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Die Vielfalt der “Fairtrade”-Gütezeichen & nützliche Produktinfos – Claudia will’s wissen

Liebe Leser,

da der letzte Beitrag mit dem Thema Fairtrade schon eine gewisse Länge hatte, habe ich Teile zum zweiten Teil ausgelagert. Auf die erwähnte Vielfalt der Fairtrade Zeichen / Logos möchte ich hier nun eingehen und diese mit Informationen füllen. Auch praktische Informationsmöglichkeiten zu Fairtrade Produkten, wie zum Beispiel der Fairtrade Code, findet Ihr am Ende dieses Beitrags.

Zur Erinnerung das gültige internationale Fairtrade Gütesiegel, das aus den Dachorganisationen der Fairhandelsorganisationen entstanden ist, sieht so aus:

fair

Weitere Siegel / Zeichen für Fairen Handel:

 Die Gütesiegel sind aus den unterschiedlichen Organisationen und Firmen entstanden, die sich dem Thema “Fairer Handel” widmen. Wegen der unzähligen Siegel und Zeichen sind hier nur einige aufgeführt, die eine hohe Bedeutung haben oder als Beispiel für weitere Arten stehen.

Kennzeichnung für Produkte:

UTZ Certified ist ein Gütesiegel für nachhaltigen Anbau von Agrarprodukten. Es schließt Kinderarbeit aus. Es legt keine Mindestverkaufspreise fest, sondern überlässt die Preisbildung dem Markt. Ob die Einhaltung der UTZ-Kriterien finanziell honoriert wird, hängt letztlich von der Bereitschaft der Aufkäufer ab, einen Aufpreis für zertifizierte Produkte zu bezahlen. Es wird als das am stärksten marktorientierte Siegel eingeschätzt.

FLOWER LABEL ist ein Gütesiegel für Schnittblumen, die unter Sozial- und Umweltstandards produziert werden. Das Siegel wird von dem gemeinnützigen Verein FLP (Flower Label Program e.V.) an Blumenfarmen vergeben. Zentrale Kriterien der FLP-Zertifizierung sind:

  1. Gewerkschaftsfreiheit
  2. Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
  3. Festverträge und überdurchschnittliche Sozialleistungen
  4. Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit
  5. Verantwortlicher Umgang mit natürlichen Ressourcen
  6. Verbot von hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln

FairRubber ist ein Nachhaltigkeitslabel, das ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt und wird in Naturlatexprodukten wie Bekleidung, Sport, Spiel und Gesundheit vergeben (Beispiele: Gummistiefel, Sneaker, Flip Flops, Matrazen, Wärmflaschen, Kondome…). Unabhängige Kontrollen und Sanktionen sind Bedingung.

Die Forest Stewardship Council Warenzeichen auf Holz und Holzprodukten stehen weltweit für Transparenz und Glaubwürdigkeit. Sie gewährleisten, dass Menschen und Natur fair und verantwortungsvoll behandelt werden. Dabei wird nicht nur die Waldwirtschaft zertifiziert, sondern die ganze Handelskette bis zum Endprodukt.

Das “Hand in Hand”-Siegel ist das firmeneigene Fairhandels-Siegel von Rapunzel. Es wird nur von Rapunzel oder mit der ausdrücklichen Genehmigung von Rapunzel auf Produkten verwendet, deren Zutaten zu über 50% von “Hand in Hand”-Lieferanten stammen und zu “Hand in Hand”-Konditionen bezogen wurden. Es ist gleichzeitig ein Bio-Siegel. Die Gegenüberstellung der “Hand in Hand”-Standards und FLO-Standards gibt es auf der Rapunzel-Homepage.

Das Naturland Fair Zeichen ist ein Fairhandels-Siegel von Naturland. Naturland hat es in enger Zusammenarbeit mit den Fairhandelshäusern entwickelt und weltweit geltende Fair Trade-Richtlinien festgelegt. Bestehende Standards, wie die von FINE, galten in der Entwicklung der Naturland Fair Richtlinien als Mindestanforderungen. Sowohl ökologische als auch Fair-Handels-Kriterien werden in einem Arbeitsgang überprüft. Das spart Kosten und Zeit. Durch Naturland Fair haben jetzt auch Bauern, Verarbeiter und Händler in Industrieländern die Möglichkeit, sich nach Fair-Handels-Richtlinien
zertifizieren zu lassen. Das heißt, das ganzheitliche Produkt kann zertifiziert sein, auch wenn einzelne Bestandteile in Industrieländern fair hergestellt wurden. Zur Erinnerung: das Fairtrade Siegel wird nur für Produkte / Produktanteile aus Entwicklungsländern ausgestellt.

Das Fairglobe Zeichen ist ein firmeneigene Fairhandels-Siegel von Lidl, das von „Die Verbraucher Initiative e.V.“ mit eigenen Vergabekriterien vergeben wird. Dieses Firmensiegel ist nur ein Beispiel von sehr vielen.

Goodweave Die Entstehung des Siegels geht zurück auf den Kampf von Brot für Welt, Misereor, terre des hommes und UNICEF und engagierten Teppichfirmen, die sich gegen ausbeuterische Kinderarbeit einsetzen. GoodWeave International engagiert sich seit 1995 für die Abschaffung von illegaler Kinderarbeit in der Teppichproduktion. Mit dem Zertifizierungs- und Inspektionsverfahren der Organisation soll Kinderarbeit in der Teppichindustrie beendet, Kindern eine gute Schulbildung und erwachsenen Knüpfern menschenwürdige Arbeitsbedingungen ermöglicht werden. Jedes Siegel erhält einen Code für die Rückverfolgung.

Xertifix wurde 2005 unter Beteiligung von Misereor gegründet und zeichnet indische Natursteine aus, die nachweislich ohne Kinder- und Sklavenarbeit produziert werden.

Fair Stone: Hier handelt es sich um eine seit 2007 gültige Zertifizierung für internationale Sozial- und Umweltstandards, die den ganzen Fertigungsprozess für Natursteinimporte in China, Vietnam und der Türkei beinhaltet. Also nicht nur einzelne Firmen, sondern den ganzen Beteiligungsprozess.

Es werden nicht nur Produkte mit solchen Siegeln gekennzeichnet sondern auch Organisationen.

Gütezeichen der WFTO: Wer dieses Zeichen hat ist Mitglied der WFTO und ist eine zertifizierte Fair-Handels-Organisation. Es ist sozusagen das Gütezeichen für Fairtrade-Mitglieder.

Rainforest Alliance Certified ist eine Umweltschutzorganisation und bietet KEINE Mindestpreise, schließt aber Kinderarbeit aus. Sie gilt als zu industrienah.

Rugmark ist ein Zusammenschluss von indischen Nichtregierungsorganisationen, deutschen und internationalen Hilfswerken und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit zu einer NON Profit Organisation, die die Bekämpfung der Kinderarbeit in der indischen Teppichindustrie zum Ziel hat.

 

Infos zu Pionieren der Fairhandelsunternehmen und deren Zeichen / Logos

EL PUENTE: Die GmbH wurde 1972 gegründet und entstand aus dem Ökumenischen Arbeitskreis Entwicklungshilfe. Die Gesellschaft ist zweitgrößter Importeur von fair gehandelten Produkten in Deutschland und widmet sich zusätzlich auch der entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationsarbeit.

GEPA ist der größte Importeur für fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsländern in Europa. 1975 wird der Gesellschaftsvertrag unter folgenden Gesellschaftern unterzeichnet: Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED), Misereor Arbeitsgemeinschaft der Dritte Weltläden. Das Unternehmen bietet fair gehandelte Produkte nicht nur in Weltläden sondern auch in vielen Bio- und Supermärkten an. Wie schon unter Kritik im letzten Beitrag erwähnt, geht GEPA die Kennzeichnung durch das Fairtrade Gütesiegel nicht mehr weit genug. Das fair plus-Zeichen von GEPA weist auf die Mehrleistungen des Unternehmens hin. Weitere Infos dazu hier . Wegen der 100% Fairtrade Garantie, also zusätzlich für die fair gehandelten Inhaltsstoffe aus Industrieländern, ist das Naturland Fair Zeichen auf vielen GEPA Produkten zu finden. Das Fairtrade Gütesiegel hat bei vielen Mischprodukten aus Industrie- und Entwicklungsländern ausgedient. Es befindet sich auch nicht mehr auf allen Monoprodukten wie Kaffee.

BanaFair ist eine Importgesellschaft, die seit 1986 Bananen zu Fair-Trade-Bedingungen nach Europa einführt und vertreibt. Banafair ist Gründungsmitglied des Forum Fairer Handel seit 1993. BanaFair setzt einen politischen Schwerpunkt in der Durchsetzung sozialer und ökologischer Mindeststandards bei der Bananenproduktion. Sie haben auch die vertraglich festgelegte Fair-Trade-Prämie und finanzieren dadurch soziale und ökologische Projekte von Partnerorganisationen, die darauf abzielen, die Arbeitsbedingungen und die soziale Situation der Produzentenfamilien zu verbessern.

dwp (dritte-welt-partner) Gegründet wurde die dritte welt partner GmbH 1988 durch mehrere Weltläden in Oberschwaben. Sie ist Mitglied bei der WFTO, sowie dem Forum Fairer Handel. Die dwg ist anerkannter Importeur für Lebensmittel und Kunsthandwerk zu fairen Preisen und Konditionen (Bio- und Sozialzuschläge und Vorfinanzierungen) und beliefert als Großhändler Welt- und Naturkostläden in ganz Deutschland und Österreich.

Contigo ist Mitglied der WFTO und anerkannter Lieferant der deutschen und österreichischen Weltläden. (Gründung 1994)

 

Nun aber zu etwas Praktischem:

Informationsmöglichkeiten zu Fairtrade Produkten

Durch die Kennzeichnung der Produkte mit dem internationalen Fairtrade Gütesiegel und zusätzlich mit einer Fairtrade Nr. findet man auf der Internetseite von Fairtrade Informationen zum Produkt wie z.B:

  1. Herkunftsgebiet
  2. Produzenten
  3. Vertriebsunternehmen

Auch gibt es Informationen zu Fairtrade-Standards wie den garantierten Mindestpreis des Produkts, sowie die Höhe der Prämie. Also genau für das, was in dem Produkt steckt. Wofür die Prämie eingesetzt wird, entscheidet die Produzentengruppe selbst, daher ist die Verwendung von Produkt zu Produkt unterschiedlich. Zu Informationen über bereits realisierte und zu noch geplante Projekte wird man auch je Produkt- Nr. fündig. Z.B. Schule, Brücke Umstellung auf Bioanbau… Bei diesem Beispiel mit dem Code: 3862006 findet man die Partner-Firma REWE und die Produzenten von Kakao, Zucker, Vanille, die für diese Schokolade ihren Beitrag geleistet haben:

  1. Die Zucker-Kooperative Asocace in Paraguay
  2. Die Kakao-Kooperative ACOPAGRO in Peru
  3. Die Kooperative Mananara in Madagaskar
  4. Die Kakao-Dachorganisation Conacado in der Dominikanischen Republik

Für diejenigen, die sich für die Verwendung der Produkt-Prämie interessieren, hier der Link zu einem der Produzenten: der Zucker-Kooperative. Die Informationen zur Prämienverwendung stehen weiter unten, also Runterscrollen!

Das Siegel der Schokolade ist kein Bestandteilsiegel, sondern ein komplettes Produktsiegel für alle Inhaltsstoffe. Wie sieht es also mit der Milch und den darin enthaltenen Nüssen aus? Auf der Rückseite der Verpackung befindet sich ein Hinweis, dass die Bestandteile: Kakao, Zucker und Vanille in diesem Produkt einen Fairtrade Anteil von 57,1% ausmachen. Also ist der Rest wie Milch und Nüsse entweder nicht fair gehandelt oder stammen nicht aus Entwicklungsländern. Von einem 100% Siegel kann also nicht wirklich gesprochen werden. Aber es macht vielleicht auch keinen Sinn, wenn der Rest in Europa hergestellt wurde, denn das Siegel ist ja nur für Produkte aus Entwicklungsländern gedacht.

Eine andere Möglichkeit besteht mit einer kostenlosen Barcode App: barcoo

Sie bietet Verbraucherinformationen wie:

  1. Produktvergleiche
  2. Bewertungen
  3. Wikipedia Links
  4. Auswirkungen auf die Umwelt
  5. Nährwerte
  6. Nachhaltigkeitsinformationen (wie Wasser-Fußabdruck von Schokolade, Greenpeace Infos, Fairtrade-Herkunftsangaben)

Hinter den Fairtrade-Herkunftsangaben werden die Produzenten aufgelistet und der Link zum Fairtrade-Code existiert auch. Wer also nicht auf die Details verzichten will, kann mit dem Internetzugang direkt per Handy auf die Daten des Produktes zugreifen, ohne den Code manuell zu erfassen.

Wer sich für mehr Hintergründe, also die Geschichte, Monitoring & Zertifizierungen und Kontroversen der weiten Fairtrade Welt interessiert, sei herzlich eingeladen, meinen vorherigen Artikel Die Geschichte vom Fairen Handel zu lesen.

Ich hoffe, dass ich auf Grund der Vielzahl von Siegeln / Zeichen nicht ein elementar Wichtiges übersehen habe. Sollte dies der Fall sein bitte ich um Info, damit es noch nachgereicht werden kann.

Mit diesen Infos verabschiede ich mich bis zum nächsten Beitrag im neuen Monatsthema. Last Euch überraschen.

Grüße Claudia

Quellen: Wikipedia, Firmen Homepages, und Internetseiten wie: http://www.fairtrade.de/index.php/mID/3.3.4/lan/de

 

tt30-logoWeitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Die Nachhaltigkeitschallenge 2014“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

45 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr interessanter Artikel, ich habe dieses Problem ständig, dass ich gar nicht weiß was diese ganzen “bunten Bildchen” auf den Verpackungen bedeuten sollen ;) Allerdings können wir uns meiner Meinung nach glücklich schätzen, dass wir solche Luxus Probleme haben. In Afrika haben viele Menschen gar nichts zu essen und in den USA gibt es nur einen Bruchteil an Nahrungsgesetzen wie wir sie haben. Es lebe Deutschland :D (Ps: Bin kein Patriot!)

    Mit freundlichen Grüßen
    Harald!

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  33. Hi!

    Das war wirklich ein toller Artikel! Sehr informativ! Wirklich toll!
    Gütesiegel dieser Art sind unserer Meinung nach ein Segen. Diese stellen sicher, das die Dienstleistungen fair produziert wurden. Aber nicht nur das ist von Bedeutung! Gütesiegel generieren auch Besucherzahlen. Sie schaffen Vertrauen zum Kunden.
    Sicherheit ist aber auch wichtig…. Ohne sie wären wir den Gefahren ausgesetzt, die man tagtäglich im WWW aus dem Weg gehen möchte.

    Fazit : Gütesiegel sind notwendig.

    MfG,

    kundentests.com

    Antworten

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