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Vegan Challenge Chat – Daija & Diana

Daija: Hallo Diana! Wir bilden sicher im Team von FindingSustainia den größten Gegensatz: Vor dieser Challenge habe ich keinen einzigen Tag in meinem Leben rein vegan gegessen. Du hingegen lebst seit vielen Jahren vegan. Kannst du dich überhaupt noch an ein Leben mit Fisch, Fleisch und Co. erinnern?

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Vegan – so kam’s

Diana: Hallo liebe Daija, nicht einen Tag? Das kann ich gar nicht glauben. Aber bestimmt schon oft Mahlzeiten, ohne es zu merken. Viele Alltagsgerichte sind ja einfach vegan.
Ich kann mich sehr gut an das Leben “vorher” erinnern. Ich koche wahnsinnig gerne und komme aus einer Familie von “Gourmets”, bin schon früh mit jeder Art von Essen in Berührung gekommen und mochte auch das Meiste. Auch Fleisch und Fisch. Meine Mutter hat allerdings viel vegetarisch gekocht, weil sie es für gesund und ausgewogen hielt. Als ich ausgezogen bin, habe ich erstmal viel Quatsch gegessen. Wahrscheinlich aus spätpubertärer Laune heraus. Danach lernte ich richtig kochen und habe mich an allem versucht. Ich habe viel vegetarisch gekocht, weil ich mir als Studentin nicht oft hochwertiges Fleisch leisten konnte und auch weil mein Bewusstsein für Nachhaltigkeit wuchs.

Daija: Und dann?

Diana: Grundlegend geändert hat sich alles mit der Geburt unseres ersten Sohnes. Schon in der Schwangerschaft habe ich mich gefragt, was man einem Baby zu essen geben kann. Man wird mit vielen Widersprüchen konfrontiert. Und dann kam es so, dass er kein Fleisch essen wollte. Gar nicht! Er hat den Brei immer ausgespuckt. Daraufhin habe ich angefangen zu forschen, ob es schlimm ist Babys vegetarisch zu ernähren und wie man auf Nährstoffe achtet und habe das dann einfach gemacht.
Dabei habe ich mich ganz allgemein mit dem Thema beschäftigt und festgestellt, dass es auch für mich die bessere Wahl ist. Der Schritt vom Vegetarismus zum Veganismus war dann nicht mehr groß. Auch aus ethischen Gründen. Bis ich allerdings meinen Lebensstil komplett umgekrempelt hatte, ist einige Zeit vergangen.

Daija: Dein Sohn hat dich darauf gebracht? Das finde ich ja spannend. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Eine Mahlzeit ohne Fleisch ist in meinem Elternhaus keine. Oft gab es drei Mal am Tag Fleisch. Aber du hast Recht, viele meiner Mahlzeiten waren vor der Challenge vegan, aber viele meiner Kochbücher verlangten hier nach einem Schuss Sahne, dort nach einem Ei. Seit einer Woche versuche ich es nun ohne. Jetzt am Anfang ist es viel Arbeit, Rezepte zu finden, die hoffentlich allen schmecken und auszuprobieren.

Diana: Der Vater meines Mannes war Fleischer… Mein Mann kannte es von seinem Elternhaus auch so. Inzwischen kochen sie für mich so gut es geht. Das freut mich jedes Mal sehr. Es braucht in der Tat Übung. Da ich Kochbücher sammle bin ich immer inspiriert ;-). Allerdings habe ich Kinder, denen das Essen auch nicht immer schmeckt und die am liebsten Nudeln mit Soße essen. Das nervt mich oft.

Daija: Ha, ha, meine Tochter sagte gestern: “Wenn ich groß bin koche ich jeden Tag Pasta. Oder Fischstäbchen.” Kinder sind wohl einfach so. Apropos: Dein tolles Interview mit der Ernährungswissenschaftlerin Felicitas Kitali zu Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit hat mich auf das Veganstart Programm aufmerksam gemacht. 30 Tage lang landet jeden Tag eine informative Email von Felicitas in der Inbox. Es gibt Wissenswertes zu Nährstoffen, Literatur- und Filmtipps, Einkaufshinweise und natürlich Links zu Rezepten. Den Newsletter würde ich jedem Einsteiger wirklich empfehlen.

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Vegan unterwegs

Was ich allerdings gemerkt habe: Vegan sein wird in dem Moment schwierig, in dem ich das Haus verlasse. Zu Hause habe ich alle Zutaten die ich brauche, doch nicht nur lauern in Geschäften Versuchungen. In sehr vielen verarbeiteten Lebensmitteln sind tierische Inhaltsstoffe enthalten, deklariert oder nicht. Wie machst Du das unterwegs?

Diana: Den Tipp mit dem Newsletter hätte ich Dir auch gegeben.
Das stimmt, unterwegs ist es nicht einfach. Es hängt von der Situation ab und was ich vorhabe. Verarbeitete Lebensmittel meide ich generell eher. Dennoch sind sie manchmal praktisch. Ich versuche immer etwas dabei zu haben. Kennst Du Deliciously Ella? Ella Woodward hat auf ihrem Blog viele Tipps für Kleinigkeiten zum Mitnehmen, aber auch für das Mittagessen im Büro. Ganz toll und vor allem einfach vorzubereiten.
Schwierig finde ich es immer, wenn man eingeladen ist. Da fangen oft elend lange Diskussionen an. Ich bringe meistens etwas mit.
In Restaurants klappt es mittlerweile immer besser. In den letzten Jahren wächst das Verständnis für vegane Ernährung (aus welchem Grund auch immer) sehr und es wird immer entspannter den Salat oder die Pizza ohne Käse zu bestellen.

Daija: Attila Hildmann sei Dank? Er hat wahrscheinlich schon dazu beigetragen, dass es mehr Optionen gibt. Und Danke für die Hinweise zu veganen Snacks für unterwegs. Aber nehmen wir mal die vollkommen unrealistische Situation in der du als berufstätige Mutter zweier Kinder einmal unvorbereitet oder in Eile das Haus verlässt – was tust du, wenn dich der Hunger überkommt?

Diana: Na, ich faste! ;-) Ehrlich gesagt, konnte ich bisher immer etwas bekommen und wenn es ein trockenes Brötchen oder eine Banane aus dem Supermarkt war. Mein großer Sohn (der Fleischverweigerer) hat leider Zöliakie, sodass das mit dem Essen außer Haus immer blöd und kompliziert ist. Da kommt mir mein Vegansein ganz leicht vor. Vorbereitung und Vorrat sind der Trick. Wir haben eben immer etwas dabei und machen viel selbst. Das ist oft richtig stressig, aber uns bleibt ja keine Wahl. Aber sogar in unserer kleinen Stadt bekommt man inzwischen Kleinigkeiten für zwischendurch. Es hat kürzlich sogar ein veganes Café eröffnet.

Daija: Vorbereitung ist also das A&O. Ich sammele jetzt erst einmal fleißig Rezepte und probiere aus. Bist Du eigentlich ein Fan von Ersatzprodukten oder kochst Du eher Gerichte, die traditionell vegan sind?

Diana: Schon alleine wegen meines Sohnes gehen ganz viele Ersatzsachen nicht, weil diese auf Weizeneiweißbasis hergestellt werden. Außerdem habe ich den Deal mit meinem Mann: vegan ist ok, aber keine falschen Schnitzel. Wir kochen viel orientalisch, da ist oft das vegetarische Gericht ohnehin Vegan, oder gerne indisch inspiriert. Das mögen unsere Kinder zum Glück auch. In der Italienischen Küche gibt es auch viel. Manchmal muss man einfach nur den Käse weglassen. Tofu mögen wir auch alle sehr gerne. Man kann wirklich viel daraus machen. Was ich auch mag, ist ab und zu veganer Frischkäse. Der andere Käseersatz schmeckt mir überhaupt nicht.

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Nobody is perfect, oder: Einfach anfangen!

Attila Hildmann (man mag ihn oder eben nicht) hat viele Rezepte für Brotaufstriche und ähnliches. Seine Rezepte sind für Anfänger wirklich Klasse. Sie funktionieren und schmecken auch gut. Seine Bolognese und sein Chili sind großartig.
Wo man vielleicht umdenken muss, ist bei der klassischen “Dreifaltigkeit” auf dem Teller: Fleisch, Gemüse und Sättigungsbeilage. Da sind Beispiele aus anderen kulinarischen Traditionen besser: Couscous, Tagine, Curry, Chili…

Das Wichtigste ist einfach anzufangen und offen zu sein. Keiner ist perfekt und kann von Anfang an alles umsetzten und hinbekommen. Manches schmeckt nicht, klappt nicht oder sieht komisch aus, aber das ist ja bei “normaler” Mischkost auch nicht anders. Auch da soll man möglichst bunt und ausgewogen essen. Was motiviert Dich denn am meisten durchzuhalten?

Daija: Eigentlich finde ich es jetzt garnicht mehr so schwer durch zu halten. Viele der Gerichte, die ich koche, finde ich wirklich richtig lecker. Die Challenge fordert mich, aus der Routine auszubrechen. Meine Motivation ist ja zugegeben nicht nur mehr Nachhaltigkeit, sondern auch eine gesundheitliche. Pflanzliche Ernährung heilt. Also, glaube ich.

Diana: Das glaube ich auch. In Deutschland gibt es immer wieder Diskussionen darüber, in Kanada und den USA wird pflanzliche Ernährung gerade kranken Menschen empfohlen. Einem an Krebs erkrankten Freund aus Münster wurde auch ausdrücklich abgeraten Fleisch zu essen und dafür empfohlen morgens grüne Smoothies zu trinken. Es ändert sich etwas.
Halte mich bitte weiter auf dem Laufenden wie es Dir damit ergeht und bei Inspirationsmangel unterstütze ich Dich sehr gerne.
Ach! Noch eine nette Buchempfehlung: “Isa Does it” von Isa Chandra Moskowitz. Das macht gute Laune beim Lesen.

Daija: 1000 Dank, liebe Diana! Ich habe viel gelernt!

 

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