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#KonsumEntscheidet – Eine Bestandsaufnahme von Daija

Daija hat eine Bestandsaufnahme ihres Konsumverhaltens gemacht und Problemfelder identifiziert, die sie nun als Challengee unserer #KonsumEntscheidet #ErdoelNeinDanke Challenge angehen will. Wer macht es ihr nach? 

Wer, wenn nicht ich? Es gibt Menschen, die gerade in ganz Deutschland, ganz Europa, auf der ganzen Welt, in Flüchtlingslagern leben, die kein Geld für ein Busticket haben, oder nicht wissen, woher ihre nächste Mahlzeit kommt. Ich dagegen sitze gemütlich und, weil ich statt Kaffee eine Tasse heisses Wasser trinke, ein wenig selbstgerecht vor dem PC und überlege, wie ich in den nächsten Wochen nachhaltig und so ethisch wie möglich leben kann.

Im Alltag glaube ich oft, dass mein Lebensstil, wenn nicht in jeder Hinsicht nachhaltig, so doch ökologisch bewusst ist: Wir besitzen kein Auto, ich kaufe viele Dinge gebraucht, wäge bei vielen Anschaffungen Preis und Langlebigkeit gut ab und wasche meine Wäsche bei 30 Grad, bevor ich sie an der Luft trocknen lasse.

Convenience vs consciousness

Eine Berechnung meines ökologischen Fußabdrucks holt mich schnell zurück in die Realität. Ein Langstreckenflug jährlich? Um diese Bilanz auszugleichen muss ich den Rest meines Lebens (oder länger) Müll trennen. Manchmal komme ich mir vor wie Dr Jekyll und Mr Hyde. Meine Ansichten sind gut und nachhaltig, doch im täglichen Leben entscheide ich mich oft anders. Anders als Mr Hyde nicht böswillig, sondern schlicht aus Bequemlichkeit.

In Italien geht es unverpackt - vielleicht auch bald in London (1)

Die „einfachen Sachen“ (Jutebeutel zum Einkaufen mitnehmen, regionales Gemüse kaufen, wenig Fleisch essen) mache ich bereits – doch alles, was

…mit Mehraufwand verbunden ist (wirklich plastik- und verpackungsfrei einkaufen),

…irgendwie komisch ist (wiederverwendbare Monatshygiene), oder

…Anfangsinvestitionen erfordert (Hochleistungsmixer, um selbst Pflanzenmilch herzustellen)

habe ich bisher vermieden. Achselnzuckend, weil Kleinvieh nicht sooo viel Mist macht, und ein wenig resigniert, weil die Einzelne ja doch nichts ändern kann. Aber, nach dem Motto, wer, wenn nicht ich, möchte ich diese Dinge im Rahmen der #KonsumEntscheidet Challenge ändern.

KonsumEntscheidet_online

Konsumverzicht und Müllreduktion

Konkret, so schreiben Santa und Anna, heißt #KonsumEntscheidet, dass wir unseren Konsum auf das Nötigste beschränken und uns über die sozialen Zusammenhänge unserer Kaufentscheidungen Gedanken machen.

Noch konkreter sehen meine Ziele in den nächten Wochen so aus:

1. Weniger Mineralöl verbrauchen

Heizen: Mein Mann witzelt, dass wir die Heizung erst zu Weihnachten anmachen werden. Fakt ist, dass es hier in London selten so kalt wird, dass man es nicht auch mit (Zweit-)Pullover in der Wohnung aushält. So wenig wie möglich ist hier das Ziel.

Erdoel_nein danke

 

Plastik reduzieren: Derzeit vermeide ich Plastikverpackungen, wenn es einfach ist, doch oft ist es eben nicht einfach. Selbst auf dem Bauernmarkt wird hier das meiste fein säuberlich in Plastiktüten verpackt. Meine persönliche Challenge wird es hier sein, den Mund aufzumachen. Bisher bat ich die Verkäufer manchmal, die Lebensmittel am Stand in meine mitgebrachten Beutel zu füllen, doch das führt lediglich dazu, dass die Plastikbeutel am Stand weg geworfen werden anstatt bei uns zu Hause. Im Rahmen der Challenge werde ich alle Produzenten der Marktstände anschreiben und sie bitten, Gemüse und Obst lose zu verkaufen. Das Thema Feuchttücher und Windeln wird bald wieder aktuell – hier heisst es Alternativen finden.

Fliegen: mein wunder Punkt, bei dem ich nur froh sein kann, das während der Challenge keine Reisen anstehen.

2. Fair und weniger konsumieren

Weniger Zitrusfrüchte, weniger Kakao, weniger Kaffee: Auch hier ist eine kurze Berechnung meines virtuellen Wasserkonsums ernüchternd. Ganz ehrlich habe ich mich bei Nahrungsluxusgütern bisher wenig beschränkt. Hier eine Balance zwischen meiner Lebensrealität als schwangerschaftsbedingt schlafloser Mutter einer quietschfidelen Dreijährigen und einer Reduktion meines sozialen und ökologischen Fußabdrucks zu finden ist eine spannende Herausforderung.

Weniger tierische Produkte: Hier geht es mir vor allem um Bewusstseinsbildung. Im 8. Schwangerschaftsmonat möchte ich meine – weitgehend vegetarische – Ernährung nicht krass umstellen, sondern vor allem „bewusstlosen“ Konsum verhindern. Eier von Hühnern aus Käfighaltung stecken in konventionellen Keksen und dem Kuchen in jedem Café. Auch zu Hause kann ich in vielen Fällen tierische Fette durch Pflanzliche ersetzen.

Mehr Qualität mit guten Quellen: Auch bei weitgehendem Konsumverzicht stehen Anschaffungen an – der Hochleistungsmixer, um dem steten Fluss von Tetrapacks mit „veganer Milch“ Einhalt zu gebieten, und Stoffwindeln. Während ich keine Bedenken habe, gute Qualität zu finden, werde ich sicher auf die Sustainias zurück greifen, um die guten Quellen ausfindig zu machen.

3. Nicht wegwerfen

Es ist erschreckend, dass Dinge, die früher von Generation zu Generation vererbt wurden zu Wegwerfartikeln geworden sind, und dass viele Menschen selbst ungetragene Kleidung in den Müll werfen. Vor Weihnachten werden wir noch einmal Unbenötigtes aussortieren und spenden, damit Andere die Gegenstände benutzen können, die wir nicht mehr brauchen.

Auch im Hinblick auf DIY, Resteverwertung und Selbstmachen gibt es definitiv Spielraum. Oft denke ich, dass mir die Zeit fehlt, doch letztlich ist es die Perfektionistin in mir, die sich nicht traut, sich neue Fähigkeiten anzueigenen. Aber: The perfect is the enemy of the good. Weihnachtsschmuck werde ich in diesem Jahr keinen kaufen sondern mit dem auskommen, was wir bereits haben und selbst basteln – Anregungen gibt es ja genug. Auch Alternativen für manche Wegwerfartikel in unserem Haushalt möchte ich mir ansehen – spontan fallen mir Monatshygiene und Wattepads ein. Das ging doch früher auch ohne.

Wir kaufen gedankenlos Dinge, weil wir nicht sehen, wie sie hergestellt werden, und werfen gedankenlos Dinge weg, weil wir nicht sehen, was mit ihnen passiert. Das kann – und soll – sich ändern.

Wünscht mir gutes Gelingen.

Herzlichst,

Eure Daija

Vielen Dank, Daija, dass du uns Einblicke in dein Konsumverhalten geschenkt hast! Wir sind gespannt, welche Erfahrungen du im Laufe der Challenge machen wirst.  Hier ein paar Tipps unsererseits:  Vegane Milch ist ganz einfach gemacht, z.B. wie hier.  In den Artikeln unserer#GreenParenting Challenge wirst du auf jeden Fall gute Tipps finden für eueren baldigen Familienzuwachs. Selbstgemachte Feuchttücher, zum Beispiel.

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Als Windeln empfehlen wir die Oldschool Disana Windeln oder die modernen und richtig chic aussehenden Naturwindeln von der Windelmanufaktur, siehe z.B. hier unseren Greenparenting Chat mit konkreten Tipps und Alternativprodukten wie Flaschen etc..

Kosmetikpads kann man einfach selber machen, siehe hier oder man kann auch welche kaufen, z.B. von Popolino.  Monatshygiene nehmen wir bald dran und haben bereits dazu ein sehr sehr aufschlussreiches Interview mit Petra Sood von Kulmine in petto. Wir versteigern im Januar dann auch Sets innerhalb unserer #bloggerfuerfluechtlinge SpendenAuktion. 

Jetzt erst einmal ruhige, entspannte Festtage mit eurer fidelen Dreijährigen und dem heranwachsenden Baby!

Deine Meyer und Team

Wer mehr über Daija wissen will: Daija schreibt zusammen mit Birgit auf dem Gartenfoodblog kids, cooks and composts über saisonale, vegetarische Familienküche, das Gärtnern in der Stadt und ein gesundes, nachhaltiges Familienleben.

 

tt30-logo

Weitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Finding Sustainia“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome

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