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Ein regionales Leben II: Praxis, Bezugsquellen, Eiweiß – Rubina an Santa

Hallo Santa, habe mir den Versuch vorgenommen, wirklich regional zu futtern. Hätte ich im Winter sicher nicht gemacht, aber die Saison ist ja gerade sehr geeignet dafür. Da bekomme ich allerdings durchaus ein wachsendes Verständnis für die Haltung unserer (Ur)großelterngeneration zum Vegetarismus. (Nachtrag: Rubina ist Vegetarierin) Die glaubten hier nämlich, dass eine Ernährung ohne Fleisch gesundheitsschädlich sei.

Leicht zu bekommen sind frische Gemüse und frisches Beerenobst (allerdings überwiegend konventionell) sowie Kirschen. Bei Hülsenfrüchten wird es schwieriger. Im Bioladen gab es in der ganzen Zeit nur einmal Dicke Bohnen, auf dem Bauermarkt gibt es sowohl Erbsen als auch Bohnen. Beides allerdings nicht ganz billig. Für 129g Bohnenkerne habe ich im Bioladen 2,87 Euro bezahlt, konventionell hätte ich 97 Cent bezahlt. Bei den anderen Gemüsen ist konventionell angebautes Gemüse direkt beim Erzeuger gerade fast genauso teuer wie beim regionalen Biobauern.

An Gewürzen gibt es auf dem Bauernmarkt Petersilie, Schnittlauch und manchmal Rauke oder Bohnenkraut oder Dill im Angebot und privat komme ich an Minze, Rosmarin und einmal auch Kapuzinerkresse. Selbst habe ich noch Basilikum im Topf.Salz gibt es regional nur im Mineralwasser. (Ich esse entsprechend viele Kräuter zur Zeit;-)

An Brot gibt es Roggen und Weizenbrote in Bioqualität. Dinkel scheint gerade wohl zu nachgefragt, so dass die Mühlen da gerade keine Vorräte mehr zu haben scheinen. Wird jedenfalls aktuell nicht angeboten.

An Getränken habe ich Leitungswasser, Mineralwasser, Kräutertees, Löwenzahnwurzelkaffee und Früchtetee (eigene Herstellung vom Vorjahr) zur Verfügung.

An Öl/ Fett gibt es Rapsöl.

Rohmilch sowie Schnittkäse gibt es im Angebot, aber leider nur sehr unregelmäßig. Wollte eigentlich mal Quark machen, aber zweimal ist die wöchentliche Milchlieferung ausgefallen.

Nüsse waren das größte Problem. Damit decke ich normalerweise einen Teil meines Eiweißbedarfs. Getreide und Nüsse/Ölsaaten ergänzen sich ähnlich wie Hülsenfrüchte und Getreide/Reis/Mais vollwertig. Und wo die Hülsenfrüchte schon nur begrenzt und nicht gerade billig als Frischware vorhanden sind…

Habe aber zufällig einen Händler (leider nur auf diesem jährlich einmal stattfindenen Markt) gefunden, der lokal geerntete Walnüsse anbot. Habe mich gleich eingedeckt.

Eier und Fleisch wären auch kein Problem. Im Bioladen hängt gerade eine Ankündigung, dass im August geschlachtet wird und Interessierte sich vorher bis zu einem bestimmten Termin melden müssten.

Meine aktuellen Favoriten sind Grüne Soße mit Pellkartoffeln – mein Kartoffelkonsum ist aktuell fast sprichwörtlich “deutsch”;-)  sowie Walnusskerne mit Fruchtaufstrich (selbstgemacht) auf Biostuten.

Habe angefangen, bei den unterschiedlichen Vertreibern von Biogetreide und Hülsenfrüchten, die mit innerdeutschen Produkten werben nach den Anbauregionen zu fragen.

Die Idee kam mir, nachdem ich nur Steinsalz und Erbsen aus Süddeutschland fand und auch die Tüten der Mehlsorten im Bioladen angaben, überwiegend/ausschließlich aus der Bodenseeregion zu stammen.

Mir wurde einmal gesagt, dass Wein aus Chile, der mit dem Schiff transportiert wurde vom CO2 Ausstoß her günstiger sei, als Wein der mit dem Lastwagen aus Südspanien oder Süditalien herangekarrt werde. (Wahrscheinlich weil die Weinflaschen so schwer sind, denn bei Gemüse habe ich an anderer Stelle Gegenteiliges gehört und da immer ich nicht wirklich weiß, wie solche Zahlen gewonnen werden, kaufe ich normalerweise ohnehin nur Lebensmittel von dort, die regional nicht wachsen und ansonsten wechsele ich ab zwischen türkischen Linsen aus Bioladen und Weltladenprodukten)

Linsen vermisse ich wirklich. Habe gesehen, dass es Kichererbsen aus Italien gibt.

Wie sieht es bei dir aus?

Ganz neugierige Grüße,

Rubina

 


 

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