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Pommes oder Nudeln ohne alles? Wie Slow Food im Familienalltag zu Vielfalt führt.

Wir freuen uns sehr, euch heute einen Gastbeitrag von “Slow Food Deutschland” zu schenken. Uns wurde er jedenfalls im Rahmen unserer #GreenParenting Challenge geschenkt und wir freuen uns sehr, ihn mit euch zu teilen. Wir sind große Freunde der weltweiten Slow Food Bewegung und hoffen, dass ihr euch ebenso mitreißen lasst. Ganz langsam natürlich. 

Mit ein bisschen Zeit und Interesse können wir unseren Familienalltag so gestalten, dass wir unseren Kindern eine lebendige und nachhaltige Esskultur auch ohne erhobenen Zeigefinger nahebringen. Kinder machen es den Großen nach, soviel ist sicher.

Deswegen ist die vorgelebte Freude an Vielfalt die wichtigste Grundlage für eine lebendige Esskultur. Unsere Geschmacksvorlieben beruhen zum großen Teil auf Gewohnheit: was oft gegessen wird, wird auch gerne gegessen. Wer zuhause am Esstisch Abwechslung kennenlernt, erfährt damit auch Offenheit und Neugierde im Umgang mit Lebensmitteln.

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Selber kochen oder backen spielt dabei eine große Rolle, denn nicht nur die Begegnung mit ungewohnten Gerüchen und Geschmäckern prägt, sondern auch die Erfahrung, dass jede Mahlzeit einzigartig ist – anders als zum Beispiel bei immer gleichen Fertigprodukten. Wenn Kinder beim Kochen zuschauen oder sogar mithelfen, lernen sie mühelos, wie Lebensmittel durch Kochprozesse auf verschiedenste Weise verändert werden, und dass sie das selbst beeinflussen können.

Entdecken Sie mit Ihren Kindern die Vielfalt.

Für Kinder ist es spannend zu erfahren, woher die Lebensmittel kommen. Gehen Sie gemeinsam auf Märkten oder direkt beim Hersteller einkaufen – die Bauern und Erzeuger können den Kindern erklären, wie sie den Käse gemacht haben oder wo die Milch herkommt. Bauen Sie Kräuter und Gemüse im Garten oder auf der Fensterbank an, gehen Sie Äpfel pflücken oder Brombeeren sammeln. Es gibt viele Möglichkeiten, die Herkunft der Lebensmittel zu entdecken und selbst aktiv zu werden. So wird Interesse geweckt und der Wert der Lebensmittel erkannt, in deren Herstellung wertvolle Arbeit, Wissen und Können steckt.

Sorgen Sie für neue Gewohnheiten.

Und seien Sie nachsichtig: Wenn Kinder immer das Gleiche essen wollen, ist das kein Grund zur Beunruhigung, sondern ganz normal. Menschen und vor allem Kinder bevorzugen bekannte Geschmäcker. Aber auch die kindlich erste Abneigung kann sich auflösen, wenn das abgelehnte Gericht immer wieder angeboten wird. Die Ernährungswissenschaften sprechen davon, dass dies bis zu 10-mal angeboten werden muss, ehe sich der Widerwille legt. Gibt es ein Gericht regelmäßig, so wird es vom Kleinkind irgendwann als bekannt eingestuft. Bei alledem spielt auch die „Kochkunst“ eine große Rolle. Es ist ja nicht unbedingt das Nahrungsmittel selbst, das gemocht oder nicht gemocht wird, sondern manchmal die Zubereitungsweise.

Kinder sind geschmacklich auch fast immer empfindsamer als ihre Eltern, denn sie verfügen über mehr Geschmacksknospen auf der Zunge. Gerade bitteren Geschmack nehmen sie stärker war, und lehnen in deswegen häufig ab – und zu den bitteren Lebensmitteln gehören zum Beispiel verschiedene Gemüsesorten, dunkel gebratenes Fleisch oder kräftige Käsesorten.

Vermeiden Sie Zwänge.

Verbote oder Essen unter Zwang führen hingegen oft zu gegenteiligen Effekten. Auch „gesund“ ist kein Argument für Kinderohren und wird schnell negativ verknüpft. Aber hier können sich geplagte Eltern mit ein paar Tricks behelfen: die Bitterkeit von Gemüse kann mit Milch oder Sahne gemildert werden, oder durch Beigabe von süßen oder milden Gemüsen wie Kartoffeln und Karotten.

 

Weiterführende Informationen: Publikation Slow Food Junior. Gut, sauber und fair von Anfang an. Anregungen zum Essen mit Kindern. http://issuu.com/slowfooddeutschland/docs/slowfoodjunior

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Über Slow Food

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzenten und der Umwelt erhält. Der Verein tritt für die biologische Vielfalt ein, fördert eine nachhaltige, umweltfreundliche Lebensmittelproduktion, betreibt Geschmacksbildung und bringt Erzeuger von handwerklich hergestellten Lebensmitteln auf Veranstaltungen und durch Initiativen mit Ko-Produzenten (Verbrauchern) zusammen.

Slow Food Deutschland ist ein eingetragener Verein, der 1992 gegründet wurde, mit Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Die Slow-Food-Bewegung zählt in Deutschland Ende 2014 über 13 000 Mitglieder in rund 80 Convivien (lokalen Gruppen). Weltweit umfasst das Slow-Food-Netzwerk Millionen von Menschen, die sich mit Überzeugung und Leidenschaft für gutes, sauberes und faires Essen einsetzen, davon etwa 100 000 Mitglieder in über 150 Ländern. Mehr unter www.slowfood.de

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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