Jahr in derart unruhigen Zeiten? Bevor wir an dieser Stelle eine Antwort geben können, beginnen wir uns in Mini-Schritten dem „Untersuchungsgegenstand WELT-VERBESSERN für Anfänger“ zu nähern.

Bevor wir also auf Inhalte eingehen, haben wir 7 Voraussetzungen identifiziert, um im kommenden Jahr motiviert und erfolgreich zu sein:

1. Ein inspirierendes Umfeld. Wir wollen aktiv werden. Oder sagen wir besser: bleiben! Wir wollen unsere Stärken einbringen. Und wir wollen, dass Gutes daraus entsteht. Motivation alleine reicht jedoch nicht aus. Es macht einen Unterschied, ob wir mit einem fruchtbaren Samen durch die Wüste wandeln oder durch Landstriche ziehen, in denen Milch und Honig fließen. Was wir damit meinen? Das dritte Treffen mit alten Freundinnen, die sich über das Wetter ärgern oder Dschungelcamp-Protagonisten verspotten, sagen wir in Zukunft ab. Lie-ber rufen wir die ehemalige Kollegin an, die uns damals so beeindruckte. Oder wir starten einen Twitter-Chat zu jener Frage, die uns seit Wochen beschäftigt. Wir wollen diesbezüglich noch ein wenig konsequenter werden. Also: Rock on – inspiration by people! Ohne Euch geht GAR nichts.

2. Freiräume. Während unseres „Slow-Monats“ haben wir gelernt, abzuschalten, nicht immer erreichbar zu sein und unsere geliebten To-Do-Listen auch mal zur Seite zu legen. Grundsätzlich sind wir beide extrem aktiv, aber uns ist bewusst, dass ein freier Geist notwendig ist, um auf gute Ideen zu kommen. Im letzten Jahr gab es Wochen, die uns eindeutig zu voll waren. Wir wollen also darauf achten, uns echte Freiräume für Geist und Seele zu schaffen – mit der Konsequenz, dass wir zwischenzeitlich weniger präsent sind und nicht jedes tolle Angebot annehmen können. Auch inhaltlich wollen wir unser breites Themenfeld nicht eingrenzen. Dabei werden wir nicht beliebig, keine Sorge. Langfristig wird von diesem guten Vorsatz die Qualität unseres Blogs und mit Sicherheit auch unsere Lebensqualität profitieren.

3. Ein kritischer Geist. Ohne wird es einfach nicht gehen. Denn auch, wenn wir uns nach einer heilen Welt und einer guten Zukunft für alle sehnen, wissen wir, dass jeder zu seinen Lebzeiten genau daran arbeiten muss. Wir möchten uns verantwortlich fühlen für unser Handeln und unseren Konsum. Alleine dieser Wunsch macht deutlich, dass es nicht ausreicht, innere Nachhaltigkeit durch Yoga oder ähnliches zu erreichen. Und es reicht genauso wenig, einfach nur kritisch zu sein. Wir müssen da raus. Wir müssen uns artikulieren oder Aktionen starten. Doch zu welchen Themen? Auch wenn die Welt um uns herum aktuell vor allem soziale Herausforderungen hervorbringt, glauben wir, dass unser fachlicher Hintergrund uns einfach für Umweltthemen prädestiniert. Wir haben schon einiges an Wissen und Erfahrungen gewinnen können und möchten genau das weitergeben. Also: kein neues Grundthema. Auch wenn’s schwerfällt. Wir müssen versuchen, eingefahrene Strukturen unseres Konsums aufzubrechen, wir müssen unsere Umwelt zu einem größeren Parameter der Wirtschaft werden lassen, Externalitäten einpreisen, rechtliche Grenzen einfordern und gute Beispiele benennen! Und was wir müssen, müssen wir wohl…

4. Optimismus. Können wir wirklich etwas erreichen? Wirkt sich nicht all unser Handeln im weitesten Sinne negativ auf die Umwelt aus? Und können wir soziale Bedingungen in der Ferne überhaupt beeinflussen? Sollte ich es nicht ganz bleiben lassen, wenn ich eh nicht konsequent sein kann? Und ist nicht das Handeln jedes Einzelnen ein Tropfen auf den heißen Stein? Oder mindestens das, was wir hier in Deutschland machen? In China spielt doch die Musik und unser Verhalten ist einfach vollkommen unerheblich… Auch wir sind nicht frei von solchen Zweifeln – wichtig ist, dass der Optimismus immer und immer und immer wieder siegt!

5. Wachstum. Wir wollen wachsen an dem, was wir tun. Wir wollen uns nicht mit dem zufrie-den geben, was wir bereits wissen und können. Wir wollen mehr! Und wir glauben, dass genau dieser Aspekt eine wichtige Motivationsquelle ist. Letztes Jahr haben wir unglaublich viel gelernt und sind über uns hinaus gewachsen. Wir haben auf allen Gebieten der Nachhaltigkeit unsere Kenntnisse ebenso wie unsere Netzwerke erweitern können. Wir haben Twitter und WordPress für uns entdeckt und lernen dürfen, dass man aus dem Nichts etwas schaffen kann, wenn man nur will. Fürs neue Jahr hat sich Anna Wachstumsschübe in Sachen sozialkritischer Fotografie vorgenommen und sie möchte lesen, lesen, lesen. Santa möchte die Arbeit von Finding Sustainia stärker in der realen Welt verankern und konkretere Anleitungen zu einem einfachen und bewussten Leben geben.

6. Gesundheit. Im letzten Jahr haben uns besonders diejenigen Challenges gefallen, die uns auch ganz persönlich gut getan haben. Und wir sind davon überzeugt, dass wir nur vermitteln und langfristig bei anderen verankern können, was gut ist. Glücklicherweise haben wir den Eindruck, dass schon ein gewisses Maß an Umweltbewusstsein zu einem gesünderen Leben führt: weil das Wesentliche wesentlich ist. Und davon hält die Natur jede Menge für uns bereit!

7. Mut. Sobald man sich aus dem Fenster lehnt, macht man sich angreifbar. Mut bedeutet für uns, dass wir uns frei machen vom Wunsch, es jedem Recht zu machen. Und auch davon, fehlerlos durchs Leben zu gehen. Denn wer keine Fehler macht, macht wahrscheinlich auch sonst nicht viel. Kritik, unerreichte Ziele, Durststrecken,… all das wird es geben, na und? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

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Ja, wir glauben, damit haben wir die wichtigsten Punkte benannt. Falls Euch eine weitere Voraussetzung einfällt, lasst es uns wissen. Denn genau auf dieser Grundlage denken wir nun weiter und werden Euch ganz bald präsentieren, was Euch tatsächlich in diesem Jahr bei Finding Sustainia erwartet.

Bleibt gespannt. Wir sind es selbst.
Santa, Anna und das ganze Finding Sustainia Team

 

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Weitere Infos und jede Menge Interaktion findet ihr auf unserer Facebookseite “Finding Sustainia“ und bei Twitter unter @Finding_S.Wir freuen uns auch, wenn ihr euch in der rechten Spalte unseres Blogs für unseren Newsletter anmeldet. So bleiben wir gut verbunden.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  4. Tja manchmal sind Beitragsthemen nicht so wichtig. Und in diesem Fall auch gar nicht so schwer zu entscheiden. Man kann sie schieben.

    Schieben wir nicht manchmal zu viel vor uns her? Prioritäten sind nicht immer einfach. Das Anpacken ist das A und O, wer anfängt ist schon auf dem Weg zum Ziel… wie war das mit dem Marsianer? ;-) Nur wo soll man an solchen Tagen anfangen? Zu geschockt und gefangen in den Gedanken. Nicht immer leicht. Die Spendenaktion war zumindest nicht der verkehrte Weg. Geht da nicht mehr? Hier ist Brainstorming gefragt… also mal rann viellicht fällt uns gemeinsam etwas Sinnvolles ein.

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