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Challenge No.9: Meyer&Meyer konsumerien slow + vegan

Eat vegan – pray, love and live slowly!

Im Rahmen der Nachhaltigkeitschallenge 2014 haben wir uns für September folgendes vorgenommen: ein V-E-G-A-N-E-S und L-A-N-G-S-A-M-E-S Leben!

Klingt schwierig? Wir geben zu, dass es nicht einfach ist. Aber alle, die es wirklich versuchen und sich auf den Weg machen all die guten Seiten eines veganen Lebens zu entdecken, werden begeistert sein. Glaubt ihr nicht? Na, dann probieren wir’s aus und sind in 30 Tagen schlauer.

Deal?

Santa und Anna, die sich dem Meyer&Meyer Selbstversuch Nachhaltigkeit verschrieben haben, sprechen da aus Erfahrung! Und hier findet ihr zum einen viele gute Gründe für jede Entscheidung auf tierische Produkte zu verzichten. Und unsere Bilanz. Für alle, die schonmal einen Blick voraus werfen möchten.

vegan

Quelle: Theresa Meyer

Warum man den Genuss von tierischen Produkten einschränken bzw. sogar einstellen sollte? Wir versuchen es kurz zusammen zu fassen: Unser derzeitiges auf Masse und Tiefpreise ausgelegte System fordert einen hohen Tribut von Umwelt und Tieren, die unter oftmals schrecklichen Bedigungen gehalten werden. Für ein Kilo Fleisch braucht man zudem ca. 16 kg Getreide – das zumeist aus Ländern importiert wird, in denen Menschen nicht gerade im Überfluss leben und die Anbauflächen sicherlich besser nutzen könnten. Abgesehen von Lebensmittelskandalen, die oftmals tierisiche Produkte betreffen, steht der kurze Genuss eines preisgünstigen Stück Fleischs einfach in keinem Zusammenhang zu den negativen Auswirkungen, die es mit sich bringt. Klar, darüber machen wir uns in der Regel allzu wenige Gedanken. Aber mindestens einen Monat lang möchten wir uns nun dieser Thematik widmen und den Zusammenhängen auf den Grund gehen, die unsere sorglose Ernährung so mit sich bringt.

tierische verluste

Quelle: 2000m2.eu, ARC2020

Und leider geht es nicht nur um Fleisch und Fisch. Ebenso ist die Sache verkorkst, wenn es um unsere Eier, unsere Milch und, und, und geht. Kein Lebewesen ist dazu bestimmt, fortlaufend Milch zu produzieren. (Hey, einige von uns haben ja auch schon mal gestillt. Stellt euch mal vor, dass müsste man Jahr-ein-Jahr-aus so machen?) Der Begriff Milchkuh ist da also ein wenig irreführend. Besonders auf diesen einen Zweck getrimmte Kühe werden regelmäßig geschwängert, um im Takt zu bleiben, sehen in den meisten Fällen anders als in unserer schönen Vorstellung so gut wie keine Weide und werden zur Produktionssteigerung medikamentös behandelt. Bilder von Legehennen und die Problematik, dass männliche Küken als Abfallprodukte geschreddert werden, sind uns leider, leider ebenfalls bekannt. Man könnte sie doch wenigstens groß ziehen und schlachten. Nein, viel zu unwirtschaftlich. Denn bei diesen Tieren geht es ja nicht um die von Menschenhand veränderte Art der Masthähnchen, in diesen „Produkten“ schlummern die mageren Legehennen-Gene… Immerhin gibt es jetzt Initiativen, dass Brüderküken weiter leben dürfen und die Preise in die Eier integriert werden. Uff, wir sollten dringend aufhören, bei diesem Thema in die Tiefe zu gehen. Oder doch? Ja, wir wollen in die Tiefe gehen. Biologische Tierhaltung ist absolut die bessere Alternative, nicht nur für die Umwelt, sondern ja, auch für unser Wohlbefinden (weniger Antibiotika, Hormone und schlechtes Futter in unseren Systemen). Nichtsdestrotrotz kann auch der idealistischste Biobauer nicht auf dem derzeitigen Markt bestehen, wenn seine Milchkühe nur wenige Liter produzieren und den Tag auf der Weide vertrödeln. Leider wird deshalb auch in der Biomilchviehzucht der Zyklus von ständiger Schwängerung, Trennung vom Kalb, das meistens schnell geschlachtet wird, beibehalten. Nach 5 Jahren in größtenteils Anbindehaltung sind auch unsere „Biokühe“ meist „verbraucht“ und landen auf dem Schlachthof. Irgendwie schon sehr traurig. Und bei „Biohühnern“ bzw. den männlichen Küken? – Lest hier. Dilemma after Dilemma.

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Quelle: Janson-Karikatur

Die Vegan Society definiert „vegan“ wie folgt: „… soweit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern, was dem Nutzen der Tiere, Menschen und der Umwelt dienen soll.”

In Punkto Ernährung geht es um den Verzicht von Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten sowie Honig. Wer neben der persönlichen Gesundheit noch mehr für Tiere und Umwelt tun möchte, verzichtet als nächstes auf Leder, Wolle, Seide – kurzgesagt auf Materialien, die durch die Ausbeutung von Tieren entstehen. Auch tierversuchsfreie Kosmetika und vegane Wasch- und Reinigungsprodukte sind inzwischen vielerorts erhältlich. Zahlreiche Hersteller weisen mittlerweile vegane Produkte mit dem Symbol der Veganblume oder mit dem Wort “vegan” aus und geben auf ihren Internetseiten Auskunft darüber, ob ein Produkt vegan ist. Rechtlich geschützt ist die Bezeichnung als “vegan” jedoch bisher nicht.

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Wir werden uns vor allem auf Ernährung und Kosmetik konzentrieren. Natürlich kaufen wir diesen Monat keine Seidenkleidchen, Wollpullis oder Lederpumps, aber unsere Sachen tragen wir einfach normal weiter. Schaut einfach, wie ihr es handhaben wollt.

Auch diejenigen, die sich gerade an die Stirn fassen, und „Nie im Leben!“ sagen, möchten wir ermutigen, zumindest teilweise auf tierische Produkte zu verzichten. Sei es einfach „nur“ vegetarisch,  „nur“ zum Frühstück mit Hafermilch im Müsli, „nur“ einmal in der Woche Fleisch am Sonntag oder, oder… Noch nicht bereit für einen solchen Schritt? Ihr könntet auch anfangen, tierische Produkte „nur“ von biologisch, regionalen Quellen zu beziehen. Viele berühmte Veganer haben gesagt, dass jede Entscheidung, ein tierisches Produkt wegzulassen bzw. vegan zu ersetzen, in die Positivbilanz unserer Umwelt eingeht. Klar, andere sind radikaler. Aber die Nachhaltigkeitschallenge genauso wie unser Selbstversuch sind eben ein Versuch. Während unseres ersten veganen Monats haben wir jedoch festgestellt, dass es wirklich geht und man wirklich jede Menge Erkenntnisse gewinnt. Ganz ehrlich, die Mühe lohnt sich! Anna und Santa möchten beide aus tiefstem Herzen betonen, dass sie ihre Vegan Challenge im März sehr genossen und viel, viel gelernt haben. Beide sind sogar so weit, dass sie ihren Alltag im Grundsatz mittlerweile vegan gestalten und tierische Produkte selten, aber dafür mit viel mehr Genuss verzehren. Vor dem Selbstversuch war Anna bereits vegetarisch unterwegs, aber noch keinen Tag in ihrem Leben vegan. Santa dagegen aß viel vegan, aber mindestens zwei Mal in der Woche Fleisch. Beide haben wir uns während der Challenges fit und frisch gefühlt und während Anna 2 kg abnahm, hatte Santa ganze 4kg weniger auf der Waage und wir wurden beide nach unserem „Beauty Program“ gefragt. Eine Ernährung, die viel auf frischem, (am besten) rohen Gemüse und Obst, Nüssen, Hülsenfrüchten, Nuss- oder Getreidemilch, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide beruht, ist einfach sehr gesund und ausgewogen. Anna ist hellauf begeistert von Soja (es gibt auch Sojaprodukte aus Deutschland z.B. von Taifun), aber bitte seid erst einmal vorsichtig bei der Umstellung, denn die Verdauung und das System müssen sich erst einmal umstellen und das Tofu-Eiweiss kann nicht jeder direkt in großen Mengen verdauen. Hafermilch dagegen ist eine große Wohltat, die eigentlich jedem gut tuen müsste. Ob gekauft, z.B. von Kölln Smelk oder selbstgemacht. Es ist auf jeden Fall eine gute Idee, sich einen persönlichen Berater anzulachen. Kostenlos, kenntnisreich und freundlich ist zum Beispiel das Team von PETA. Hier könnt ihr Euch anmelden um 30 vegane Tage lang mit Tipps und, bei Bedarf auch individueller Beratung, versorgt zu werden. Sie halten auch ein Vegan Starter Kit bereit.

Meyer-Zusatz in diesem Monat: Wir Meyer sind seit einigen Monaten auf den Geschmack von ergänzenden, auf innere Nachhaltigkeit gerichteten Challenges gekommen. So waren wir bereits minimalistisch und ursprünglich unterwegs – und möchten diesen Monat neben einem veganen Lifestyle einen langsamem, maßvollen Schritt einlegen. Wir haben nämlich gemerkt, dass man einen nachhaltigen Lebensstil nur schwer umsetzen kann, wenn man dauernd in Eile ist, keine Zeit für einen durchdachten Einkauf oder die wunderbare Beschäftigung des Selbermachens hat. Was wir uns für diesen Monat also vorgenommen haben: Wir schrauben unseren Überfluss einen Gang zurück. Unseren Überfluss an Terminen, an Ansprüchen, an Bedürfnissen. Und vor allem unsere Schnellligkeit. Wir versuchen langsamer zu laufen, zu atmen, zu leben. Wir beschränken uns auf eine kleine Auswahl an Kleidungsbasics, konzentrieren uns auf leichte Kost, und statten dem Internet nur noch seltene, kurze Besuche ab. Vielleicht fallen uns im Laufe des Monats auch noch weitere Aspekte ein. Auf jeden Fall soll der Weg das Ziel sein. We will take it slow! Anna wird mit der Bahn nach Bella Italia aufbrechen und dort für zwei Wochen Wanderurlaub in den Dolomiten machen. Rucksackleben inklusive. Santa wird bis Weihnachten das Reisen weitesgehend an den Nagel hängen und das Meiste, vielleicht auch Alles, zu Fuss bewältigen will. Wir Meyer sind davon überzeugt, dass Achtsamkeit und ein maßvoller Konsum einen wichtigen Baustein zu einer nachhaltigen Lebensweise liefern. Da wir keine Aussteiger sind, sondern Frauen, die die Vorzüge der Stadt durchaus genießen, ist es für uns besonders wichtig, innere Nachhaltigkeit auch im städtischen Kontext für uns umsetzbar zu machen. Unser Konsumverhalten und unsere Ernährung haben wir in den letzten Monaten schon stark verändert, am Konzept der inneren Nachhaltigkeit, die unserer Meinung nach die ideale Basis für weitere Veränderungen ist, feilen wir noch. Vegan and slow! Wir freuen uns in jedem Fall auf alle, die mitmachen, uns mit Tipps versorgen und von ihren Erfahrungen erzählen!

Ein spannender Monat liegt vor uns – betrachtet es nicht als Verzicht! It’s good. Promise.

 


 

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Weitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite „Finding Sustainia„, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Und ja, einen Hashtag gibt’s auch:#FS_NC14

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