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#KonsumEntscheidet – Die Eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht

Daija hat bei unserer Challenge #KonsumEntscheidet #ErdoelNeinDanke Challenge mitgemacht. Was hat sie gelernt?

Wer, wenn nicht ich? fragte ich mich Anfang Dezember in meiner persönlichen Bestandsaufnahme, und machte mich daran, meine eigene Handlung jenseits einer “Jutebeutel zum Supermarkt”-Nachhaltigkeit auszuweiten. Die Challenge war komplex – weniger Mineralöl verbrauchen, fair und weniger konsumieren, und nichts wegwerfen. Und für mich, als FindingSustainia Challenge Neuling, ziemlich ambitioniert.

Bilanz

Nicht weiter überraschend stellte sich schnell heraus, dass es die perfekten Lösungen quasi nicht existiert. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es die Eierlegende Wollmilchsau nicht gibt. Für mich heißt das zum Beispiel: einen fußläufig zu erreichenden, unabhängig geführten Laden oder Markt, in dem ich regionale, ethisch korrekte Lebensmittel und Bedarfsgegenstände unverpackt kaufen kann – gibt es nicht.

In der Praxis habe ich die Wahl zwischen
– verpackten Waren in einem unabhängigen Bioladen oder unverpackten Waren in einer Filiale einer großen amerikanischen Kette, in der lose Waren oft nicht aus biologischem Anbau stammen.
– unverpackten Eiern aus Freilandhaltung auf dem Wochenmarkt oder gepackt und gelieferten Eiern von Biohühnern, die tatsächlich draußen grasen und ihr Leben bis zum natürlichen Ende leben dürfen.
– unverpacktem Fleisch und Fisch oder Tofu und Tempeh in Plastikverpackungen.
– losem konventionelles Gemüse im Supermarkt, in Plastik verpacktem Biogemüse auf dem Bauernmarkt oder weitgehend unverpacktem, aber nicht nur regionalem Gemüse in der Biokiste per Lieferdienst.

Rucksack mit Backwaren

Convenience vs consciousness

Vermutlich gibt es irgendwo hier in London auch die (nahezu) perfekte Lösung. Ich habe natürlich einen “Unverpackt Laden” recherchiert. Ihn zu besuchen ist eine Frage der Prioritäten. Zwischen Job, Kinderbetreuung, Geburtsvorbereitung und innerer Nachhaltigkeit konnte ich mich zu der 45 minütigen Reise (für eine Strecke) schlicht nicht aufraffen.

Doch während es die Eierlegende Wollmilchsau nicht gibt, ist es erstaunlich einfach, Dinge besser zu machen als zuvor. Wer nicht nach der perfekten Lösung sucht sondern nach einer Besseren, dem macht es das weltweite Netz leicht. Auf Ethical Consumer, einer Art britischer Stiftung Warentest mit dem Fokus auf Ethik und Nachhaltigkeit, erfahre ich z.B. welche Banane am wenigsten Leid verursacht. In einer “Plastikfrei Gruppe” auf Facebook lerne ich, wie einfache DIY Lösungen manche meiner Dilemmata lösen können. Online konnte ich kompostierbare Windeln und ethisch produzierte Stilltops kaufen, mit einer Biokiste loses Gemüse und tierleidfreie Eier bestellen. Weihnachtsgeschenke und Stoffwindeln gibt es auf Peer-to-peer Verkaufsseiten oder in entsprechenden Gruppen auf Facebook.

Konsumverzicht und Müllreduktion

Konkret, so schrieben Santa und Anna, heißt #KonsumEntscheidet, dass wir unseren Konsum auf das Nötigste beschränken und uns über die sozialen Zusammenhänge unserer Kaufentscheidungen Gedanken machen.

Hashtag_OelNeinDanke

1. Weniger Mineralöl verbrauchen

Heizen: Unsere Besucher über Weihnachten haben sich teils merklich unwohl gefühlt. Doch wer nicht fragt, bekommt auch die Heizung nicht angestellt, vor allem nicht, wenn die Dreijährige es im T-Shirt warm genug findet. Als Familie haben wir uns wohl an die Temperatur gewöhnt. Der Winter war hier in Großbritannien der mildeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Schon zynisch: Mineralöl sparen dank Klimawandel…

Plastik reduzieren:
Dies war tatsächlich genau so schwer, wie ich es mir vorgestellt hatte. Meine Nachfrage bei den Marktständen führte zu einer Tirade seitens der Marktstandbesitzer, die über die Schwierigkeiten beim Transport bis hin zur Nachfrage der Kunden reichte. Kurz: unverpacktes Biogemüse können sie mir auf dem Markt nicht bieten. Da muss ich schon in den Bioladen gehen.
Unser Müllaufkommen konnte ich trotzdem durch eine Anfangsinvestition deutlich reduzieren: Unter dem Weihnachtsbaum stand der Hochleistungsmixer. Ja, in so einem Ding stecken eine Menge Ressourcen. Wann macht die Abfallvermeidung diesen anfänglichen Ressourcenverbrauch wett? Fakt ist, dass jede Woche zwei bis drei Tetrapacks und ebensoviele Plastikbehälter weniger im Müll landen, weil ich z.B. Hummus und Pflanzenmilch selbst machen kann.

2. Fair und weniger konsumieren

Weniger Zitrusfrüchte, weniger Kakao, weniger Kaffee: Gelernt: Ohne Kaffee geht es auch. Meine morgendliche Tasse habe ich durch Getreidekaffee ersetzt, jetzt trinke ich oft einfach heißes Wasser. Das klingt unaufregend, tut meiner Gesundheit aber gut. Statt “weniger Kakao” gab es fairen Kakao. Weihnachten ohne konnte ich mir nicht vorstellen. Progress, not perfection. Auch gelernt: wenn ich keine Zitrusfrüchte kaufe, kauft sie mein Mann.

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Weniger tierische Produkte: Ich wollte meine Ernährung nicht krass umstellen, aber es war interessant zu beobachten, wie automatisch ich zu tierischen Produkten greife. Fleisch und Fisch kommen zwar ohnehin als Luxusgüter auf unseren Teller, doch weil es im Kochbuch so steht, gebe ich mal hier einen Schuss Sahne ins Essen und da ein Ei in den Pfannkuchenteig. Vielleicht wäre eine Vegan Challenge, wie Anna und Santa sie gemacht haben, ein guter Schritt zur Umstellung?

Der ständigen Verfügbarkeit von konventionellen Keksen und Kuchen im Büro zu widerstehen macht eigentlich nur eine konsequente Verhaltensänderung möglich; irgendwann spricht sich im Büro rum, dass man “nix Süßes” mehr isst. Bis dahin heißt es erklären/ablehnen, was das Zeug hält.

3. Nicht wegwerfen

In wenigen Tagen erwarten wir unser zweites Kind. In der Vorbereitung haben wir noch einmal Unbenötigtes aussortiert und gespendet, damit Andere die Gegenstände benutzen können, die wir nicht mehr brauchen. Umso mehr schockte mich zu lesen, dass viele Weihnachtsgeschenke ungeöffnet im Müll landen statt Anderen zur Verfügung gestellt werden.

Dank DIY haben wir den Weihnachtsbaum ohne Ausgaben geschmückt. Ich habe meine Nähmaschine abgestaubt und waschbare Abschminkpads genäht. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit ließ sich Essen im Müll fast vollständig vermeiden.

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Mein Fazit: Die Challenge war komplex, aber es hat sich gelohnt mit zu machen. Die Eierlegende Wollmilchsau habe ich nicht gefunden, wohl aber tolle Informationsmöglichkeiten im Netz und hilfreichen Tipps in Facebook Gruppen und natürlich hier bei FindingSustainia, die manche Verhaltensumstellungen wirklich einfach machten.

Habt Ihr bei der Challenge mitgemacht? Wie waren Eure Erfahrungen?

Herzlichst,

Eure Daija

 

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Weitere Infos und jede Menge Interaktion findet ihr auf unserer Facebookseite “Finding Sustainia“ und bei Twitter unter @Finding_S.Wir freuen uns auch, wenn ihr euch in der rechten Spalte unseres Blogs für unseren Newsletter anmeldet. So bleiben wir gut verbunden.

50 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  40. Hallo Daija,
    sehr interessanter Bericht! Ich wohne seit ca. einem Jahr in GB und habe den Eindruck, dass es hier nochmal ein Stück schwieriger ist, nachhaltig zu leben, als in Deutschland. Bioläden gibt es hier kaum (vielleicht in London nochmal was anderes), Gemüse im Supermarkt ist seltener regional angebaut als in Deutschland und Gemüse auf dem Farmer’s Market ist nicht Bio. Vielleicht fehlen mir aber auch nur die Ideen – hast du vielleicht noch ein paar GB-spezifische Tips?
    Viele Grüße
    Maren

    Antworten

  41. Hey Daija, verrätst Du mir die plastikfreie Facebook-Seite? Bin über jeden Tipp dankbar, der mir Plastik vermeiden hilft.

    Danke und liebe Grüße,

    Heidi

    Antworten

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