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Vegan für Anfänger. Unser Spezial-Interview mit Attila Hildmann.

Wir geben zu, wir hätten Attila sehr gerne, ganz entspannt und ganz normal getroffen. So wie man sich trifft unter Gleichgesinnten. Ein inspirierendes Gespräch, ein paar gute Tipps und für die Meyer&Meyer-Fraktion passend zu unserem veganen Monat eine schöne Geschichte für unsere Leser. Tja, so stellt man sich das vor… aber wie ihr euch alle denken könnt ist unser Objekt der Begierde schwer beschäftigt. Attila schreibt seine Diplomarbeit und ein neues Buch… außerdem plant er eine USA-Reise.

Damn!

Nicht aufgeben, meinte Santa… Attila hat für die vegane Bewegung wirklich viel erreicht. Er hat das Thema über den reinen Welt-Verbesserer-Ansatz hinaus mit den Themen Gesundheit, Schönheit und Genuss verknüpft. Klar, er provoziert auch. Aber vor allem ist er professionell, sehr authentisch und einfach überzeugend. Seine Kochbücher stehen denen von Jamie Oliver und Tim Mälzer in nichts nach und, auch wenn es Kritiker gibt… wir sind uns einig: Er hat etwas Positives bewegt. Und Anna hat fest daran geglaubt: Am Ende unseres veganen Monats bekommen wir ihn als Belohnung. ;-)

attila hildmann klein

Schließlich haben wir auch jede Menge Fragen. Also… voller Terminkalender hin oder her – wir haben es geschafft ein paar Antworten zu bekommen. Foto: Justyna Krzyzanowska

Anna: Lieber Attila, man munkelt, dass Du sehr konsequent bist. Uns fällt das immer wieder schwer. Aber, nun mal ehrlich, sagen wir Gisele Bündchen lädt Dich zum Abendessen ein und auf dem extra für dich gezauberten Veggie-Auflauf findest Du Käse. Wie reagierst Du?

Attila: Ich bin für fetten Käse zu eitel, also werde ich das ganz freundlich, aber dankend ablehnen und Gisele zeigen, wie man ein gesundes und köstlich cremiges „Käse“-Topping mit weißem Mandelmuß macht. Eigentlich wundert es mich, dass sie als Topmodel noch nicht vegan isst und die Vorzüge veganer Ernährung kennt.

Santa: Puhh, also wirklich… ganz schön konsequent. Und wenn’s mal schnell gehen muss?

Attila: Also Gisele würde ich zeigen, was sie in ihrem stressigen Alltag alles für gutschmeckende und schnelle vegane Alternativen naschen könnte und es wird ein grandioser inspirierender Abend. Ja, so wird das!

Anna:  Also uns hast Du mindestens inspiriert! Und wer hat dich selbst inspiriert ein veganes Leben zu beginnen?

Attila: Mein Vater starb vor meinen Augen an einem Herzinfarkt, als ich 19 Jahre alt war. Das nahm mich emotional sehr mit. Bevor das passierte pumpten die Ärzte ihn mit Betablockern voll. Doch wenn man sich rein vegan ernährt, sinkt schon nach wenigen Tagender Cholesterinspiegel nachgewiesenermaßen erheblich. Aber wir sprechen hier auch über eine Maschinerie, die ganz gern mal diese Zusammenhänge bewusst übersieht, denn es geht um viel Geld. Für mich stand immer die Gesundheit der Menschen im Vordergrund. Als Physikstudent im Bereich der Medizinphysik wie auch als Kochbuchautor.

Santa: Und die Tiere?

Attila: Neben den gesundheitlichen Aspekten und meinem starken Übergewicht (35kg mehr auf den Rippen) waren es auch Betrachtungen zu Perversionen unserer Zeit wie Massentierhaltung, Tiertransporten und der Frage, ob ich selbst einem Rind die Kehle durchschneiden könnte für das Steak, das ich auf dem Teller liegen hatte. Ich verneinte das, erwarte diese Denke aber nie von anderen und möchte nicht missionieren. Über die Jahre kamen weitere Aspekte hinzu wie etwa Klimawandel, Armut, Umweltzerstörung, Wasserverbrauch.

Anna: Verändert die vegane Küche denn wirklich die Welt? Oder ist es am Ende doch nur ein Trend?

Attila: Ein „Trend“, den ich schon seit 13 Jahren lebe. Damals hat sich keine Sau dafür interessiert, oder doch, die Sau hat es immer schon interessiert, ob sie oder ob sie nicht gegessen wird. Ich wurde von Anfang an stark belächelt. Heute komme ich zur Primetime in der Glotze und meine Bücher sind Bestseller und über 300.000 mal über den Ladentisch gegangen. Für mich war es eine bewusste Entscheidung und kein Kalkül, irgendwann mal damit erfolgreich zu werden. Ich wollte zuallererst als Veganer überleben und kulinarisch auf meine Kosten kommen. Das schaffte ich mit der Entwicklung von schmackhaften Rezepten. Ich habe das alles immer als Hobby betrachtet, meinen Beruf eher in der Physik, als Astronaut oder Wissenschaftler gesehen. Ich kann über die, die sagen es wäre nur ein kurzer Trend, nur schmunzeln. Für mich ist es ein kleiner Anfang dessen, was noch in den nächsten Jahren passieren wird. Vegane Küche hat und wird weiterhin die Lebensmittelbranche und am Ende die Welt positiv beeinflussen.

Santa: Du hast da ganz sicher einen großen Beitrag geleistet. Wir dagegen sind noch ganz am Anfang, versuchen aber auch, das Thema in die Welt zu tragen. Welche Tipps hast Du für Neu-Veganer bzw. Einsteiger?

Attila: Bloß nicht von den missionarischen Veganern die Laune verderben lassen. Jedes Essen zählt in der Positivbilanz. Man sollte sich nicht rechtfertigen, Essen ist auch irgendwie Privatsache. Man tut es letztlich für sich selbst und muss lernen, dazu zu stehen.

Anna: Wie stehst Du zu Teilzeit-Veganern?

Attila: Ob man nun den Veganer-Button auf der Stirn hat oder nicht, ist völlig irrelevant. Jeder kann sich mit nur einer veganen Mahlzeit etwas Gutes tun und die Umwelt, das Klima und die Tierwelt schützen. Es ging mir nie um Labels oder Gruppenzugehörigkeit, jeder von uns kann etwas bewirken, auch ohne dieses ganze Trallala.

Santa: Letzte Woche haben wir uns ein bißchen mehr mit der Frage beschäftigt, welche Vitamine Veganern fehlen. Wird man bei der veganen Ernährung wirklich mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt?

Attila: Gerade der hohe Anteil an Antioxidantien ist ein weiteres Puzzleteil dafür, dass gerade vegane Ernährung pures Anti-Aging ist. Auf Schlüsselvitamine wie Vitamin B12 und D sollte man dennoch achten, um sich optimal zu versorgen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass der milliardenschwere Nahrungsergänzungsmittelmarkt nicht durch ein paar Veganer entstanden ist, die zwei Vitamine extra benötigen, sondern durch die sich „normal“ ernährenden Menschen, die viel Milch, Eier, Fisch und Fleisch zu sich nehmen und zu wenig wasserlösliche Vitamine. Ich habe mit Orthomol an einem Produkt gearbeitet, VEG ONE, das die kritischen Stoffe in einer veganen Ernährung perfekt ergänzt.

Santa: Wir versuchen im Rahmen von Finding Sustainia verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte miteinander zu verknüpfen. Dir scheint Gesundheit und das Gute in der Welt nicht genug. In deinem neuen Buch „Vegan for Youth“ sprichst Du von einer Triät. Was meinst Du damit?

Attila: Es geht um eine messbare Verjüngung innerhalb von nur 60 Tagen. Das zugrunde liegende Konzept ist die Triät, die aus drei Komponenten besteht: schlanker, gesünder und messbar jünger eben. Den letzten Punk habe ich mit vier verschiedenen wissenschaftlichen Tests nachgewiesen, darunter z.B. einem Atem-, Antioxidantien- und Telomertest. Telomere sind die Endkappen unserer Chromosomen. 2009 wurde für diesen Wissenschaftsbereich der Nobelpreis verliehen. Telomere stellen die innere Uhr der Zelle dar. Mein eigener Telomertest belegte, dass ich zwar chronologisch 32, aber biologisch erst 26, bin. Also in 13 Jahren veganer Ernährung nur halb so schnell gealtert bin wie der Durchschnitt. Für mich schloss sich damit auch der Kreis bezüglich meines Physikstudiums, denn ich schreibe unter anderem über einen Teil der Auswertungen meine Diplomarbeit und konnte zwei wichtige Themen miteinander kombinieren. Es ist bei weitem mein ausgefeiltestes Buch.

Anna: Klingt spannend. Ich habe auch gerade meine MBA-Thesis geschrieben. Busy, busy… aber trotzdem… tausend Dank für ein paar Minuten Öffentlichkeit! Nur so erreichen wir etwas!

Santa: Sehr spannend, Attila, besten Dank!

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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