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UVA und UVB Schutz – Schütze ich mich richtig? Und bekomme ich ausreichend viel Vitamin D?

Das Thema ist sehr verwirrend und sehr komplex. Einerseits benötigt unser Körper eine ausreichende Sonneneinstrahlung um das für den Körper notwendige Vitamin D zu bilden und für ein gesundes Knochenwachstum zur Verfügung zu stellen, andererseits wissen wir: zu viel Sonne tut uns nicht gut.

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Der Sonnenbrand der UVB- Strahlung ist noch die deutlichste Auswirkung einer Schädigung. Aber die tiefergehenden UVA-Strahlen bescheren uns Langezeitfolgen, die nicht wieder rückgängig gemacht werden können. Das was die tieferliegenden Schichten einst mit sorglosem Sonnenbaden abbekommen haben, wird uns mit einer verfrühten Hautalterung und erhöhtem Krebsrisiko zuteil.

Hier folgen nun Informationen, die ich aus dem Internet zusammengetragen habe um selbst erst einmal einen Überblick zu bekommen. Herausgekommen ist aber mehr als ich erwartet habe. Eigentlich sollte dabei eine DIY Anleitung für Sonnencremes herauskommen. Das erschien uns im FindingSustainia Team als eine gute Idee. Und es passte optimal zum Thema #greenparenting. Außerdem natürlich zum Wetter… Doch sehr schnell war klar, einen ordentlichen UVA-Schutz bieten diese Sonnenöle alle nicht. Als dann auch noch der UVB-Schutz der natürlichen Öle, die auf vielen DIY-Seiten angepriesen wurden, in Studien immer schlechter abschnitten, konnte daraus keine wirkliche Anleitung entwickelt werden.

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Herausgekommen ist eine kritische Betrachtung von Sonnencremeprodukten, die ich Euch zu lesen wirklich ans Herz legen kann. Zu finden ist der Beitrag bei smarticular mit dem Titel: Vorsicht bei der Wahl der richtigen Sonnencreme – Mehr Schaden als Nutzen? 

Ihr findet dort Informationen über bedenkliche Inhaltsstoffe, die in den meisten Cremes enthalten sind und über die oben genannten Risiken weit hinaus gehen. Auch Wissenswertes über die Codecheck-Auskunft und die individuelle Schutzdauer der 6 Hauttypen für Kinder und Erwachsene. Der Beitrag geht der Frage nach, wie diese Grundvoraussetzung vom UV-Index und durch Nahrung  oder Nahrungsmittelergänzungsprodukte verändert wird. Desweiteren schließt sich die Betrachtung der verlängerten Sonnenbestrahlung durch Verwendung von Sonnencremes an. Sie zeigt auf, inwieweit mineralische Filter mit Zinkoxid oder Titandioxid in Naturkosmetiksonnencremes  oder die Anreicherung der DIY Öle eine Lösung bieten können wenn auf Nanopulver verzichtet wird. Studien und Einschätzungen des BUND ergänzen diesen Beitrag.

Sonnenbrille

Einige Aspekte der Recherche haben dort allerdings keinen Platz mehr gefunden, weshalb ich sie hier gerne zur Ergänzung der Thematik aufführe.

Neu war mir nämlich, dass der Australische Standard schon lange kein Standard mehr ist sondern von der UVA- und UVB-Schutzbalance abgelöst wurde.

Mogelpackung des Australischen Standards

Der Australische Standard besagt, dass das Produkt einen 90% UVA-Schutz bietet. Mit diesem haben sich viele Hersteller am Markt platziert. Jedoch zeigte sich, dass dies in der Praxis nicht wirklich zutrifft. Denn bei nahezu identischem LSF (10 und 12) im Test gab es gravierende Unterschiede in der UVA-Bewertung. Es gab Produkte die mit einem 4-fach höheren UVA-Schutz aufwarteten als vergleichbare andere Produkte. Wie kann das sein wenn alle einen 90% Schutz für UVA garantieren? Hier scheinen einige Hersteller den nicht sichtbaren UVA-Schutz nicht ernst zu nehmen, oder? Die gestesteten Produkte brachten auch noch ans Tageslicht, dass in den Testjahren 2003 und 2004 die Produkte beim UVA-Schutz bei den forschenden Herstellern im Mittel um 50% besser als die der Discounterschutzmittel abschnitten. Für Kindersonnenschutzmittel war die Differenz noch deutlicher, denn dort lagen die Discountprodukten 75% niedriger als der Durchschnitt. Der australische Standard, der eigentlich für den UVA-Schutz gilt, ist wegen mangelnder Ausweisung für Verbraucher so also nicht ersichtlich.

Wirkung UVA-Schutz (Australischer Standard und UVA/UVB-Schutzbalance)

Der neue Standard nennt sich UVA/UVB-Schutzbalance und garantiert ein Minimum von einem Drittel des UVB-Schutzes für UVA. Da die UVA-Strahlen nicht so intensiv sind, aber tiefer gehen als die intensiveren UVB-Stahlen, macht das durchaus Sinn.

Das Zeichen für diesen verbesserten Schutz könnt Ihr am Kreis um das Wort UVA erkennen.

Wasserabweisend oder wasserfest?

Kein Produkt kann wirklich schützen, wenn es sich durch Schweiß oder Baden ablöst und nicht ausreichend nachgeschmiert wird. Deshalb gibt es wasserfeste Sonnencremes, meint man. Doch der Schein trügt!  Denn sie sind nicht wasserfest, sondern nur wasserabweisend. Sie lösen sich wie die anderen, nicht wasserfesten Cremes, im Wasser ab. Allerdings langsamer!  Es gibt diese Hinweise, sich sofort nach dem Baden erneut einzucremen, nicht umsonst. Ein verlängerter Sonnenschutz ist durch ein erneutes Auftragen allerdings nicht gegeben. Aufrecht erhalten wird nur der einst aufgetragene Schutz.

Um eine wasserabweisende Sonnencreme zu gewährleisten, ist in den Cremes mehr Fett enthalten. Diese Cremes sind durch die Fettzugabe schwieriger aufzutragen und hinterlassen danach ein unangenehmes Gefühl. Ein Ölsardinengefühl, wie ich finde. Wer sich also lange im Wasser aufhält, ist sicher mit einem langärmeligen Kleidungsstück besser bedient. Es muss ja nicht das beste Stück sein.

Wolkenstimmung

Vitamin D Bildung mit UVA- und UVB- Schutz

Dann habe ich mich noch gefragt wie es eigentlich um unsere körpereigne Vitamin D3 Produktion steht, wenn wir uns mit Sonnenschutzfaktoren ausreichend eincremen. Steht dem Körper ausreichend Sonnenstrahlung zur Verfügung und, wenn ja, was für eine wird denn dazu überhaupt benötigt?

Das im Körper vorhandene Provitamin 7-Dehydrocholesterol wird durch UVB-Strahlung zu Vitamin D3 umgewandelt. Dazu braucht der Körper acht Stunden.

Für eine ausreichende Tagesproduktion benötigt der Körper abhängig von seinem eigenen natürlichen Schutz nur eine kurze UVB-Sonnenbestrahlung. Hier ist der blassere und leicht zu Sonnenbrand neigende Mensch im Vorteil, denn er nimmt in kürzester Zeit mehr UVB-Strahlung auf. Das heißt, er braucht sich nicht unnötig lange der Sonne auszuliefern. Jedoch muss sich ein kaum sonnenbrandgefährdeter Typ verhältnismäßig länger der Sonne ausliefern.

Empfohlen wird eine kurze und intensive Aussetzung der Sonne von einem Drittel bis zur Hälfte der individuellen körpereigenen Sonnenschutzdauer, die unterschiedlich je Hauttyp und Alter eingestuft wird. In meinem oben genannten Artikel mehr dazu.

Diese ist bei optimalen Bedingungen (nicht bewölkt) und bei durchschnittlicher natürlicher Schutzdauer schon nach 15 Minuten in Gesicht, an Händen und Unterarmen gegeben. Bei einer Ganzkörperbestrahlung reicht sogar eine Minute aus. Das gilt allerdings nicht hinter Fensterglas und bei Benutzung einer Sonnencreme. Ein LSF 8 lässt zum Beispiel nur drei Prozent der Vitamin D3 Produktion zu. Ungenügend ist die Bestrahlung in Solarien, die hauptsächlich UVA-Strahlung abgeben und somit eher Vitamin D schädigend sind.  Mit dem Alter nimmt die eigene Vitamin D3 Bildung durch UVB-Strahlung ab, worauf vermehrt auf „Vitamin D-haltige“ Nahrungsmittel geachtet werden sollte.

Hier gibt es noch eine schöne Zusammenfassung von vielen Irrtümern des Sonnenbadens. Leider ist der Aspekt „DIY Sonnenschutzöle schützen vor Sonnenbrand und Krebs“ nicht dabei. Trotzdem lesenswert!

Ich hoffe, Ihr könnt anhand dieser Informationen die angebotenen Produkte etwas besser beurteilen. Vielleicht überdenkt Ihr auch Eure bisher genutzten Produkte und Euer Sonnenverhalten an sich. Und möglicherweise setzt Ihr aufgrund der vielseitigen Zusammenhänge Eure Prioritäten in der Wahl des geeigneten Schutzes ja auch vollkommen neu. Ich werde es dieses Jahr jedenfalls anderes machen als sonst.

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Leider hat meine Zeit für die UV-geprüften Textilien nicht mehr ausgereicht. Ich hoffe, dass Ökotest im Interview auf diese Frage eine Antwort hat, denn auf der Suche durchs Netz bin ich zum UVA-Schutz von Textilien nicht hinreichend fündig geworden um mein Wissen mit Euch zu teilen. Falls Euch jedoch Informationen zu diesem Thema vorliegen, dann nur her damit. Entweder in der Kommentarfunktion oder auch per Mail. Wir würden uns freuen.

Grüße Claudia

P.S.: Die Ökostest-Sieger sind für konventionelle Cremes übrigens die Produkte der Firma Ladival. Immerhin ohne Nanopartikel. Und in der Rubrik Naturkosmetik hat Eco Cosmetics am Besten abgeschnitten. Anna nutzt von Eco Cosmetics vor allem das Sonnengel fürs Gesicht. Es hinterlässt keinen weißen Film… aber ein wenig Ölsardinenfeeling ist nicht ganz wegzureden.

 

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Weitere Infos und jede Menge Interaktion findet Ihr auch auf der Facebookseite “Finding Sustainia“, über Twitter unter @Finding_S und über den Blog der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome

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