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Challenge No.3: Bilanz – Ein vollkommen veganer Monat

31 vegane Tage liegen hinter uns.

Die offizielle Challenge ist hiermit also abgeschlossen und, tja, wie sollen wir sagen: Bestanden! Überlebt!…
Nun brennt Euch und auch uns eigentlich nur noch eine Frage unter den Nägeln: Wie machen wir weiter? Im letzten Chat zum Sonntag waren wir Meyers mal wieder einer Meinung: weitermachen, aber ohne Label und ohne zu viel Druck. Wenn mal ein tierisches Produkt, dann mit Genuss, und keinesfalls so unkritisch wie zuvor.

Ohne besondere Vorbereitung entschieden wir uns Ende Februar, die Herausforderung anzunehmen und sind eingetaucht in ein ziemlich neues Leben. All die guten Gründe, die für ein veganes Leben sprechen, möchten wir an dieser Stelle gar nicht mehr aufführen. Wir haben sie zu Beginn unserer Challenge beschrieben und sie uns in jeder schweren Situation ins Gedächtnis gerufen. Außerdem hat Santa sich in einem Tagebucheintrag tiefergehende Gedanken zum Thema gemacht. Praktisch haben wir aber in allerbester Gesellschaft vor allem das getan, was geübte Veganer tagtäglich tuen: Genuss ohne tierische Bestandteile suchen. Eine für die Mehrzahl unserer Mitmenschen geradezu illusorische Vorstellung! Und auch wir haben gemerkt: Eine klassische Party, eine gewöhnliche Konferenz und eine spontane Einladung zum Abendessen bedeuten Verzicht, Verzicht und Verzicht – aber genauso gab es auch immer wieder Überraschungen von Menschen, die einem etwas Gutes tun möchten. Yippeah, uns wurden vegane Kuchen gebacken oder gleich ein ganzes Dinner gekocht. Trotzdem war der soziale Aspekt doch immer wieder anstrengend, vor allem, wenn es schnell gehen musste.

Vollkommen anders stellt sich die Situation im Netz dar. Ruck-zuck ist man in bester Gesellschaft. Von nun an folgen wir großartigen Blogs wie A very vegan life, Gemüseregal, Vegan Blog, Claudi goes vegan, Stylemevegan, und Herr Grün kocht. Nach nur wenigen Klicks fühlt man sich unendlich inspiriert all die tollen Rezepte nachzukochen, auf die man stößt. Auch beim Besuch eines ordentlichen Biomarktes oder im Reformhaus sind der „veganen Fleischeslust“ keine Grenzen gesetzt. Die Vielfalt von Hafer-, Soja- und Mandelmilch hat uns ebenso begeistert wie Hülsenfrüchte (Santa) und Tofu-, Saitan und Tempeh (Anna). Und außerdem wäre da ja noch dieses mannigfaltige Angebot an Obst, Gemüse, Kräutern und Nüssen… Nicht zu vergessen die vielen Sorten verschiedener Körner, die uns teilweise fremd waren, wie Hirse und Buchweizen. „Wir haben so viel Neues kennengelernt! Alleine dafür hat sich unsere Challenge schon gelohnt.“ sagte Anna zum Beispiel zu ihrem Arbeitskollegen. Der entgegnete: „Aber dafür muss man doch nicht vegan sein. Ich kann doch all das genauso auch ausprobieren.“ Richtig! Es scheint nur so, dass ein wenig Druck die Sache beschleunigt. Ganz ehrlich, wir wären wohl ohne Not nicht auf die Idee gekommen einen „Raw Cheesecake“ aus Cashews zu machen, Curry mit Räuchertofu zu verfeinern, einen Eintopf aus roten Linsen mit Kokosmilch zu zaubern oder Müsli mit Hafermilch zu verfeinern. In unserem stetigen Probiermodus kam es uns dann auch gerade recht, dass Caroline uns in die Geheimnisse grüner Smoothies und die Eigenproduktion von veganer Milch und Co einweihte. Auch Matcha-Tee war so eine Entdeckung, die Anna nicht mehr missen möchte.

Tja, und für all die Fragen, die aufkamen, haben wir munter die vegane Community im Netz angezapft. Mit Erfolg! Danke noch einmal an alle, die uns im Laufe dieses Monats mit Rat und Tat zur Seite standen. Ausführlicher haben wir die langjährige Veganerin Susanne Schwan befragt, die uns absolut inspiriert hat mit ihrer unaufgeregten Art ein gutes, veganes Leben zu führen. Wir selbst würden uns nicht unbedingt als unaufgeregt bezeichnen… Anna hatte ja glücklicherweise zwei Kolleginnen und einen Kollegen begeistern können, mitzumachen. Danke Tina, Marie und Ivo. Es war einfach großartig mit Euch! Was wir allerdings zugeben um noch einmal auf die Unaufgeregtheit von Susanne zurückzukommen: Unser Veganismus war das alles überschattende Thema unserer Kommunikation. Politik, schönes Wetter, life in general… alles nebensächlich! Diesen Modus möchten wir nun unbedingt überwinden – ohne zurück zu einem Leben des unkritischen Konsums von tierischen Produkten zu müssen. Dieses ständige Rechtfertigen und überhaupt Beschäftigen mit allen Facetten des veganen Lebens kann etwas anstrengend sein – für alle Beteiligten.

Zur Belohnung und vor allem Dank einer großen Portion Hartnäckigkeit konnten wir uns und natürlich unsere Leser zum guten Schluss mit einem Interview mit Attila Hildmann beglücken und nächste Woche Dienstag können wir ihn im „Ernährungsduell“ mit Schubeck im ZDF bewundern. Wir sind sehr gespannt.

Wir hatten uns außerdem vorgenommen ein bißchen Buch zu führen über die Hard Facts unseres veganen Lebens. Und hier sind die Ergebnisse: Wir haben beide nicht mehr für einen veganen Lebensstil ausgegeben als für unser Leben im Januar. Bei Santa lag es vor allem daran, dass sie viel weniger in Restaurants war. Denn während ein Bio-Steak im Restaurant um die 30 Euro kosten kann, beträgt eine schmackhaftes vegane Mahlzeit nur ca. 8 Euro. Wenn man biologische tierische Produkte für Zuhause kauft, dann muss man nicht nur im Restaurant tiefer in die Tasche greifen. Santas Speiseplan enthielt viel frisches Gemüse (siehe ihr Scrapbook), etwas Obst, viele Kräuter und als Eiweßquelle Hülsenfrüchte und Vollkornreis, alles in Bioqualität und meistens lokal oder zumindest europäisch. Zu allem Überfluss verzichtete sie außerdem fast vollständig auf Getreide (vor allem Weizen) und Zucker. Diese Art von Ernährung war nicht nur sehr günstig (ca. 15 Euro pro Woche für den Hausgebrauch, plus 20 Euro Ausessen), sondern auch sehr gesund und figurfreundlich. Santa nahm ziemlich schnell und ohne zu hungern 4 Kilo ab, fühlte sich meistens sehr fit und frisch (ausser einem sehr starkes Verlangen nach Ei, das sie dazu führte, wie im Tagebuchartikel beschrieben, ein Vitamin B12 Präparat zu kaufen). Außerdem inspirierte sie einige Freunde aus rein kosmetischen Gründen dazu, es auch mal vegan zu versuchen. In ihrer Umzugswoche (letze Woche) aber konsumierte sie immer wieder irgendetwas auf die Schnelle und weniger Frischware und, voilà, sie merkte direkt eine Verschlechterung. Wir haben wirklich gemerkt: Alles steht und fällt mit der Vorbereitung. Je entschleunigter man lebt, desto mehr kann man weniger mehr sein lassen und es geniessen! Zu diesem Phänomen hatten wir ja letzten Monat einen schönen Text formuliert.

In Annas Haushalt war eigentlich nur der Mildchersatz teurer als das eigentlich doch viel wertvollere tierische Produkt: 5,10 Euro hatte sie im Januar für Kuhmilch ausgegeben während es diesen Monat 9,30 Euro für Hafer-, Soja-, Mandel- und Dinkelmilch waren. Für wenige teure Ersatzprodukte wie Sojafrischkäse, Veggie Belle Käse und Alsan Margarine hat Anna ebenso viel ausgegeben wie sonst für Quark, Käse und Butter: ca. 11 Euro. Auch die Kosten für Brotbelag waren in etwa dieselben. Und was sie eigentlich wundert: auch für Gemüse und Obst scheinen die Kosten sehr ähnlich. Gefühlt hat sie eindeutig mehr Obst und Gemüse gegessen. Naja: 19,01 Euro im Bilanzmonat Januar und 22,54 Euro diesen Monat. Der Tatsache geschuldet, dass man in der Kantine und den meisten Restaurants in der Regel irgendeine Beilagenkombi bestellt, sind die Kosten aus Annas Bilanzmonat fürs Mittagessen gesunken. Hanfwürstchen aus dem Biosupermarkt als Snack wiegen dagegen die Kosten für Käsebrötchen aus dem Bahnhof ziemlich genau auf, und, und, und… Das Vorurteil, dass ein veganes Leben teurer sei als ein „normales“, hat sich bei uns also nicht bestätigt.
Abgenommen hat Anna höchstens ein Kilo und sieht auch sonst eigentlich keine Veränderung. Ihr Energiehaushalt ist gut wie eh und je. Also auch hier weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung ihres Zustandes.

Und welche Lehren ziehen wir Meyers nun aus all diesen intensiven Erfahrungen? Was halten wir fest:

1. Mit einem kritischen Blick auf das dominierende System unserer Landwirtschaft und den entsprechenden Folgen für Tiere, Ressourcenverbrauch, Umwelt und Klima ist es für uns eine logische Konsequenz nicht nur vegetarisch, sondern vor allem vegan zu essen. Dabei ist es uns wichtig, auch bei veganen Produkten immer wieder auf die Herkunft zu achten und uns weitestgehend lokal, regional und saisonal zu orientieren (unsere nächste Challenge folgt bestimmt… denn auch das ist wieder ein wirklich großes Themenfeld). Zudem gibt es gewisse vegane Zutaten wie Palmöl u.a. in Margarine, Nussmuß, Hafersahne und,und, und, das in direkter Verbindung mit der Abholzung von Regenwäldern steht. Wie in so ziemlich allen Bereichen des Lebens gilt also nach wie vor: Keep yourself informed!

2. Es fühlt sich gut an, alleine durch veränderte Essgewohnheiten einen großen Widerspruch zwischen Wissen und Handeln auflösen zu können.

3. Eine gesundheitlich unbedenkliche Ernährung ist auch ohne tierische Produkte möglich, wenn man auf Ausgewogenheit achtet und für eine ausreichende Zufuhr von B12 und Vitamin D sorgt. Das eine oder andere Sonnenbad ist leider nicht ausreichend.

4. Das kulinarische Angebot unserer Erde ist eindeutig aufregend genug, um auch ohne tierirische Produkte glücklich zu werden. Wenn wir in Zukunft tierische Produkte konsumieren, dann als etwas Besonderes, wie in alten Zeiten, als es den guten alten Sonntagsbraten gab (siehe auch Lektion 8).

5. Die Anzahl an Lebensmitteln, auf die man verzichtet, lässt sich mit kulinarischen Neuentdeckungen aufwiegen.

6. Die herkömmliche europäische Küche basiert dennoch sehr stark auf tierischen Produkten, so dass es einer gewissen Planung bedarf, außerhalb der eigenen vier Wände satt und glücklich zu werden. Mit etwas Übung und Kreativität lässt sich aber auch dieses Hindernis überwinden.

7. Ein Gemüseteller mit Butter angemacht erscheint uns jedoch das eine oder andere Mal doch besser als die ständige vegane Notlösung: Brot oder Pommes Frites.

8. Jede vegane Entscheidung geht ein in die Positivbilanz. Ob jemand streng und konsequent als Veganer lebt oder sich einem überwiegend veganen Lebensstil verpflichtet, ist eine individuelle Entscheidung. Genauso ist es ja auch eine individuelle Entscheidung Fleischberge zu essen… also nicht besonders aussagekräftig unsere Lektion Nr. 8… aber wichtig ist sie uns trotzdem.

9. Einkaufen bedarf erst einmal mehr Zeit. Man muss mehr lesen und genauer hinschauen um Neues zu entdecken. Vieles weiß man auch gar nicht, z.B. dass viele Chipssorten tierische Produkte enthalten – aber eben nicht alle!

10. Das Argument, ein veganes Leben sei teurer, konnte von unserer Seite nicht bestätigt werden. Vegane Fertigprodukte sind oftmals teurer, aber Frischkost ist eh the way to go, oder?

11. Die Umstellung auf eine vegane Ernährung verlangt Offenheit für Neues und auch im sozialen Umfeld ein gewisses Maß an Verständnis und Toleranz. Gleichzeitig haben wir uns vorgenommen, gut auf unsere innere Stimme zu hören. Zuviel Druck treibt uns nachher allzu schnell zum Frikadellenbrötchen. Wir haben nicht den Anspruch perfekt zu sein.

12. Die vegane Community im Netz ist großartig und auch die Auswahl an veganen Kochbüchern steigt stetig.

13. Es ist möglich. Wir haben es probiert und unser veganer Monat hat unser Leben reicher gemacht. Ist es nicht schön, sich auch mal Zeit für das, was man is(s)t zu nehmen? Wenn alles immer schnell gehen muss, dann verliert man ebenso schnell den Blick auf wichtige Facetten unseres Lebens.

Tja, was bliebe dem noch hinzuzufügen? Wir sind dankbar für die Erfahrungen der letzten 31 Tage und hoffen, dass es auch für Euch spannend war unseren Erfahrungen zu folgen. Vielleicht haben wir Euch ein wenig inspiriert… das würde uns natürlich freuen. Unser April wird wieder einen anderen Fokus haben. Wir hoffen ihr bleibt dran. Das Thema Nachhaltigkeit ist einfach unglaublich facettenreich!

Eure Santa und Anna

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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