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Challenge No.10: Meyer&Meyer reduzieren Co2-Emissionen

Wie viele Emissionen gehen auf unser Konto? Was lässt sich ändern? Unser Ziel: Klimaschutz im Alltag.

Das große Finale der Nachhaltigkeitschallenge 2014 liegt vor uns! Nach Monaten der Konzentration auf Einzelaspekte wollen wir in diesem Monat unser Gesamtverhalten auf den Prüfstand stellen.

Um uns nicht zu überfordern und Gewohnheiten aufzubrechen, sind wir bisher in Sachen Nachhaltigkeit Schritt für Schritt vorgegangen: wir haben auf weniger Plastik und Verpackung geachtet, unseren Konsum reduziert, auf Lebensmittel tierischen Ursprungs verzichtet, auf Bio-zertifizierte und regionale Produkte geachtet… na, ihr wisst ja Bescheid! Schließlich haben sich einige von Euch sehr intensiv mit eingebracht und ebenfalls versucht, den eigenen Alltag auf den Kopf zu stellen.

Quelle: Theresa Meyer

Nachhaltigkeit ist erst einmal ein sehr großer Begriff. Er wurde 1713 in der Forstwirtschaft geprägt und besagte im Ursprung so viel wie: Es darf immer nur so viel Holz geschlagen werden, wie nachwachsen kann. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, oder? Im Grunde schon. Aber oftmals kommt ein als dringlich empfundener Bedarf oder auch unsere Kurzsichtigkeit ins Spiel. Und so ist es mit dem Klima genauso wie mit dem Wald. Wir meinen nicht verzichten zu können auf klimaschädliche Emissionen durch Konsum diverser Art, derscheinbar zu einem modernen Leben dazu gehört. Außerdem können wir uns so recht nicht vorstellen, was der vage Begriff des Klimawandels eigentlich bedeutet. Für uns konkret erst recht nicht, aber selbst über den Rest der Welt machen wir uns im Alltag doch eher selten Gedanken, n’est que pas?

Vage bekannt ist uns jedoch, dass Gefahr droht. Und dass erste negative Auswirkungen des Klimawandels bereits nachweisbar sind. In der Fachdiskussion nennen wir es den „anthropogen induzierten Klimawandel“. Also die Veränderung, die durch unser Zutun entsteht und nicht zu erklären ist durch ein natürlich schwankendes Klimas.

Veränderungen sind zum Beispiel:
– die Zunahme von Wetterextremen wie starken Regefällen oder langen Dürreperioden
– die Wassertemperatur der Ozeane steigt, wodurch Stürme wahrscheinlicher werden und die Artenvielfalt sinkt
– das Schmelzen von Gletschern, durch das der Meeresspiegel steigt und sich Überflutungen mehren

Relativ bald werden diese Veränderungen wohl nicht “nur” zu einer Verschlechterung der Lebensverhältnisse in vielen Ländern, sondern auch zu einer wachsenden Zahl an Klimaflüchtlingen führen. Uff… naja, niemand hat je davon gesprochen, dass es hier um ein „leichtes“ Thema geht.

Wir müssen aber nicht ohnmächtig zuschauen.  Wir glauben an die Power of the Crowd – warum sonst machen so viele von euch bereits eifrig bei uns und vielen anderen Nachhaltigkeits-Aktionen mit? Und die  gute Nachricht ist, dass der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen den Klimaschutz als Weltbürgerbewerbung bezeichnet. Und was sind wir anderes als Weltbürger? Wir müssen also ran. Wir können nicht einfach zusehen oder gar die Augen verschließen. Am Besten, wir engagieren uns politisch, starten tolle Projekte, bringen das Thema in unseren Arbeitskontext ein ODER starten erst einmal in unserem ganz konkreten Alltag! That’s it! Genau das ist schließlich der Ansatz unseres Meyer&Meyer Selbstversuchs und der Nachhaltigkeitschallenge 2014: Wir stellen uns der Herausforderung, die großen Themen unserer Welt daheim zu bearbeiten. Ein wichtiger Anfang, wie wir finden!

Also, was ist zu tun, wenn wir klimafreundlicher leben möchten?
Zuerst einmal sollten wir uns klar machen, was an unserem täglichen Leben überhaupt klimaschädlich ist. Küssen, zum Beispiel, können wir ausschließen. Fahrradfahren auch.

Die meisten Treibhausgas-Emissionen unseres täglichen Lebens entfallen auf

* Heizung und Strom (25 Prozent),
* Mobilität (23 Prozent) und
* Ernährung (14 Prozent).

Indem wir hier ansetzen, können wir besonders viel für den Klimaschutz erreichen.

Einer unserer Weggefährten diesen Monat sollte das Umwelbundesamt sein. Denn dort gibt es nicht nur den Klimarechner, der uns bei der Erfassung unserer täglichen Emissionen hilft. Das Umweltbundesamt mitsamt seiner großartigen Mitarbeiter, wie zum Beispiel Michael Bilharz, hält viele Tipps bereit, um einem Lebensstil näher zu kommen, mitsamt dem alle Menschen heute und in Zukunft leben können, ohne dass das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen gerät.

Santa hat es vorgemacht und errechnet, dass sie (vor Beginn des Selbstversuchs) knapp unter 5 Tonnen CO2 im Jahr verbraucht hat. Es stehen uns, wie die meisten von uns wissen, 2,7 Tonnen zu. Auf wieviel Tonnen kommt ihr bisher? Und was könnt ihr schaffen, wenn ihr wirklich wollt? Wir Deutschen verbrauchen im Durchschnitt jedenfalls ganze 11 Tonnen… Das Ziel der Oktober Challenge ist, auf 2.7 : 12 Tonnen CO2 zu kommen.

Wir sind auf eure Erfahrungen genauso gespannt wie auf alles, was wir selbst erleben werden. Aber bevor es los geht möchten wir die drei wichtigsten Stellschrauben noch einmal etwas näher betrachten. Uns soll niemand nachsagen können, wir würden unsere Mitstreiterinnen und Mitstreiter nicht ordentlich vorbereiten auf die nächsten Wochen. Außerdem werden wir die CO2-Challenge natürlich über Facebook und Twitter begleiten. Mit unserem Chat ebenso wie mit speziellen Texten, Interviews, etc.

Stellschraube 1: Heizenergie- und Strom-Bedarf

Für die Heizung unserer Wohnräume verbrauchen wir besonders viel Energie. Je mehr Quadratmeter wir beheizen und je schlechter diese gedämmt sind, desto größer sind der Heizenergie-Bedarf und damit der Treibhausgas-Ausstoß. Gerade für Einfamilienhäuser gibt es schon die Möglichkeit auf erneuerbare Energiequellen wie Holzpellets oder die Versorgung durch eine Wärmepumpe umzusteigen, aber für die Mehrzahl der Bevölkerung wird immer noch Gas verbrannt. Und das ist schlecht. Anna hat Glück. Sie erhält in Düsseldorf Fernwärme aus der Müllverbrennungsanlage. Natürlich ist es auch wichtig, die Temperatur unter Kontrolle zu halten und kurz und heftig zu lüften, statt lange die Fenster „auf Kipp“ zu belassen. Als Richtwert gelten 20°C für den Wohnbereich, 18°C für die Küche und 17°C für den Schlafbereich. Je weniger Wohnfläche umso besser.
Beim Strom empfehlen wir den einfachen Umstieg auf Ökostrom. Das ist wirklich kinderleicht und Ausreden doch eher schwer zu konstruieren, oder? Bei den Haushaltsgroßgeräten hilft das EU-Energieverbrauchslabel beim Stromsparen. Beim Neukauf also A++ bzw. A+++ – Geräte bevorzugen. Die Stromsparinitiative des Bundesumweltministeriums zeigt darüber hinaus, wie man mit überschaubarem Aufwand 1.000 kWh und mehr Strom sparen kann.
Stellschraube 2: Fernreisen und Autofahrten

Fernreisen, insbesondere mit dem Flugzeug, schlagen auf dem Klimakonto besonders negativ zu Buche. So entspricht ein Flug nach Mallorca und zurück bereits sechs Prozent der Treibhausgasemissionen eines Deutschen in Höhe von rund 11 Tonnen CO2-Äquivalenten. Aber auch die zurückgelegten Autokilometer und der Kraftstoffverbrauch des Autos sind von hoher Relevanz für die persönliche Klimabilanz. Laut Schätzungen des Umweltbundesamts könnten besonders in Ballungsgebieten bis zu 30 Prozent der Pkw-Fahrten per Rad zurückgelegt werden. Denn etwa die Hälfte aller Fahrten mit dem Auto ist unter 5 Kilometer lang.
Beispiel: Wer im Vergleich zum deutschen Durchschnitt täglich 20 Kilometer weiter mit dem Auto pendelt und noch eine zusätzliche Flugreise nach New York unternimmt, hat rund 50 Prozent mehr Treibhausgasemissionen als ein „Otto Normalverbraucher“. Oh, oh… sorry to tell you!
Stellschraube 3: Ernährung

Ein reduzierter Fleischkonsum sowie der Kauf von Bioprodukten wirken sich deutlich positiv auf die eigene Klimabilanz aus. Auch saisonale und regionale Produkte helfen, die Klimabilanz zu verbessern. So können Emissionen durch lange Transportwege und intensive Kühlung reduziert werden.
Beispiel: Durch eine gesundheitsbewusste nicht so fleischlastige Ernährung oder Vollwertkost kann man gegenüber einer durchschnittlichen Ernährung um die 15 Prozent Treibhausgas-Emissionen einsparen. Ebenfalls circa 15 Prozent lassen sich durch den konsequenten Einkauf von Bioprodukten einsparen.

Kurzum:
-Lassen wir das Auto doch einfach mal stehen, steigen auf Öffentliche oder einfach nur auf das Fahrrad um.
– Fußwege lassen sich als Träum- und Besinnungswege umfunktionieren.
– Wie wäre es, mit Urlaub in der Umgebung? Oder man nimmt den Zug und der Weg wird zum Ziel?
– Ziehen wir einfach einen Pulli an, wenn es im Herbst ein bißchen kälter wird, als im T-Shirt zu heizen.
– Ein Anruf oder ein paar Klicks genügen und wir beziehen stolz Ökostrom – let’s do it!
– Kurz duschen, und wieso nicht gleich zu zweit?
– Und tacklen wir Verpackung wie bereits schon in der Plastikfrei-Challenge vorgelebt.
– Lassen wir es uns weiterhin, zumindest zu einem grossen Teil, vegan schmecken.
Santa hat sich vorgenommen, im Oktober nicht zu heizen, alles zu Fuß zu machen (das spart ihr das Gym), weiter hauptsächlich bei der veganen Ernährung zu bleiben und Plastik, aber auch Papierverpackung weitestgehend zu vermeiden.
Anna wird ihrem Fahrrad und der Bahn treu bleiben, viel selbst machen um Verpackung und Transportwege einzusparen, sich so vegan wie möglich aus der Region ernähren und sich mit Kompensationsangeboten und anderen Klimainitiativen beschäftigen.

Außerdem werden wir beide natürlich ganz genau erfassen, was wir so emittieren und wo unsere persönlichen Stellschrauben sind. Für Anregungen sind wir dankbar und, wie ihr uns kennt, zu jeder Menge Veränderungen bereit!

So, bevor ihr völlig erschlagen seid… möchten wir euch einladen, den Versuch zu wagen. Wir selbst freuen uns auf die nächsten Wochen. Wir finden die Tatsache spannend, dass alles mit allem zusammenhängt. Wir werden berichten!
Gutes Gelingen! Bon voyage!

Eure Meyers und Euer Think Tank 30

 


 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

 

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