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Chat zum Sonntag, No. 42 – Meyer & Meyer

19.10.2914        13:22 – 14:29

 

Anna: Hallo liebe Santa, hier scheint so wunderbar die Sonne. Und jetzt an den Rechner? Ohoh, ich hoffe, wir sind schnell.

Santa: Okay, auf die Plätze, fertig los! Hier in Norwich scheint die Sonne übrigens auch noch.

chat advanced

 

Santa: Und schau mal hier: Das Café hier wirbt genau mit dem richtigen Slogan: Find Joy in the Ordinary.

Anna: Oh, ja! Ein guter Rat.


Klimafreundliche Ernährungsmuster

Anna: Und um gleich schon wieder das Thema Ernährung anzusprechen: Das Gewöhnliche (the Ordinary) sollten doch pflanzliche Lebensmittel sein. Für das Klima, die Umwelt und die Gesellschaft. Wenn schon Tier, dann als besondere Ausnahme. Deshalb gefällt mir auch der Spot zum Klimateller so gut.

Santa: Nicht nur der Spot, sondern auch die Aktion selber ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert! Ich bin auch wirklich erstaunt, wie sehr auch Milchprodukte ins Gewicht fallen – nicht nur Fleisch.

 

co2 quivalente pro lebensmittel

Quelle: www.klimateller.de

Anna: Stimmt. Und das in Abhängigkeit vom Fettgehalt. Wenn man es krachen lassen will, müsste man also am Folgetag eben ausgleichen. Eine Art Klima-Diät also. Oder eben direkt ausgewogen essen. Schließlich steckt in einem Kilogramm Käse etwa das Fett aus 10 Litern Milch. Sehr wasserhaltige Käse enthalten weniger Fett und sind somit klimafreundlicher….

Santa: Eine Klima-Diät klingt gut. Jo-jo Effekt ausgeschlossen.

Anna: Ja, und auf der Internetseite der Aktion “Klimateller” findet sich auch ein toller Emissionsrechner für einzelne Gerichte. Also, bei uns gibt’s heute selbstgemachte Krätuergnocchi mit Paprika in Sojasahne. (Hinweis für Philip: S. 253 im Goldenen GU – Vegetarisch).Ja, ja, ich versuche sehr vorbildlich zu sein.

Santa: Vorbildlich und gut für den Gaumen!

Unterstützende Recherchen

Anna: Besonders bereichert haben uns in den letzten Wochen ja all die Kommentare von Claudia bei Facebook. Sie hat für diesen Monat eine sehr detaillierte Tabelle entwickelt, die uns vieles lehrt.

claudias klimatabelle

Anna: Zum Beispiel, dass es mit einer “Plus -Minus-Rechnung über Tage hinweg” möglich ist, eine wirklich klimaschonende Ernährung ohne allzu große Einbußen hinzubekommen. Für jeden der kein Veganer ist aber doch einige mehr oder minder vegane Tage hinbekommt.

Santa: Ja, sehr beeindruckend, wie genau sie vorgegangen ist. Ich habe letzte Woche meinen ökologischen Fußabdruck mit dem Rechner der BUND-Jugend erfasst.

Anna: Und? Ich habe einen Abdruck von 2,56 Hektar. Eindeutig zuviel, aber im Vergleich zum Bundesdurchschnitt doch recht ordentlich.

Santa: Ich habe 2,46 Hektar.

Anna: You won! Aber der Rechner war auch recht wenig detailliert – auch wenn er schon genauer als die meisten anderen war.

Santa: Ja, ich war mit den Auswahlmöglichkeiten auch nicht immer glücklich. War schon sehr grob, aber einen Anhaltspunkt bietet er auf jeden Fall. Auch um zu sehen, auf was es überhaupt ankommt. Schade, dass Verpackung nicht erfasst wurde. Und die Möglichkeit des Konsumverzichts. Zum Beispiel für Kosmetika komme ich auf weniger als 30 Euro im Jahr. Ein wenig könnte man bei mir also noch „kleiner rechnen“.

Anna: Ja, stimmt. Aber das ganze Instrument musste ja auch noch händelbar sein.

Wirtschafts-Macht hinterfragen

Santa: Claudia hat sich auch die Zeit genommen auf meine Frage nach weiteren CO2 -Reduzierungsmöglichkeiten aus dem letzten Chat zu antworten.

Anna: Wirklich toll! Wir lieben all Eure Hinweise!

Santa: Dabei stellt sie viele weitere Fragen zu öffentlichen Emissionen, also denen, die wir, wenn überhaupt nur indirekt beeinflussen können. Z.B. schreibt sie “Beispiel: Müllvermeidung, Mülltrennung und Müllverbrennung des Wohnortes. Oder Heizungsart und Isolierungen von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Schwimmbädern.“ Sie fände es auch einfach mal spannend zu erfahren, wie die lokale Müllverwertung mit Bioplastik umgeht. Und sie fragt sich, was wir tuen könnten, um in diesen öffentlichen Bereichen Verbesserungen erzielen zu können. Wie ist also der bürokratische Weg für Teilhabe? Formulare? Gremien? Bezirksausschüsse… Ja, all das wollen wir auch wissen, Claudia! Unser nächster Beitrag in der Rubrik „Wir fragen“ wird nicht lange auf sich warten lassen.

Anna: Außerdem hat Claudia uns darauf aufmerksam gemacht, dass der UBA-Emissionsrechner fürs Fahrradfahren eine erhöhte Nahrungsaufnahme berechnet, die sich dann wieder negativ auf die Klimabilanz auswirkt. Uiuiui… it’s complicated. Aber um für mich zu sprechen: ich esse nicht weniger, nur weil ich mit der Bahn statt mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre. Und so hat auch der ADFC eine Studie veröffentlicht, die zu dem Schluss kommt: Produktion des Fahrrads und erhöhte Kalorienzufuhr fallen nicht so sehr ins Gewicht. Fahrradfahren ist eindeutig positiv, wenn man sich die Emissionsbilanz anschaut.

Santa: Eine weitere wichtige Frage, die sie stellt und die ich mir selber auch immer wieder stelle, lautet “Wie kann man die Unternehmen verpflichten positive Veränderungen an Ihren Produkten vorzunehmen?” Und das, obwohl natürlich mehr Konsum in ihrem Interesse ist! Hmmm…

Anna: Gute Frage. Und, seid ihr einer Antwort nah?

Santa: Nein, aber es gibt noch mehr Fragen. Und die will ich unseren Lesern nicht vorenthalten. Ich würde ja am liebsten ihre gesamte Nachricht an mich hier posten, aber das würde den Rahmen sprengen, also hier ein letztes Zitat. “Wie kann man die eingebaute planmäßige Obsoleszenz verhindern? Wie schafft man Qualitätsprodukte oder mindestens recycle-bare Produkte? Durch eine generelle Rücknahme aller eigenen Produkte und Wiederverwendung dieser Materialien? Kein Wischiwaschi mit dem Dualen System. (Manch eine Firma zahlt, andere nicht.) Ist eine generelle Zahlungsverpflichtung für jedes Produkt, was das Unternehmen verlässt sinnig, da es automatisch zu Müll wird?”

Anna: In jedem Fall ist hier das “Cradle to Cradle” – Prinzip mal wieder etwas, auf das es hinzuweisen gilt. Und das neue Buch von Naomi Klein: Klima und Kapital. Darin macht sie sehr deutlich, dass individuelle Konsumentscheidungen alleine nicht reichen. Wir müssen uns auch mit dem System beschäftigen. Aber, uff… wir fangen in unserem Selbstversuch nun erst einmal bei uns selbst an. Aber Recht hat sie natürlich.

Santa: Stimmt und gleichzeitig führen Fragen zu weiteren Fragen und wir Meyer sollten vielleicht mal in einer Challenge genau diese Frage adressieren.

Anna: Oh ja, much to do!

Emissionen besteuern

Anna: Letzte Woche haben sich auch eine Reihe von Wirtschaftsliberalen beraten und sich für die Notwendigkeit eines mutigen Staatswirkens in Sachen Klimaschutz ausgesprochen.

Santa: Es wäre zum Beispiel mehr als wünschenswert, dass die WHO Klima-Kriterien beim Handel einführen würde.

Anna: In dem Artikel dazu hieß es, dass selbst “the leading economists at the ‘Mecca’ of free-market economics” ein Problem darin sehen, dass unser Konsum Auswirkungen darauf hat, dass Bangladesch bald überschwemmt sein wird. Geschweige denn all die Inseln, die zuerst dran sein werden… Es müssen also politische Maßnahmen her! Eine Steuer auf Emissionen, so der Vorschlag dieser Herren. I like.

Santa: Me too.

Anna: Denn so würde sich die Wirtschaft einfach verändern MÜSSEN! Naja, “einfach” ist vielleicht der falsche Ausdruck. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Santa: Auf jeden Fall! Her mit der Internalisierung von externen Faktoren in die Preise! Bio wäre dann die günstige Option.

Anna: Ja, genau!

Oma kocht ein

Anna: Ach, ich habe übrigens endlich die Äpfel aus dem Garten mit meiner Oma eingemacht. Lecker, lecker!

Anna: Ich habe mich auch gefreut, dass Claudia unser Tomaten-Einmach-ABC in Wert gesetzt hat.

Santa: Ja, sie hat so viel eingekocht, dass ihr Keller nun für den Winter eine wunderbare Quelle für köstlich aromatische Tomaten aus der Region darstellt.

Anna: Great job!

Santa: Ich genieße auch gerade eine eingemachte Tomatensauce, allerdings gekauft von einem Stand auf einem Bauernmarkt mit Heritage Tomaten und lokalen Chillies! Sehr, sehr, sehr lecker! Ich glaube, bei uns wird es heute Nudeln mit dieser wunderbaren Sauce geben.

Anna: Ach ja, und gestern in der Innenstadt habe ich den tollen Stand der “Albert Schweizer Stiftung” für Tierrechte besucht. Sie machen eine wirklich wichtige Arbeit! Und haben die ganz normalen Passanten probieren lassen, wie Saitan als Fleischersatz, veganes “Mett” und veganer Apple Crumble schmecken. Eine tolle Aktion! Chapeau! Ich glaube, dass man genau so jede Menge Leute erreicht!

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Santa: Ja, das glaube ich auch! Wenn Leute bei mir zu Besuch sind, staunen sie auch immer, wie gut vegane Sachen schmecken. Z.B. an meinem Geburtstag hatte ich eine Raw Tarte und keiner hat gemerkt, dass sie vegan war. Der Begriff “vegan” hat für viele leider noch die Konnotation “Prädikat: kann nicht lecker sein”.

Anna: Ja, vollkommen unberechtigt.

Schnell Veg

Santa: Now, let’s enjoy the ordinary which isn’t actually ordinary this time of the year: sunshine!

Anna: Ja, „schnell veg“. So heißt ein neues Restaurant bei mir um die Ecke. Es ist großartig. Please come and visit! Ach… und gestern war ich auch auf einem noch viel schöneren Markt als sonst. Dem Carlsplatz in Düsseldorf! Lovin’ it!!!

Santa: Ich treffe gleich Mann und Kind in der Playhouse Bar. Werde mir da einen Sonntags-Kaffee kaufen und mit in den Park nehmen! Takeaway dort gefällt mir sehr, denn, siehe Foto:

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Anna: Oh ja, schnell in die Sonne mit uns. Good byeeeeeeeee!!!

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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