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Alternativen zu Plastikgeschirr – Wieder entdeckt!

Täglich essen kleine Kinder von Plastiktellern, nutzen Plastiklöffel und trinken aus Plastikflaschen und -bechern. Wir denken gar nicht mehr darüber nach. So selbstverständlich ist dieses Plastikgeschirr in allen Haushalten. Mit der Geburt erhält man oftmals bereits im Krankenhaus die erste Werbekiste. In ihr viel Werbematerial zum Lesen und ein Satz brauchbarer Plastikartikel.

Plastikgeschirr Plastik sucht Alternative

Wir hatten da zum Beispiel einen Schnuller und einen Trinkbecher mit Schnabelaufsatz. Die Freude war groß und die Werbeflyer schnell entsorgt.

Spätestens bei der Ernährung mit Brei und den ersten Fastfood-Breimischungen landeten die nächsten kostenlosen Plastikschüsseln im Haushalt. Ich frage mich heute, warum ich diese Plastikartikel so einfach akzeptiert und sie nicht hinterfragt habe. Ich habe, ehrlich gesagt, an Alternativen gar nicht gedacht. Wir hätten genug alte Restbestände von Suppen- oder Müslischüsseln aus Porzellan oder Keramik gehabt. Warum hat man nicht generell alte Tassen und Metallbesteck verwendet? Weil Plastik nicht kaputt geht und noch dazu billig ist. Weil Plastik nicht so heiß wird wie Metall oder Keramik … und weil halt! Ist ja logisch!

Aber sind die Vorteile wirklich so bombastisch, dass es keine Alternativen zu Plastik gibt? Okay, zur Zeit als meine Kinder auf die Welt kamen, gab es noch kein Verbot für Bisphenol A in Kinder-Trinkflaschen oder Schnullern. Die Milchfläschchen waren auch aus Plastik und keinen hat es gestört. Man wusste es schlichtweg nicht besser!

Wir hatten zu Beginn nur eine Plastikflasche und noch 6 Glasflaschen aus meiner Kindheit. Bis zum zweiten Kind schrumpfte der Glasflaschenbestand und so war, nach der Milchfläschchenzeit des zweiten Kindes, keine der 6 Flaschen mehr vorhanden. Die Plastikflasche blieb. Beim genaueren Hinschauen stelle ich nun fest: Sie ist aus PC Plastik und zählt zu den ungesünderen Plastikarten. Gerade bei warmem Inhalt lösen sich hier die schädlichen Inhaltsstoffe aus dem Plastik. Mehr als ärgerlich! Diese billigen Breischüsseln haben noch nicht einmal einen sichtbaren Plastik- oder Recyclingcode. Das Plastik wird nicht besser gewesen sein. Nach all den Mahlzeiten weisen diese Behälter zudem unzählige Kratzspuren und Schnitte auf, denn sie wurden nicht nur für Brei verwendet. Das Mikroplastik ist also mit den durch Wärme gelösten Substanzen gleich mitgegessen worden. Über gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe und gesundheitliche Folgen habe ich bereits einen eigenen Beitrag zum Nachlesen verfasst: “Gesundheitliche Implikationen von Plastik“.

Sind wir vielleicht mit Bioplastik besser aufgestellt? Diese Art  gab es damals ja noch nicht, aber auch sie wäre heute keine wirkliche Alternative.

Die Schummelpackung Bioplastik als Alternative

Biologisch abbaubar Detail

Wäre Bioplastik wirklich nur aus Zucker oder Stärke, dann würde es sich wie unbehandeltes Zellophan in Wasser sofort auflösen, würde keine Säuren und auch keine Wärme vertragen. Da dieses Bioplastik aber die hohen Temperaturen der Spülmaschine übersteht, herunterfallen kann ohne zu zerbrechen und nach gesundem Bioprodukt klingt, glauben wir, dass dies die Alternativlösung zu unserem ungesunden Mineralöl-Kunststoff sein kann. Der Frage, ob Bioplastik eine Alternative ist, bin ich im Beitrag “Bioplastik-Was steckt dahinter?” nachgegangen. Leider hat dieses Bio nichts gemeinsam mit Biogemüse und auch die Aussage “abbaubar” ist nicht ausreichend. Bioplastik ist bereits aufgrund der verbesserten und erwünschten, hitzebeständigen Eigenschaften angereichert mit Zusatzstoffen aus Mineralölplastik und in einigen Fällen sogar bedenklichen Klebstoffen. Auch kann Bioplastik auf Basis von Mineralöl hergestellt werden und ist teilweise sogar abbaubar, aber nicht unbedingt kompostierbar.

Bioplastik sollte also nicht die erste Wahl sein. Was bleibt uns anderes übrig als den Blick zurück in die Zeit unserer Großeltern zu werfen? Auch sie wurden groß. Ohne Plastiklöffel und ohne Plastikschnuller! Und mit Sicherheit haben sie sich auch nicht ständig an den Metalllöffeln den Mund verbrannt. Es gehört allerdings ein bisschen mehr Achtsamkeit dazu.

Achtsamkeit auf die Wärme des Essens, die ungestümen Bewegungen der Kinder, die schon mal, wenn sie müde sind, das Glas oder den Teller vom Tisch fegen und auch etwas mehr Zeit beim Abspülen wenn es sich um Holzalternativen handelt.

Echten Alternativen zu Plastikgeschirr

Restgeschirr aus Keramik und GlasMit dem Blick zurück in die Vergangenheit ist klar: Teller, Flaschen und Becher waren aus Materialien wie Keramik, Porzellan, Glas und Metall. Sicher kein Edelstahl wie es das heute gibt. Wer jetzt nicht das 8- oder 10-teilige Komplettset des teuren Familiengeschirrs an die Kinder verlieren will, kann sich auf Flohmärkten oder auch im Wertstoffhof einiges an Restgeschirr billig bis kostenlos zusammen sammeln. Der Wertstoffhof mag es allerdings nicht wirklich, wenn man noch brauchbare Gläser, Tassen, Schüsseln oder Teller aus dem Schuttcontainer herausfischt, aber versuchen kann man es ja mal, wenn man gerade was entsorgen muss. Diese zerbrechlichen Restbestände  fanden auch bei unseren Kindergeburtstagsfeiern Verwendung und haben die bunten Plastikteller abgelöst. Kein einziger ist bei diesen Feiern zu Bruch gegangen. Wirklich verwunderlich, oder doch nicht?

Kinder lernen schließlich auch den Umgang mit zerbrechlichen Gegenständen. Je früher man damit anfängt, umso logischer ist Ursache und Folge. Einen Plastikteller kann man schließlich 100 mal herunterwerfen und er geht nicht kaputt. Was redet die Mama also für einen Blödsinn! Und so hebt man Plastikschüsseln wie Spielzeug immer wieder auf, ohne dass die Folgen wirklich verständlich werden. Wenn dann mal ein richtiger Teller oder ein Glas mit einem sauberen Rumps zu Boden fällt, die Scherben überall herumliegen und eine Aufräumaktion folgt, ist ziemlich schnell klar, die Mutter redet keinen Stuss.

Holzlöffel und -brett

Aber auch Schüsseln, Bretter und Löffel aus Holz sind geeignete Alternativen. Eine Brotzeit oder ein Rohkostteller müssen ja nicht unbedingt in einer Keramikschüssel angeboten werden. Das Holzbrettchen hat außerdem einen weiteren Vorteil. Es existiert kein störender Rand, der bei der Auswahl und der noch nicht optimalen Motorik überwunden werden muss.

Wer dennoch eine nahezu unkaputtbare Holzschüssel sucht, kann auch Kokusnussschalen upcyceln. Hier ein paar Exemplare die allerdings schon eine zeitintensive Bearbeitung erfordern und auch gerne verkauft werden. Handmade in Germany! (Momentan gibt es leider wegen ungeeigneter Kokosnüsse Lieferschwierigkeiten.)

© cocouai design

Die Alternative Bambusgeschirr klingt toll nach Holz, ebenso  wie Bambusschneidebrettchen. Doch der Schein trügt viel zu oft. Man sollte  genau hinsehen und besonders deutlich nachfragen, denn Bambus ist ja kein dickes Massivholz. Es wird in kleinen Streifen oder Krümeln verleimt. Und da liegt der Haken im Detail. Viel zu oft erhält das Produkt, das mit 100% aus natürlichen Materialien oder abbaubares Bioplastik beworben wird, Melaminharze. Diese Klebstoffe beinhalten Formaldehyd und gewähren Hitzebeständigkeit für die Spülmaschine, aber auch Säurebeständigkeit. Also nicht gerade eine wirklich gesunde Komponente. Zum Nachlesen hier ein Beitrag mit dem Titel: Von wegen Öko!

Immer dann wenn es um Haltbarkeit bei Hitze, Wasser und Säure geht, ist generell Achtung geboten. Gleiches gilt für Melaminplastik-Geschirr, das ja nur eine Wärme von 70 Grad verträgt ohne Schadstoffe abzugeben. Solches Melaminplastik bitte nicht in der Mikrowelle erwärmen oder mit kochendem Wasser übergießen. Siehe dazu auch den Beitrag der Stiftung Warentest.

Brotzeitdosen und Getränkeflaschen für Kindergarten und Schulzeit

Hier gibt es Alternativen. Die Glasvariante für Flaschen ist nicht gern in diesen Einrichtungen gesehen. Verständlich! Es gibt zum Glück Edelstahllösungen. Aber nicht jedes Edelstahl ist optimal. Was die Nummern im Einzelnen bedeuten hat Nathalie Rau von Kivanta mir vor langer Zeit toll erklärt. Diese und weitere Informationen zu Edelstahl und andere alternative Materialien sind geschrumpft in einem Beitrag zur plastikfreien Bevorratung gelandet. Wer sich gerne ausführlicher zu alternativen Materialien und Produkten informieren möchte, kann dieses umfangreiche Wissen mit selbstgetesteten Produkten auf Nathalies Internetseite mit den dazugehörigen Produkten abrufen und vertiefen. Als Mutter von drei Kindern mit viel Leidenschaft und Engagement auf dem Gebiet, weiß sie sehr gut, was sinnvoll, praktisch und gesund ist. In den nächsten Tagen werden wir ein Interview mit ihr veröffentlichen. Sie gibt uns Antworten auf unsere Fragen und nennt uns ihre Top 10 für  ein gelungenes “Green Parenting”. Auch ein Beitrag zur Ecobrotbox ist in Planung. Ihr dürft gespannt sein.

Grüße Claudia

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Weitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Finding Sustainia“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome

43 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  35. Hallo Claudia!

    Als ich Kind war, hatte ich Märchenteller aus Porzellan. Ich habe sie geliebt. immer wenn ich aufgegessen habe, kamen die wunderschönen Märchenfiguren zum Vorschein.

    Von diesen Tellern konnte ich mich nicht trennen und habe sie für meine eigenen Kinder aufgehoben. Sie haben sie auch sehr gemocht. Porzellan ist definitiv eine Ersatzmöglichkeit in meinen Augen!

    lg
    Maria

    Antworten

    • Hallo Maria,
      danke für diese nette Geschichte. Stimmt kann mich an solche Teller auch erinnern. Nur meine waren aus Plastik :-(
      Und die haben wie soll man sagen sogar überlebt. Verwendet hatte ich diese allerdings nicht.
      Grüße Claudia

      Antworten

  36. Liebe Claudia

    Du hast recht. Eine Alternative wäre die Eshly Deli Box bei Kivanta.de zu erwerben.

    Antworten

    • Hallo Britta,
      das sind sehr hübsche Dosen :-)
      Ansonsten ist mir Emaile in diesem Beitrag irgendwie durch die Finger gerutscht. Das gab es zu Großmutterzeiten wohl auch schon.
      Viele Grüße
      Claudia

      Antworten

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