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Interview mit Nathalie Rau von Kivanta – Schadstoffe in Produkten und gute Alternativen zu Plastik

Liebe Nathalie,

danke, dass du uns ein Interview zum Thema #GreenParenting gibst! Unser Teammitglied Claudia hat uns kräftig die Ohren gewaschen zum Thema Plastik in jeglicher Form und wir werden nach Plastik all ihren Beiträgen für FindingSustainia nie mehr mit denselben Augen betrachten. Letzte Woche hat uns Claudia Alternativen zu Plastikgeschirr vorgestellt.  Vor allem ging es in ihrem Beitrag um Geschirr, dass auch unsere Großeltern schon benutzt haben. Jetzt suchen wir fleißig nach guten Alternativen, die man ohne große Flohmarkt-Suche finden kann. Auf dieser Suche sind wir auf dich und deinen Shop gekommen.

Erzählst du uns ein bißchen zu deiner Person? Wie kamen du und dein Mann darauf, im Ausland nach plastikfreien/-armen Produkten zu suchen – und wie entstand die Idee, Kivanta, euren Online-Shop, zu gründen?

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Ich heiße Nathalie, bin Mutter von drei Kindern und habe einen tollen Ehemann. Wir sind sogenannte „Highschool Sweethearts“. Während ich noch in der Schule war, fing er bereits an zu studieren und so richteten wir gemeinsam die erste Studentenbude ein, ein paar Jahre später dann meine. Wir haben etliches aus unseren Zimmern oder von unseren Eltern übernommen, einiges selbst geschustert und eben auch einige Dinge neu kaufen müssen. In kleinen Wohnungen spielt Effizienz ja eine große Rolle und ganz wichtig: es soll dabei ja auch noch schön aussehen.

So gab es in unseren kleinen Küchenzeilen eigentlich nur Porzellan, Glas und Töpfe oder Schüsseln aus Edelstahl. Schließlich haben wir unseren Hausstand zusammengelegt, geheiratet und einen kleinen Sohn bekommen. Und da fing eigentlich das bewusste Wahrnehmen an. Als kinderlose Menschen haben wir uns für bestimmte Materialien und Produkte entschieden, weil wir sie eher auf ganz oberflächliche Art bevorzugt haben: Glas und Porzellan sind zeitlose Materialien und sehen immer schön aus, Edelstahl ist praktisch und sicher, Vorräte in Glas bleiben frisch und man vergisst sie nicht, die Entsorgung ist eindeutig, Baumwolle trägt sich angenehm, Holz fühlt sich gut an, etc..

Aber plötzlich waren wir Eltern mit Verantwortung gegenüber einem kleinen Wesen, was unseren Entscheidungen sozusagen schutzlos ausgeliefert war und für unser Kind wollten wir natürlich das Beste. Das fing damit an, dass mein Mann sogleich ein Beistellbett baute, weil wir feststellten, dass der kleine Kerl nur bei uns schlafen wollte und mit dem Schlafen in der Bettmitte war es uns ein bisschen mulmig zumute. Dann kam die Frage nach Spielsachen. Hier war ganz klar: Stoff und Holz und bitte aus zuverlässigen Quellen. Kuscheltiere vom Krabbeltisch und andere nicht nachvollziehbare Dinge wanderten ohne Umwege in den Textilcontainer. Da ich vier jüngere Geschwister habe, gab es aus unserer Kinderzeit noch eine ganze Menge schöner Dinge wie beispielsweise die Laufringe, die die Behindertenwerkstatt Hohenfried noch heute fertigt. Diese Qualität sollte uns ein Vorbild für viele Entscheidungen werden.

Als unser Sohn dann zum Kindergartenkind wurde, war nun die Wasserflasche keine Option mehr fürs Trinken zwischendurch. Auch eine kleine Glasflasche wollte ich nicht, da mir als Lehrerin viele Fälle von zerbrochenen Glasflaschen im Kopf sind. Es ist eine zusätzliche und unnötige Arbeit für die Kräfte in Kindergarten und Schule und übersehene Scherben stellen ja auch für die Kinder ein Risiko dar. Und eine Schutzhülle aus Styropor passte so gar nicht in unser Konzept, vielleicht zum Verpacken empfindlicher Gegenstände, aber doch nicht in der Nähe des Mundes unseres Kindes. Und so griff ich natürlich nach einer bekannten, vertrauensvollen Trinkflaschenmarke – nicht wissend, dass es sich bei Aluminium nicht um das Material der Wahl handelt, wenn es um die Aufbewahrung von Lebensmitteln und Getränken geht. Unser Sohn verweigerte das Trinken aus der Flasche, und zwar komplett. Daraufhin trank ich dann aus der Aluflasche und habe sie kurzum entsorgt. Das Wasser war ungenießbar. Internet sei Dank fand ich schnell viel zum Werkstoff Aluminium und seiner Schädlichkeit heraus und auch gleich die passende Alternative: Flaschen aus lebensmittelechtem Edelstahl, gerade von Klean Kanteen öffentlichkeitswirksam auf den amerikanischen Markt gebracht.

Die Flasche war prima, bewährte sich und war der Anfang unseres Miniaturhandels: für Freunde und Bekannte, für Freunde und Bekannte von Bekannten und Verwandten importierten wir die Flaschen dann in kleinen Mengen. Als dann unser zweites Kind auf die Welt kam und man in den deutschen Medien und europäischen Richtlinien noch von der Unbedenklichkeit von BPA las und man Grenzwerte noch ganz lax nahm, da haben mein Mann und ich die Sachen dann in die Hand genommen.

Wie viele Mitarbeiter umfasst Kivanta mittlerweile?

Wir sind ein kleines Team. Neben meinen Mann und mir ist seit etwa einem Jahr meine Schwester Margot als Verstärkung hinzugekommen. Seit August haben wir noch Julia für den Kundenservice am Telefon hinzubekommen. Und natürlich sind die Kinder auch schon Teil der Unternehmung, denn bei uns dreht sich ja vieles um den Shop und das bekommen sie aktiv mit, was ich auch toll finde.

Was sind eure Produkt-Kriterien? Wie suchst und findest du eure Produkte?

Die Verwendung unbedenklicher und gut recycelbarer Materialien, die langfristig haltbar sind steht bei der Produktauswahl im Vordergrund. Als wir zunächst nur Klean Kanteen Flaschen und dann LunchBots verkauft haben, wurden wir von unseren Kunden, die Kunststoffe und Weichmacher auch – trotz medialer Verharmlosung – kritisch bewerteten, oft gefragt, wie wir dieses und jenes bei uns in der Familie halten und welche Produkte wir für andere Anwendungsbereiche empfehlen könnten. Nach etlichen beantworteten Emails und Fragen am Telefon entschieden wir uns, einfach mal eine Zusammenstellung unserer Lieblingshersteller und -produkte im eigenen Haushalt vorzunehmen und diese dann nach und nach in unseren Shop einzupflegen. Dabei wählen wir aus der Produktpalette der Hersteller natürlich auch solche Produkte aus, die wir auch nicht selbst benutzen, die wir aber auf jeden Fall selber getestet haben. Wir können uns für die Qualität der Produkte verbürgen, aber alle Menschen haben verschiedene Bedürfnisse und für alle möchten wir passende Produkte anbieten können.

Wie handhabt euer Shop Verpackung und Transport? Es werben ja viele mit nachhaltiger Verpackung, u.a. “plastikfrei”. Wird man als Shop von den Herstellern auch ohne Plastik beliefert? Wie sieht die Praxis da aus?

Wir gehen mit der Frage der Verpackung ganz offen und ehrlich um und kommunizieren dies auch in unserem Katalog direkt vorne unter der Rubrik „Co2-neutraler Versand“ und auchn„Recycling nehmen wir ernst“. Den Katalog kann man online einsehen. Um es kurz zu fassen: Die Hersteller, mit denen wir zusammenarbeiten, machen sich zu diesem Thema Gedanken. Es sind schließlich Firmen, die etwas bewegen wollen! Die Verpackungen werden hochgradig optimiert und dabei wird auch mit in den Blick genommen, dass durchaus eine Kunststoffverpackung für den Überseetransport seine Berechtigung haben kann, denn dadurch lässt sich extrem effizient verpacken und pro Artikel eine ganze Menge Öl auf dem Transportweg sparen. Dieses Verpackungsmaterial kann hier dann noch etliche Male für diese Zwecke verwendet werden bevor man es dem Recycling zuführt. Wir haben kein Verständnis dafür, Verpackungen zu entfernen und diesen Artikel dann neu zu verpacken, damit es plastikfrei aussieht – und in Wirklichkeit Ressourcen doppelt verschwendet wurden. Insgesamt ist das Vepackungskonzept sehr durchdacht, wir verbessern es aber natürlich immer weiter, um dem Ziel der maximalen Ressourcenschonung nahezukommen.

Welche Probleme ergeben sich durch Importprodukte? Wie kommt man da an Informationen zu den Inhaltsstoffen? Das ist sicher nicht so leicht, oder?

Informationen zu den Inhaltsstoffen zu bekommen, ist wirklich nicht schwer. Seriöse Hersteller machen keinen Hehl aus dem verwendeten Material und man muss nicht lange suchen oder bohren, woraus ein Produkt besteht. Meist steht es direkt in der Artikelbeschreibung. Was es damit dann auf sich hat, lässt sich dank Internet ja schnell ermitteln. Bedauerlicherweise werden manche Inhalte aber von Herstellern und auch Händlern verschleiert. So preist man Dosen oder Tiffinformen aus „hochwertigem Edelstahl“ an, verschweigt aber entweder bewusst oder aus Unkenntnis, dass beispielsweise der verwendete 14/4 Edelstahl gar nicht für die Aufbewahrung von Lebensmitteln geeignet ist. Für Menschen, die nicht im Thema sind, ist es natürlich absolut undurchsichtig. Wenn man ein bisschen Bescheid weiß, dann erkennt man die Clous recht leicht: ungenaue oder keine Angaben zur Güte.

Ökologie vs. Funktionalität: Während es für viele Produkte aus Plastik oder anderen schadstoffbelasteten Produkte, wie Kleidung, sehr sehr gute Alternativen gibt, kommt man auch immer wieder an die Grenzen von dem, was ökologisch produziert möglich ist. Eine Feature von hessnatur zum Thema: „Die Grenzen der ökologischen Produktion“ ist gerade bei uns in Arbeit. Vor allem bei Regen-, Matsch- und Schwimmkleidung muss man immer wieder Abstriche machen. Hessnatur produziert deswegen keine Schwimmkleidung. Dies gilt auch für die Frage: „Sonnen, ja, aber wie?“ oder auslaufsichere Behälter. Wie löst du für dich bzw. für Kivanta den Clash zwischen ökologisch/gesundheitlichen Standards und Funktionalität?

Natürlich gibt es Grenzen, aber dennoch gibt es immer gute Alternativen. Gummistiefel aus Naturkautschuk, Regenbekleidung ohne PVC, etc. – diese Produkte haben natürlich chemische Produktionsprozesse hinter sich, aber sie überstehen ja Unmengen von Kindern, die diese Kleidung auch immer wieder auftragen können. Hiermit möchte ich der noch folgenden Frage vorgreifen: Unsere Kinder und wir tragen ganz gewöhnliche Badebekleidung. Wir achten hier auf Qualität und Langlebigkeit, unsere Tochter trägt oft von zwei benachbarten Mädchen auf und wir geben es an meine Nichte weiter. Unser Jüngster erbt vom Großen und dann geht es weiter an meinen Neffen. Da wir keine Angler und auch keine Profi-Schwimmer sind, tragen wir diese Materialien auch nicht ständig auf der Haut und damit sehe ich keine gesundheitlichen Risiken. Ich sehe auch nur geringe Umweltprobleme, da die Sachen aufgetragen werden und Textil-Recycling ein immer größer werdender Markt wird. Lederhosen als Alternative zu Matschhosen käme für uns aus verschiedenen Gründen nicht in Frage. Einer, unabhängig der Ethik: Leder durchläuft sehr viele chemische Stufen, bis aus der Haut tatsächlich ein brauchbarer Werkstoff geworden ist – auch nicht unbedingt umweltverträglich.

Auslaufsichere Behälter ohne Kunststoff gibt es übrigens; hier gibt es keine Probleme. Diese haben sogar einen Dichtungsring aus Naturkautschuk; ein Material, welches sich als Dichtungsring für manche Anwendungen aufgrund der Beschaffenheit jedoch nicht eignet.

Bioplastik und Edelstahlqualitäten sind ja auch so Themen, über die du und unsere Claudia euch sehr aktiv informiert. Was muss man deiner Ansicht nach beim Kauf von Bioplastik und Edelstahl beachten und gibt es dazu Pflege- oder Gebrauchsunterschiede, die man vorab kennen sollte?

Zunächst einmal ganz klar: „Bio“abbaubare Kunststoffe sind sehr kritisch zu sehen und hier sollte unbedingt öffentlichkeitswirksamer darauf aufmerksam gemacht werden, dass es sich a) um eine nicht definierte Zusammensetzung von Materialien handelt und b) ein solches Produkt nicht zwangsläufig besser ist als herkömmlicher Kunststoff. Ganz im Gegenteil! Durch Dünger und Pestizide nimmt die Umwelt massiven Schaden und teilweise werden zu weiten Teilen Lebensmittel als Hauptgrundlage für Kunststoff verwendet und dies lässt sich in meinen Augen ethisch nicht vertreten. Hinzukommt, dass sich keine echte Bioabbaubarkeit unter normalen Umständen herstellen lässt. Letztendlich muss es verbrannt werden – Recycling und Kompostierbarkeit sind nämlich nicht möglich. Das Umweltbundesamt bringt es hier ganz gut auf den Punkt:

Stichwort Melamin und Bambus: Wie stehst du zu Bambus-Geschirr oder Töpfchen? Sind sie wirklich “die” Alternative zu Plastikgeschirr und Co?

Das ist eine nicht allgemein zu beantwortende Frage. Zunächst möchte ich aber erst einmal erläutern, warum überhaupt Melamin für die Herstellung der Bambusgeschirre verwendet wird: Spülmaschinentauglichkeit! Es kommt zum Einsatz, weil der Verbraucher gerne ein praktisches Produkt erwerben möchte. Ohne einen solchen Zusatzstoff können diese teils-synthetischen Naturmaterialien die Spülmaschine nicht überstehen, weder die Wassermengen, noch die Hitze. Vertrauensvolle Hersteller arbeiten hier gewissenhaft und lassen Chargen stichprobenartig zur Qualitätssicherung prüfen. Billigprodukte würde ich in diesem Zusammenhang – aus gesundheitlichen Gründen – nie kaufen. Hinzu kommt, dass es gerade im Bambus-Bereich auch Fairtrade Firmen gibt und meiner Meinung nach sollten diese besondere Unterstützung erfahren. Auch lohnt sich ein Blick auf die FAQs. Da oft Mais eine kleine Komponente dieser Bambusgeschirre ausmacht, sollte man schauen, ob es sich hier um Biopflanzen handelt und damit automatisch genveränderte Pflanzen und auch entsprechende Pestizide ausgeschlossen sind.

Was sind die Hersteller und Shops deines Vertrauens?

Hier kann ich ganz eindeutig sagen: Alles, was man bei uns findet, hat unser vollstes Vertrauen. In unserem Haushalt finden sich noch so einige andere Hersteller, die wir nach und nach aufnehmen werden. Da wir ein Großteil unseres gewöhnlichen Bedarfs in unserem Shop-Sortiment abbilden (Zahncreme, Shampoo, etc.), haben wir natürlich selbst nicht viele Shops bei denen wir einkaufen. Mein persönlicher Lieblingsshop für unsere Kids derzeit (leider vom Schnitt her für die Mädels nur teilweise geeignet): http://www.band-of-rascals.com/ .

Da wir in einer sehr kleinen Stadt wohnen, müssen wir so manche Dinge schon bestellen. Wie der Rest der Familie bin ich nicht so der große Samstagsbummler. Meist hat man doch einfach viel zu tun und ich vermute, ohne es berechnen zu können, das der Versand von fünf T-Shirts und einer Jeans weit weniger Energie beansprucht als ein Familienausflug in eine Stadt, die daselbe Angebot hat. Und das große Plus: man hat mehr Zeit für andere Dinge.

Wir wären natürlich nie so frech, in deine Schränke zu schauen, aber verrätst du uns trotzdem, welche Produkten man bei dir zu Hause zur Bevorratung und zum Transport von Lebensmitteln findet?

Es gibt nur solche Extremsituationen wie Kindergeburtstage, an denen ich niemanden freiwillig in unseren Kühlschrank schauen lassen würde, weil sich dann alles stapelt und quetscht. Ansonsten findet man für die Aufbewahrung der „Basics“ wie Mehl, Zucker, Bohnen, etc. ganz gewöhnliche Bügelgläser. Diese haben ein Standardmaß und passen hervorragend in Schubladen und Schränke. Man sieht, was drin ist und kann effizient verstauen. Fürs Kühlen und Tiefkühlen verwenden wir die Produkte von Trendglas, Onyx, LunchBots und Arzberg. Auch die Lifefactory Produkte mit Silikonmantel (Schutz beim Transport) habe ich in zwei Exemplaren im Einsatz. Sie sind toll, weil eckig und damit gut stapelbar im Tiefkühlfach. Größere Mengen von Nudeln, Suppe, Kartoffeln, etc. kann man natürlich ganz einfach in einer Porzellan- oder Glasschüssel mit einem als Deckel aufgesetzten Teller aufbewahren. Auch manche gewöhnlichen Gläser eignen sich ganz hervorragend für die Aufbewahrung von Saucen, Dressing, geschälten Karottensticks, etc..

Was hältst du von Silikon als Plastikersatz bei Baby-Produkten? Und worin würdest du Muttermilch einfrieren?

Dies lässt sich leider auch nicht so einfach beantworten. Silikon oder Naturkautschuk ist nicht allgemein besser als Plastik. Hier muss man immer bedenken, dass die Qualität des Silikons oder des Naturkautschuks eine große Rolle spielt, genauso wie auch die Art des Kunststoffs. Es gibt durchaus etliche Kunststoffe, die für bestimmte Anwendungszwecke eine Berechtigung haben und nicht von Grund auf verteufelt werden dürfen. Die Hersteller, die wir im Sortiment führen, die mit Silikon oder Naturkautschuk arbeiten, sind renommierte Hersteller. Die von den Herstellern verwendeten Kunststoffe sind nicht nur lebensmittelgeeignet, sondern es handelt sich um die für Lebensmittelaufbewahrung empfohlene Kunststoffe, also Premium-Kunststoffe. Man kommt auch bei Babys und gerade bei Kleinkindern nicht um Kunststoff umhin (ich sage nur: Lego), aber dann gilt es: Was ist es für ein Kunststoff?

Welche Produkte kommen bei dir nicht in die (Papier- oder Stoff-)Tüte? Wo machst du Kompromisse? Bitte halt uns auch nicht deine Geheim-Produkt-Tipps vor! Welche Produkt-Alternativen, gibt es, auf die man von selber nicht so leicht kommt? Please elucidate us!

Ich glaube, ich habe keine Geheim-Tipps! Wenn manche Dinge ins Blut übergehen, dann sind sie einfach Alltag, auch Alltag der Kinder. Erfreulicherweise verachten sie innerlich unnützen Plastikkram, mit dem sie ja doch in Form von Geschenken leider immer wieder konfrontiert werden. Je nach Situation tun sie dies auch kund.

Durch unsere wöchentliche Lieferung durch die Öko-Kiste haben wir insgesamt wenig Verpackungsmaterial beim Einkauf unserer Lebensmittel. Eine sehr empfehlenswerte Sache und nicht wirklich teurer als der Einkauf im Supermarkt – dazu noch deutlich bessere Qualität. Bei Lebensmitteln sind wir auf bestimmte Hersteller eingeschossen und hier bevorzuge ich beispielsweise unsere Standard-Bio-Nudeln in der Verpackung aus PP gegenüber Billignudeln in der Papp-Verpackung. Diese bestehen zu weiten Teilen aus Recycling-Papier mitsamt der Druckerfarbe des vorigen Papierprodukts, Bleichmitteln, usw..

Zahncreme wird ja oft als Beispiel aufgeführt, wenn man eine Alternative zu Kunststoff aufzeigen möchte, weil es hier Tuben aus Aluminium gibt. Metall hat grundsätzlich immer positive Assoziationen und so nimmt man an, dass diese metallischen Tuben besser wären als eine Tube aus Plastik. Betrachtet man Alu in seinem Gesamtprozess, kann man dies nicht so stehen lassen. Bedenkt man dann noch, dass Tuben, Dosen oder auch Flaschen (auch im Lebensmittelbereich) innen beschichtet werden müssen, damit sie nicht in Kontakt mit dem Inhalt kommen, dann will man das eigentlich auch nicht mehr. Also lieber eine recycelbare Kunststofftube. Es gibt zwar auch viele Rezepte zum Selbermachen, aber da habe ich für meine Zähne einfach aufgegeben.

Jetzt zu einer anderen GreenParenting Dimension: „innere Nachhaltigkeit“. Wie schaffst du es als Mutter von drei Kindern Familie, Haushalt und Beruf zu jonglieren? Und last und least: Was sind deine Top 10 Green Parenting Tipps?

Zehn Tipps habe ich nicht. Ich habe nicht einmal einen!

Es gibt viele Menschen, die brauchen den Abstand zur Familie, um arbeiten zu können und auch, um die Grenzen besser ziehen und auch um leichter abschalten zu können. Hier spielt natürlich die Organisation eine ganz große Rolle und da wird es mitunter hektisch und stressig, was sich wiederum auf alle Familienmitglieder auch übertragen kann. Manche bevorzugen dies gegenüber einem Homeoffice, andere wiederum haben hier nicht die Wahl und sind räumlich an ihren Arbeitsplatz gebunden.

Ich sehe es aber als absoluten Vorteil, von Zuhause aus zu arbeiten und mir dies auch so aussuchen zu können, denn so lassen sich Familie, Haushalt und Beruf natürlich in jeder Hinsicht einfacher organisieren – und ich bin einfach gerne da, wenn die Kinder heimkommen und vom Tag erzählen oder mal motzig ihren Frust los werden müssen. Natürlich ist die Arbeit immer präsent und manchmal steht sie auch im Vordergrund, aber auf der anderen Seite kann man sich teilweise die Zeit flexibel einteilen oder sorglos arbeiten, wenn die Kinder krank sind, weil man es ja in greifbarer Nähe hat und nicht irgendwo in einem Büro sitzt und nicht abwarten kann, wann man endlich sein krankes Bündel knuddeln kann.

Leider bin ich ein recht ruheloser Typ, so dass ich den Begriff „innere Nachhaltigkeit“ nicht einmal definieren könnte. Aber ich lasse mich – trotz manchmal scheinbarer Erregung (wenn die Kinder ausgerechnet dann streiten, wenn ich dringend telefonieren muss) – nicht wirklich aus der Ruhe bringen.

Aber lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin keinesfalls in der Position, Tipps geben zu können, bin aber offen für Strategien!

Vielen Dank Nathalie! Besonders für deine Offenheit und tiefen Einblicke in eure Geschichte. Ich bin mir sicher, unsere Leserinnen und Leser werden bereichert sein.

 

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Weitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Finding Sustainia“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome

46 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  38. Liebe Anna

    Ich würde auch niemals Aluminium zum Verpacken oder Kochen verwenden. Denn besonders Vitamin C haltige Lebensmitteln nehmen viel Aluminium auf. Oder bei Getränken dann Saftschorle in alter Sieg Flasche. Natürlich dann auch keine Alufolie. Ich habe mal einen Film über die Herstellung von Aluminium auf Arte gesehen. Das war eine der furchtbarsten Dokumentationen, die ich kenne und ich kaufe wirklich gar nichts mehr in oder mit Aluminium. Schlecht für die Gesundheit und die Umwelt.

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  40. Liebe Nathalie, was würdest Du zu den Alu-Brotdosen von Sigg sagen? Sigg ist ja erst einmal vertrauenserweckend. Aber aus Aluminium sind die Dosen trotzdem. Ich würde mich über deine Einschätzung riesig freuen.

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    • Hallo Anna, ich würde nie Aufbewahrung aus Alu für Lebensmittel verwenden. Aluminium ist ein minderwertiger und billiger Werkstoff, der mit Lebensmitteln nicht in Berührung kommen darf. Daher wird Aluminium beschichtet. Aber was ist in der Beschichtung? Und: diese Beschichtung löst sich, darf nicht geschrubbt werden, darf nicht in die Spülmaschine … . Und irgendwann hat man die Beschichtung am Essen kleben und der Apfel liegt dann doch direkt auf der Alu Dose.
      Vor einigen Tagen habe ich auf unserer Facebook Seite diesen Link veröffentlicht: http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/UNIQ1081597900022146375/pausenbrot-nicht-in-alufolie-wickeln . So langsam kommt dieser Sachverhalt auch ins öffentliche Bewusstsein.

      Daher rate ich bei Brotdosen zu Dosen aus lebenesmittelechtem Edelstahl (18/8). Es gibt etliche Anbieter von Brotdosen aus Edelstahl und oft wird die Güte verschwiegen – hier lohnt sich nachfragen.

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